FUSSBALL: Zug 94 verschafft sich etwas Luft

Das abstiegsbedrohte Zug 94 gewinnt beim Leader FC Luzern U21 mit 4:3 Toren. Stürmer Petar Ugljesic legt den Grundstein zum Sieg mit einem Doppelpack vor der Pause.

Martin Mühlebach
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Der Zuger Manuel Riedweg (rechts) versucht den Luzerner Mittelfeldspieler Dario Ulrich zu stoppen. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 7. Mai 2017))

Der Zuger Manuel Riedweg (rechts) versucht den Luzerner Mittelfeldspieler Dario Ulrich zu stoppen. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 7. Mai 2017))

Martin Mühlebach

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Das Nachwuchsteam des FC Luzern, unangefochtener Leader der Gruppe 2 in der 1. Liga, übernahm von Beginn weg das Kommando. Trainer Gerardo Seoane sah vor allem in der ersten Halbzeit ein spielerisches Übergewicht seiner Schützlinge. Der ehemalige FCL-Spieler befand zu Recht: «Wir hatten viel Ballbesitz. Damit zwangen wir die Zuger zu grosser Laufarbeit. Doch es mangelte uns an der nötigen Durchschlagskraft, um diese Überlegenheit auch in eine Führung ummünzen zu können.»

Dass sich die Luzerner nicht wunschgemäss durchzusetzen vermochten, lag auch am taktisch clever agierenden Zug 94. Trainer Roland Widmer hatte seinen Spielern ein massgeschneidertes, auf den FC Luzern ausgerichtetes Konzept verpasst. «Wir wussten, dass uns die spielstarken Luzerner ab der ersten Minute unter Druck setzen und sie uns nur wenig Torchancen zugestehen werden. Deshalb versuchten wir, defensiv solid zu stehen und schnelle Konterangriffe zu lancieren.»

Schiedsrichterin überstimmt Assistentin

Der taktische Plan des Zuger Trainers ging auf. In der 32. Minute tauchte Petar Ugljesic plötzlich allein vor dem Luzerner Tor auf und knallte den Ball zur Führung in den Netzhimmel. Die Luzerner Abwehrkräfte waren stehen geblieben, weil die SR-Assistentin an der Seitenlinie eine Offsideposition des Zuger Stürmers signalisierte. Doch Schiedsrichterin Staubli überstimmte ihre Assistentin und anerkannte den Treffer. Und weil Ugljesic in der 43. Minute erneut ins Schwarze traf, lag Zug 94 zur Pause plötzlich oder überraschend mit 2:0 Toren vorne.

Sechs Minuten nach der Pause nützte der Luzerner Rrezart Hoxha ein Missverständnis in der Zuger Abwehr eiskalt zum 1:2-Anschlusstreffer aus. In der Folge spielten sich hüben wie drüben strittige Szenen ab. In der 57. Minute legte Daniel Gygax auf den mitgelaufenen Nicola Peter zurück, der das vermeintliche 3:1 für die Gäste erzielte. Der korrekt erzielte Treffer wurde aberkannt, weil die Schiedsrichter-Assistentin an der Seitenlinie – trotz eines Rückpasses – Nicola Peter im Abseits wähnte. Der dritte Zuger Treffer fiel dann in der 74. Minute durch Mirzet Mehidic dennoch.

Umstrittene Szene nach Schiedsrichterball

Eine weitere strittige Szene bescherte den Luzernern in der 82. Minute den 2:3-Anschlusstreffer durch Idriz Voca. Der Zuger Verteidiger Mentor Latifi meinte nach dem Schlusspfiff empört: «Voca deutete beim Schiedsrichterball unmissverständlich an, dass er uns den Ball überlassen werde. Stattdessen knallte er das Spielgerät ins Tor.» War es ausgleichende Gerechtigkeit, dass die Schiedsrichterin nach einem kleinen Rempler im Luzerner Strafraum an Daniel Gygax auf den Elfmeterpunkt zeigte? Nicola Peter nahm das Verdikt gerne an und verwandelte den fälligen Penalty eiskalt zur Zuger 4:2-Führung. Kenan Fatkic brachte die Luzerner nochmals auf 3:4 heran. Doch den Gästen gelang es mit dem Glück des Tüchtigen, den wichtigen Sieg über die Zeit zu retten. Mit diesem Sieg verschafft sich Zug 94 etwas Luft im Abstiegskampf.

Hinweis

Resultate, Telegramm und ­Tabelle in der 1. Spalte.