Internationale Liga

Neu geschaffene Nations League: Schweizer Nati spielt gegen Belgien und Island – die Gegner im Porträt

Die Schweiz trifft in der kommenden Saison erstmals ausgetragenen Nations League in den Gruppenspielen der Liga A auf Belgien und Island. Die Nations League soll die Testspielphase der Nationalmannschaften attraktiver machen. Das Team von Vladimir Petkovic beginnt zu Hause gegen Island.

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Machbares Los für die Schweiz bei der ersten Austragung der Nations League

Machbares Los für die Schweiz bei der ersten Austragung der Nations League

Keystone

Die insgesamt sechs Partien jeder Gruppe (je vier pro Team, je zwei Heim- und Auswärtsspiele) werden im kommenden Herbst zwischen dem 6. und 11. September, dem 11. und 16. Oktober sowie dem 15. und 20. November ausgetragen. So sieht der Spielplan der Schweizer Gruppe A2 aus:

Sa 8.9. 18:00 Schweiz-Island

Di 11.9. 20:45 Island-Belgien

Fr 12.10. 20:45 Belgien-Schweiz

Mo 15.10. 20:45 Island-Schweiz

Do 15.11. 20:45 Belgien-Island

So 18.11. 20:45 Schweiz-Belgien

Die vier Gruppensieger der Liga A spielen Anfang Juni 2019 um den Titel in der Nations League. Die vier Gruppenletzten steigen in die Liga B ab und werden durch deren vier Gruppensieger ersetzt.

Vom September bis November werden in Hin- und Rückspielen die Gruppensieger ermittelt. In einem Final Four vom 5. bis 9. Juni 2019 spielen dann die vier Gruppensieger um den Titel. Die Letztklassierten der Gruppen der Ligen A, B und C steigen ab, die Gruppensieger der Ligen B, C und D steigen auf.

Die Nations League soll die bis anhin bekannte Testspielphase attraktiver machen. Zudem bietet die neue Nations League auch sämtlichen Nationalmannschaften eine zusätzliche Chance, sich für die Europameisterschaft 2020 zu qualifizieren.

In jeder Liga machen die jeweils vier Gruppensieger in einem Playoff im März 2020 einen weiteren EM-Teilnehmer unter sich aus (Halbfinals und Final, jeweils in einem Spiel). Hat sich ein Gruppensieger bereits über die traditionelle Qualifikationsphase (März bis November 2019) das EM-Startrecht gesichert, geht sein Platz an die nächstbeste Mannschaft der betreffenden Liga.

Mit diesem Modus ist gewiss, dass sich eines der schwächsten 16 Teams, zu denen unter anderen Liechtenstein gehört, auf jeden Fall einen Startplatz unter den 24 Endrunden-Teilnehmern der EM 2020 sichern wird.

Das sind die Schweizer Gegner im Porträt:

Belgien: Unter Martinez wieder auf Kurs

Die Verwunderung war gross in Belgien, als der Verband nach der enttäuschenden EM 2016 Roberto Martinez zum Nachfolger von Nationalcoach Marc Wilmots ernannte. Denn der Spanier hatte mit Engagements bei Swansea City, Wigan Athletic und Everton keine grosse Trainer-Vita vorzuweisen. Doch er überzeugte ohne Verzögerung. Die ersten vier Pflichtspiele bis zum Jahresende gewann Belgien allesamt und schoss dabei 21 Tore. Am Ende der erfolgreichen WM-Qualifikation war Belgien mit 28 Punkten und 43:6 Toren hinter Weltmeister Deutschland die Nummer 2 von Europa.

Martinez krempelte personell wenig um, doch unter ihm wurden die Stars der so genannt goldenen Generation ihrem Renommee wieder gerecht. Chelseas Eden Hazard zeigte endlich auch im Nationalteam konstant gute Leistungen. Romelu Lukaku avancierte wieder zum Goalgetter und traf in der Qualifikation elf Mal. Und nicht ganz unwichtig: Radja Nainggolan, der nicht einfach zu führende Mittelfeldspieler der AS Roma, besetzt unter Martinez nur noch eine marginale Rolle.

