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FUSSBALL: YB hat das Glück endlich gefunden

Die FCL-Spieler wehren sich auf dem Rasen grossartig gegen den Berner Meisterexpress. Doch nach dem etwas unglücklich verlorenen Match zeigen die Innerschweizer Grösse und gratulieren den feiernden Young Boys zum verdienten Titel.
Daniel Wyrsch, Bern
Der Start in eine lange Nacht: Kevin Mbabu (mit Smartphone) und seine Teamkollegen in Feierlaune. (Bild: Urs Lindt/Freshfocus (Bern, 28. April 2018))

Der Start in eine lange Nacht: Kevin Mbabu (mit Smartphone) und seine Teamkollegen in Feierlaune. (Bild: Urs Lindt/Freshfocus (Bern, 28. April 2018))

Daniel Wyrsch, Bern

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Nach dem Schlusspfiff brachen in dem mit über 31 000 Zuschauern ausverkauften Stade de Suisse alle Dämme. Die YB-Fans stürmten zu Tausenden den Platz, umarmten ihre Lieblinge in den gelb-schwarzen Tenüs. Aus den Boxen schallte passend zum ersten Meistertitel für die Berner seit 32 Jahren der Züri-West-Hit «Irgendwenn fingt ds Glück eim». Die Menschen im Berner Wankdorf konnten ihr Glück kaum fassen. Dazu war die Dramaturgie dieses Spiels unfassbar. YB zwang den sich mehr als tapfer wehrenden FC Luzern erst in der 89. Minute durch das 2:1-Siegtor von Jean-Pierre Nsame in die Knie.

Aussenverteidiger Kevin Mbabu schrie in der feiernden Menschenmenge in ein Mikrofon: «Jetzt werden wir zwei Tage durchfeiern. Danach bereiten wir uns auf den Cupfinal vor, den wir auch gewinnen wollen.» Am 27. Mai wird der K.-o.-Wettbewerb mit dem Endspiel gegen den FC Zürich im Stade de Suisse entschieden. Klappt es mit dem geplanten YB-Double, dann werden die Berner zu total drei Freinächten in diesem Frühling nach der Nacht auf heute und der Übergabe des Meisterpokals nach dem Heimspiel gegen Lugano am 13. Mai kommen.

Von Ballmoos und Omlin verneigen sich vor Wölfli

Zurück zum überschwänglichen Jubel von gestern: Der verletzte YB-Torhüter David von Ballmoos (23) freute sich für seinen zwölf Jahre älteren Stellvertreter Marco Wölfli (35): «Unglaublich, welche Geschichte der Fussball heute wieder geschrieben hat, wie Marco diesen Penalty gehalten hat.» Luzerns Georgier Valeriane Gvilia hatte in der 76. Minute die grosse Chance, den FCL mit einem Foulpenalty 2:1 in Führung zu schiessen. Doch Wölfli lenkte den Elfmeter mirakulös an die Latte – und fing den zurückprallenden Ball schliesslich. Selbst der ebenfalls herausragend stark agierende Luzern-Goalie Jonas Omlin musste feststellen: «Sensationell für YB, wie Wölfli diesen Penalty gehalten hat.» Eine faire Geste des Obwaldners.

Die Luzerner verhielten sich nach dem dramatischen und unheimlich schnell geführten Match, während dem sie dem Gegner keinen Quadratmeter des Platzes geschenkt hatten, wie sportliche Verlierer. «Natürlich sind wir sehr enttäuscht, nach diesem Spielverlauf mit leeren Händen dazustehen», sagte FCL-Captain Claudio Lustenberger. «Aber selbstverständlich hat YB in dieser überragenden Saison den Titel verdient, wir gratulieren den Bernern zum Erfolg.»

Lustenberger war ehrlich, er gab zu, dass er gegen den Gegner, «der wie erwartet wie die Feuerwehr gekommen ist», nicht immer das richtige Abwehrverhalten an den Tag gelegt hatte. Das Tempo war für den 31-jährigen Routinier phasenweise nicht mitzugehen. Trotzdem hat der gebürtige Krienser im funktionierenden Kollektiv eine insgesamt genügende Leistung abgeliefert.

Junge Luzerner mit beeindruckender Leistung

Captain Lustenberger, der seit über zwölf Jahren Super-League-Stammkraft in Luzern ist, lobte denn auch Trainer Gerardo Seoane: «Er hat uns optimal vorbereitet und auf den Gegner eingestellt.» Aufgefallen ist vor allem, wie die junge Mannschaft aus der Innerschweiz ohne den gesperrten Mittelfeldchef Hekuran Kryeziu und den verletzten australischen Nationalstürmer Tomi Juric über die Runden kam.

Lustenberger ist stolz auf seine jungen Mitstreiter. Obwohl sie am Ende verloren hatten, sei ihr Matchplan aufgegangen. «Dass unsere Jungprofis in dieser selten erlebten elektrisierenden Ambiance bestehen und wichtige Erfahrungen sammeln konnten, ist toll.» Natürlich fehlt aus dieser denkwürdigen Partie aus Luzerner Sicht die Belohnung in Form von Punkten. Obwohl die Innerschweizer noch nie öffentlich von Platz 3 redeten, ist die Chance darauf greifbar. Claudio Lustenberger schaute nach vorne zu den letzten vier Saisonspielen. «Wir werden wieder siegen», versprach er, während im Stadion­innern der Berner Bär los war.

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