Fifa-Reform

Frauenquote, Transparenz, Amtszeit-Limite: So will die Fifa Ordnung schaffen

Das Fifa-Exekutivkomitee hat an seiner zweitägigen Sitzung einem umfassenden Reformpaket einstimmig zugestimmt. Demnach ist der Weg frei für eine Neuorganisation der Führung des Fussball-Weltverbandes.

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Fifa-Interrimspräsident Issa Hayatou informierte über die geplanten Reformen.

Fifa-Interrimspräsident Issa Hayatou informierte über die geplanten Reformen.

Keystone

Das Exekutivkomitee wird es in der heutigen Form nicht mehr geben. An seine Stelle tritt der "Fifa-Council" mit 36 Mitgliedern.

Der Fifa-Council, dem der Fifa-Präsident vorsitzt, überwacht die Entscheide des Generalsekretariats, hat aber keine exekutive Gewalt mehr. Somit verliert auch der Präsident an Einfluss. Er hat mehr repräsentativen Charakter. Mehr Macht bekommt dagegen der Generalsekretär, der dem Generalsekretariat vorsteht. Dieses trifft die wesentlichen Management-Entscheide.

Ob die Vorschläge der Reformkommission auch tatsächlich in den Fifa-Statuten Eingang finden, entscheidet der Fifa-Kongress am 26. Februar. Dannzumal wird auch der neue Fifa-Präsident und Nachfolger des derzeit suspendierten Joseph Blatter gewählt. Die Sitzung des Exekutivkomitees leitete in dieser Woche der Interimspräsident Issa Hayatou aus Kamerun.

WM wird nicht erweitert

Die WM-Endrunde wird vorläufig nicht auf 40 Mannschaften aufgestockt. Der Vorschlag einer Vergrösserung des WM-Teilnehmerfeldes wurde von der Fifa-Exekutive zwar nicht verworfen, er soll aber erst zu einem späteren Zeitpunkt vertieft diskutiert werden.

Eine Aufstockung wäre ohnehin erst für die WM 2026 (Austragungsland noch nicht bekannt) möglich gewesen. Für die Turniere von 2018 (Russland) und 2022 (Katar) war ein Teilnehmerfeld von 32 Mannschaften längst beschlossene Sache.

Die wichtigsten Punkte der Fifa-Reform:

Amtszeiten
Die Amtszeiten der Entscheider einschließlich des Fifa-Präsidenten sollen auf maximal zwölf Jahre (drei Amtszeiten à vier Jahre) begrenzt werden.

Klare Trennung
Der neue Fifa-"Council" soll das bisherige Fifa-Exekutivkomitee ersetzen und die Strategie des Unternehmens vorgeben. Das Generalsekretariat überwacht das operative und kommerzielle Geschäft. Die 36 Council-Mitglieder werden aus den Konföderationen entsandt und zuvor von der Fifa überprüft. Die Europäische Fußball-Union UEFA stellt neun Mitglieder.

Offenlegung der Gehälter
Künftig sollen die Gehälter des Präsidenten sowie von allen Mitgliedern des Councils und Generalsekretariats offengelegt werden. Auch die Bezahlung der Vorsitzenden der unabhängigen Kommissionen soll bekannt gemacht werden.

Vielfalt
Künftig soll es eine Frauenquote geben, unter anderem, um eine "vielfältigere Entscheidungskultur" zu schaffen.

Unabhängigkeit
Allen Komitees soll eine Mindestzahl unabhängiger Mitglieder angehören. Deren Aktivitäten sollen von einer Prüfungskommission überwacht werden.

Effektivität
Künftig wird es nur noch 9 statt der bisherigen 26 ständigen Komitees geben. Dadurch soll deren Arbeit effizienter werden, die Mitglieder sollen besser miteinbezogen werden.

Integrität
Mitglieder in ständigen Komitees müssen sich umfassenden Integritätschecks unterziehen. Ein unabhängiges Komitee soll dies überwachen.

Transparenz
Ein Komitee aus Interessenvertretern soll gegründet werden, um den Austausch zwischen der Fifa und den Spielern, Klubs sowie Ligen zu verbessern. (sda/sid/cze)