Belgien in Zahlen. Gründung Verband: 1895. - FIFA-Ranking (Januar 2018): 5. - Trainer: Roberto Martinez (ESP/seit 2016). - WM-Teilnahmen (12): 1930, 1934, 1938, 1954, 1970, 1982, 1986, 1990, 1994, 1998, 2002, 2014. - Bestes WM-Resultat: 4. Platz (1986). - EM-Teilnahmen (5): 1972, 1980, 1984, 2000, 2016. - Bestes EM-Resultat: Final (1980). - Bilanz gegen die Schweiz: 27 Spiele, 13 Siege, 6 Unentschieden, 8 Niederlagen.

Island: Ein Märchen, das keine Eintagsfliege ist

Was wurde 2016 nicht alles geschrieben über das isländische EM-Märchen in Frankreich. Keine Story liessen die Medien aus. Vom Torhüter Hannes Halldorsson, der auch ein Filmregisseur ist. Vom Captain und Einwerfer Aaron Gunnarsson, dessen Bruder Handball-Profi in der deutschen Bundesliga ist. Oder von den vielen Trainingshallen, deren Bau das Fussball-Wunder erst ermöglichte.

Die Liste der wunder- und manchmal auch sonderbaren Geschichten der Isländer lässt sich erweitern. Seit der EM und dem Rücktritt von Lars Lagerbäck ist Heimir Hallgrimsson allein verantwortlich für das Team. Doch das Amt des Nationaltrainers füllt ihn nicht ganz aus; er arbeitet weiterhin als Zahnarzt in der eigenen Praxis. "Auf meiner Insel wohnen 4000 Menschen. Die brauchen einen Zahnarzt."

Dass das EM-Märchen keine Eintagesfliege war, zeigte sich bei der erfolgreichen WM-Qualifikation. Dort setzte sich Island gegen Kroatien, die Ukraine und die Türkei durch. Im kommenden Sommer wird Island damit erstmals in seiner Geschichte bei einer Weltmeisterschaft dabei sein.

Island in Zahlen. Gründung Verband: 1947. - FIFA-Ranking (Januar 2018): 20. - Trainer: Heimir Hallgrimsson (seit 2013). - WM-Teilnahmen (0). - EM-Teilnahmen (1): 2016 (Viertelfinal). - Bilanz gegen die Schweiz: 6 Spiele, 0 Siege, 1 Unentschieden, 5 Niederlagen.

Die Gruppeneinteilung der Nations League

Liga A. Gruppe 1: Deutschland, Frankreich, Niederlande. - Gruppe 2: Belgien, Schweiz, Island. - Gruppe 3: Portugal, Italien, Polen. - Gruppe 4: Spanien, England, Kroatien.

Liga B. Gruppe 1: Slowakei, Ukraine, Tschechien. - Gruppe 2: Russland, Schweden, Türkei. - Gruppe 3: Österreich, Bosnien-Herzegowina, Nordirland. - Gruppe 4: Wales, Irland, Dänemark.

Liga C. Gruppe 1: Schottland, Albanien, Israel. - Gruppe 2: Ungarn, Griechenland, Finnland, Estland. - Gruppe 3: Slowenien, Norwegen, Bulgarien, Zypern. - Gruppe 4: Rumänien, Serbien, Montenegro, Litauen.

Liga D. Gruppe 1: Georgien, Lettland, Kasachstan, Andorra. - Gruppe 2: Weissrussland, Luxemburg, Moldawien, San Marino. - Gruppe 3: Aserbaidschan, Färöern, Malta, Kosovo. - Gruppe 4: Mazedonien, Armenien, Liechtenstein, Gibraltar.

Modus: Die Gruppenphase wird von September bis November 2018 in Hin- und Rückspielen bestritten. Die vier Gruppensieger der Liga A spielen vom 5. bis 9. Juni 2019 in Halbfinals und Final den Nations-League-Titel aus. Die Gruppensieger der übrigen Ligen steigen in die nächsthöhere Liga auf, die schlechtesten Teams jeder Gruppe in den Ligen A bis C steigen ab. Zudem ermitteln die vier bestklassierten Mannschaften jeder Liga, die sich nicht auf regulärem Weg für die EM 2020 qualifiziert haben, Ende März 2020 in Playoffs je einen EM-Teilnehmer.