Italien

Der Ball rollt auch in der Serie A wieder

Als letzte der Top-4-Ligen Europas nimmt die italienische Serie A den Spielbetrieb nach der Corona-Pause wieder auf. Bis am 2. August werden 12 Runden und vier Nachtragsspiele ausgetragen.

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Enges Duell um den Titel zwischen Lazio Rom mit Francesco Acerbi (Mitte) und Juventus Turin mit Leonardo Bonucci (links) und Merih Demiral (rechts)

Enges Duell um den Titel zwischen Lazio Rom mit Francesco Acerbi (Mitte) und Juventus Turin mit Leonardo Bonucci (links) und Merih Demiral (rechts)

KEYSTONE/EPA/FARIS GHAITH

Die Wiederaufnahme der Meisterschaft war im vom Coronavirus heftig gebeutelten Land eine Zangengeburt. Obwohl auch in Italien die TV-Verträge üppig sind und die TV-Gelder bei einzelnen Klubs mehr als 50 Prozent des Umsatzes ausmachen, wollten nicht alle wieder spielen. Die Diskussionen über die Art und Weise der Fortsetzung waren heftig, selten konstruktiv und die Verhandlungen mit Rechteinhabern und der Regierung bis zum Ende zäh.

Noch zwei Tage vor Wiederbeginn ist zum Beispiel unklar, was geschieht, wenn sich ein Spieler mit dem Coronavirus infiziert. Einzelisolation oder Mannschaftsquarantäne? Sieben oder vierzehn Tage? Die Regierung hat in Aussicht gestellt, diese für die Durchführung der letzten 12 Runden nicht unwesentliche Frage bis zum Anpfiff der ersten Partie am frühen Samstagabend ein für allemal zu klären.

Klar ist zumindest, dass die Entscheidungen um Titel, Europacup-Plätze und Abstieg im Notfall mit Playoffs fallen sollen. Und falls die Saison definitiv abgebrochen werden muss, soll zwar kein Meister gekürt werden, doch immerhin alle anderen Fragen (Champions-League- und Europa-League-Teilnehmer sowie Absteiger) mittels eines komplizierten mathematischen Algorithmus geklärt werden. Bis dieser allerdings so aufgestellt war, dass er von allen akzeptiert wurde, hatten sich tagelange und zähe Debatten hingezogen.

Da die Fallzahlen in den letzten Wochen jedoch stark gesunken sind und sich seit ein paar Tagen im Verhältnis zur Einwohnerzahl auf einem ähnlichen Niveau bewegen wie in der Schweiz, ist die Hoffnung gross, dass die ausstehenden 124 Partien bis am 2. August über die Bühne gebracht werden. In leeren Stadien zwar, aber immerhin.

Der Kampf um den Meistertitel ist dabei so spannend wie seit Jahren nicht mehr. Titelverteidiger und Serienmeister Juventus Turin und das Überraschungsteam Lazio Rom sind nur durch einen Punkt getrennt. Das Spitzenspiel zwischen Juventus und Lazio steht in der fünftletzten Runde am Montag, 20. Juli, auf dem Programm.

Als Prolog zur Serie A wurde der Cup zwischen Freitag letzter Woche und Mittwoch mit Halbfinal-Rückspielen und Final durchgeboxt. Lust auf mehr machten diese drei Geisterspiele nicht unbedingt. In 270 Minuten fielen ganze zwei Tore. Aber auch in Italien sagen sich die Fans: Spiele ohne Zuschauer und mit wenigen Toren sind immer noch besser als gar kein Fussball.