FC Basel
Für den FCB ist ein Sieg gegen St. Etienne Pflicht

Vor dem Europa League Rückspiel gegen die AS Saint Etienne steht FCB-Trainer Urs Fischer unter Druck. Da nur ein Sieg die Achtelfinalqualifikation bedeutet, setzt Fischer heute wohl wieder auf die Hilfe des im Hinspiel nicht berücksichtigten Matias Delgado.

Jakob Weber
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Kann Urs Fischer grosse Spiele? Gegen St. Etienne steht der Trainer unter Druck.

Kann Urs Fischer grosse Spiele? Gegen St. Etienne steht der Trainer unter Druck.

KEYSTONE/PETER KLAUNZER

Die Causa Matias Delgado beschäftigte nach der 2:3 Hinspielniederlage gegen die AS Saint Etienne Medien und Fans. FCB-Trainer Urs Fischer hatte seinen formstarken Captain in Frankreich auf die Bank beordert und musste nach dem Spiel kritische Fragen beantworten. Auch gestern verteidigt der Coach seinen Entscheid: «Klar wirft es Fragen auf, wenn man in einem Europa League Spiel den Captain draussen lässt, doch ich wollte etwas defensiver spielen, und sehe mich im Nachhinein bestätigt. St. Etienne war aus dem Spiel heraus nicht gefährlich.»

Bei der obligatorischen Pressekonferenz vor dem Rückspiel bei der anders als in der Liga sich auch immer ein sogenannter «Keyplayer» den Fragen der Journalisten stellt, brachte Fischer seinen Captain gleich mit. Und die Frage, die sich aufdrängt, liess nicht lange auf sich warten. Ob Schlüsselspieler Delgado denn jetzt im Rückspiel von Beginn an spielen werde?
«Matias ist meinen Plan eingeweiht.

Der Schlüsselspieler: Matias Delgado

Der Schlüsselspieler: Matias Delgado

Keystone

Mehr werde ich nicht verraten», antwortet Fischer, doch nicht nur das breite Grinsen seines Captains nach dieser Antwort deutet darauf hin, dass Delgado im Rückspiel für Fischer unverzichtbar ist. Fest steht, der FCB muss das Spiel gewinnen, um sich nicht vorzeitig aus dem internationalen Geschäft zu verabschieden. Da könnte gegen tief stehende Gäste ein Feingeist wie der Argentinier helfen, der den entscheidenden Pass spielt, punktgenaue Flanken schlägt oder auch einen allfälligen Penalty souverän verwandelt.

Delgado will offensiv brillieren

«Wir müssen gewinnen. Das macht es aus mentaler Sicht einfach. Wir müssen offensiv nach vorne spielen und aus den Chancen, die wir bekommen, möglichst viele Tore machen. Das Hinspiel war gut, aber jetzt geht es um die Wurst», gibt der Captain die Marschrichtung für das Rückspiel vor.

Der Trainer erwartet eine ähnliche Partie, wie vor einer Woche, als der FCB mit viel Ballbesitz weitestgehend dominierte. Von taktischem Geplänkel hält Fischer nichts: «Wir müssen von der ersten Sekunde an bereit für die Aufgabe sein und eine sehr gute Leistung zeigen.» Auf die Frage eines französischen Journalisten, ob der FCB plane, die in der Liga zuletzt offensichtliche Schwäche von St. Etienne in der Schlussphase auszunutzen, antwortet Fischer mit einem Augenzwinkern: «Ja, dann hoffen wir, dass sie noch einmal müde werden.» Um sofort trocken hinzuzufügen: «Statistiken sind für Statistiker. Wir brauchen 90 gute Minuten. Nicht nur eine gute Schlussphase.»

Kann Fischer grosse Spiele?

Nach eigener Aussage hat das Europa League Rückspiel für Fischer keine spezielle Bedeutung: «Der einzige Unterschied zum Liga-Spiel am Sonntag in Thun ist, dass wir uns in nur einem Spiel für die nächste Runde im internationalen Wettbewerb qualifizieren können. In der Vorbereitung auf die beiden Spiele ändert das jedoch nichts.» Eine Aussage, die verwundert, ist die Europa League doch das Zückerchen für die national erfolgsverwöhnten FCB-Fans. Auch auf Fischer lastet vor dem Rückspiel Druck. Denn scheidet der FCB gegen St. Etienne aus, muss sich der Coach erneut den Vorwurf gefallen lassen, dass er die wichtigen Spiele in der K. o.-Phase wie etwa im Sommer gegen Tel Aviv nicht gewinnt.

Verzichten muss der FCB gegen St. Etienne auf die Offensivkräfte Andraz Sporar und Jean-Paul Boëtius. Der slowenische Winterneuzugang Sporar zog sich im Abschlusstraining einen Sehnenriss im rechten Fuss zu und fällt bis zum Saisonende aus. Boëtius muss nach der gegen Vaduz erlittenen Sprunggelenksverletzung vier bis sechs Wochen pausieren.