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Wer jubelt weiter?

Vier Teams verbleiben im WM-Turnier: Top-Favorit Frankreich trifft am Dienstag auf Belgien, England am Mittwoch auf Kroatien. Was sind die Stärken und Schwächen der Teams?
Christian Finkbeiner (SDA)

Frankreich

Frankreichs Kylian Mbappe (Bild: EPA)

Frankreichs Kylian Mbappe (Bild: EPA)

Stärken: Der Weltmeister von 1998 kam in Russland nur schwer in die Gänge. Trainer Didier Deschamps experimentierte in der Vorrunde mit seinen Aufstellungen, was zu Kritik aus der Heimat führte. Inzwischen hat er seine Stammformation gefunden, mit Beginn der K.-o.-Runde steigerte sich die Mannschaft markant. Von allen vier Halbfinalisten verfügen «Les Bleus» über das grösste Potenzial in der Offensive. Wer einen Ousmane Dembélé, einen Nabil Fekir oder einen Corentin Tolisso von der Bank bringen kann, hat alles, um Weltmeister zu werden.
Schwächen: Frankreich wird nach dem Ausscheiden von Brasilien als Top-Favorit gehandelt. Das Spektakel beim 4:3 im Achtelfinal gegen Argentinien zeigte, dass die französische Verteidigung nicht unüberwindbar ist.

Belgien

Belgiens Axel Witsel. (Bild: AP)

Belgiens Axel Witsel. (Bild: AP)

Stärken: Belgien wurde seiner Rolle als Turnier-Mitfavorit vollauf gerecht und gewann als einziges Team alle seine fünf Spiele in der regulären Spielzeit. Mit Eden Hazard, Kevin de Bruyne und Romelu Lukaku verfügen die «Roten Teufel» über das beste offensive Trio der Welt im Umschaltspiel, was im Viertelfinal Brasilien schmerzlich zu spüren bekam. Der spanische Trainer Roberto Martinez überzeugte mit taktischer Variabilität.

Schwächen: Die belgische Abwehr bestand den Härtetest gegen Brasilien mit Können, Leidenschaft und etwas Glück – und dank Vincent Kompany, der nach seiner Verletzung auf Beginn der K.-o.-Phase in die Startaufstellung zurückgekehrt ist. Die Achillesferse ist die linke Seite, wo Jan Vertonghen nicht immer überzeugte. Auf der rechten Seite fehlt im Halbfinal der gesperrte Thomas Meunier. Schaffen die Belgier nach dem Coup gegen Brasilien die Bestätigung?

England

Englands Harry Maguire. (Bild: EPA)

Englands Harry Maguire. (Bild: EPA)

Stärken: Die junge englische Mannschaft gehörte zu den positiven Überraschungen des Turniers. Neben Topskorer und Captain Harry Kane (6 Tore) spielten sich auch weniger bekannte Namen wie Harry Maguire, Kieran Trippier oder Torhüter Jordan Pickford in den Vordergrund. Die Mannschaft tritt homogen auf und weiss spielerisch zu gefallen. Trainer Gareth Southgate schaffte es, seinem Team eine eigene Identität zu verleihen und brach damit mit der englischen Vergangenheit, die viel öfters eine übersteigerte Erwartungshaltung und Trauer brachte als Erfolg.
Schwächen: Noch hat die Mannschaft ihre Reife nicht erreicht, vielen Spielern fehlt die Erfahrung auf der ganz grossen Bühne. Und nach dem Ende des Penaltyschiessen-Fluchs und dem dritten Sprung in die Top 4 nach 1966 und 1990 steigen die Erwartungen auf der britischen Insel wieder ins Unermessliche. Wie gehen die jungen Löwen damit um?

Kroatien

Kroatiens Luka Modric (Bild: AP)

Kroatiens Luka Modric (Bild: AP)

Stärken: Modric, Rakitic, Mandzukic, Brozovic, Perisic, allein von den Namen ist der Halbfinal-Einzug der Kroaten keine Überraschung. Kaum eine Mannschaft ist im Mittelfeld mit mehr Talent gesegnet als jene von Zlatko Dalic. Die Vorrunde schlossen die Kroaten ohne Verlustpunkt ab.
Schwächen: Mit Beginn der Achtelfinals wurde für die Kroaten alles komplizierter. Gegen Dänemark und Russland konnten sie nicht an ihre Leistungen aus der Vorrunde anknüpfen. Die Nerven begannen zu flattern – ausser bei Ivan Rakitic, dem in Möhlin aufgewachsenen kroatisch-schweizerischen Doppelbürger. Er blieb als letzter Schütze vom Penaltypunkt cool. Noch nie hat ein Team den WM-Titel gewonnen, das zwei Partien im Penaltyschiessen gewann.

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