Fussball

Fussball-Wettskandal erreicht Schweizer Challenge League

Der Wettskandal, der den italienischen Fussball erschüttert, erreicht nun auch die Schweiz. Der Schweizerische Fussballverband (SFV) vermutet Schiebereien in der Challenge League und hat bei der Bundesanwaltschaft Anzeige erstattet.

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Im Visier der Behörden: Matteo Gritti, der bis 2011 für Bellinzona im Tor stand

Im Visier der Behörden: Matteo Gritti, der bis 2011 für Bellinzona im Tor stand

Keystone

Vier Partien der eben beendeten Saison sollen von Spielern verfälscht worden sein, damit Hintermänner mit Wetten Gewinne einstreichen können. Das schreibt der Tages-Anzeiger. Der Schweizerische Fussballverband (SFV) hat bereits reagiert und bei der Bundesanwaltschaft Anzeige gegen unbekannt erstattet.

Aufmerksam geworden auf mutmasslich manipulierte Begegnungen ist der SFV laut dem Bericht wegen Verdachtsmeldungen des europäischen Dachverbands Uefa. Elektronische Überwachungssysteme hatten bei den fraglichen Spielen schwer erklärbare kurzfristige Wetteinsätze registriert.

«Die Bundesanwaltschaft prüft, ob die Fakten aus der aktuellen Anzeige die Eröffnung eines Strafverfahrens rechtfertigen», sagt deren Sprecherin Jacqueline Bühlmann gegenüber dem Tages-Anzeiger.

Tessiner Clubs im Fokus

Welche Clubs der Schiebereien verdächtig werden, dazu äussern sich der SFV und die Bundesanwaltschaft nicht. Unter Beobachtung steht laut Tagesanzeiger aber der FC Locarno. Vor allem das Spiel zwischen Locarno und Nyon vom 10. September 2011 hat es offenbar in sich. Locarno führte zur Pause 2:0, am Schluss stand es 2:2, dank einem späten Ausgleichstor.
2008 und 2009 sollen gemäss einem umfangreichen Haftbefehl eines Gerichts in Cremona auch Partien von Chiasso und Bellinzona geschoben worden sein.

Einen direkten Link zum Tessiner Fussball gibt es auch über zweit in Italien bereits verhaftete bzw. gesuchte Spieler, den Serben Almir Gegic und der Torhüter Matteo Gritti. Beide spielten in Chiasso. Gritti stand zudem für Lugano, Young Boys und bis 2011 für Bellinzona im Tor.