FC Basel
Saint-Étienne? Urs Fischer kennt bisher nur ein Detail

Alex Frei beschert seinem Ex-Club mit der AS Saint-Étienne bei der Auslosung der Sechzehntelfinals in der Europa League eine machbare Aufgabe. Saint-Étienne ist zwar französische Rekordmeister, doch die Glanzzeiten liegen lange zurück.

Jakob Weber
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Gelson Fernandes stand von 2009 bis 2012 beim FCB-Gegner Saint-Étienne unter Vertrag. Key/PHILIPPE VACHER

Gelson Fernandes stand von 2009 bis 2012 beim FCB-Gegner Saint-Étienne unter Vertrag. Key/PHILIPPE VACHER

KEYSTONE

Losfee Alex Frei liess die FCB-Fans bei der Auslosung der Sechzehntelfinals der Europa League in Nyon lange warten. Erst in der letzten, der 32. Loskugel, befand sich der Zettel mit der Aufschrift FC Basel. Den grossen Namen Dortmund, Valencia oder Sevilla ist der FCB damit aus dem Weg gegangen.

Stattdessen trifft der Schweizer Serienmeister auf Saint-Étienne, den momentan Siebten der französischen Ligue 1, der zum ersten Mal überhaupt die Gruppenphase der Europa League überstanden hat. In einer Gruppe mit Lazio Rom, Dnipro Dnipropetrowsk und Rosenborg Trondheim. Es ist ein optimales Los für den FCB: Keine aufwändige Anreise (St. Etienne ist 55 Flugminuten von Basel entfernt) und sportlich eine machbare Aufgabe.

Für Saint-Étienne, das seine internationalen Glanzzeiten in den Siebzigerjahren hatte und bis heute französischer Rekordmeister ist, ist diese Qualifikation neben dem Gewinn des Ligue-Cups 2013 das Highlight der jüngeren Vereinsgeschichte. 1976 wären die Franzosen um ein Haar Sieger des Europapokals der Landesmeister geworden.

Doch den Final im Glasgower Hampden Park verlor Saint-Étienne gegen Bayern München denkbar unglücklich mit 0:1. Zweimal rettete die Torumrandung für den bereits geschlagenen Bayern-Goalie Sepp Maier. Da das Gebälk seinerzeit noch eckig war, überquerte der Ball in beiden Fällen nicht die Linie. Noch heute weiss in Saint-Étienne jeder, was gemeint ist, wenn jemand von den «poteaux carrés», den eckigen Pfosten, spricht.

Platini spielte für Saint-Étienne

Auch die französischen Fussballgrössen Michel Platini und Laurent Blanc spielten, ehe sie den Sprung ins Ausland wagten, drei Jahre erfolgreich für die Grün-Weissen. Das letzte Talent, das in Saint-Étienne zu internationaler Klasse reifte, war Dortmunds Sturmrakete Pierre-Emerick Aubameyang.

Im aktuellen Kader der Franzosen findet man dagegen nur einen klangvollen Namen: Pogba. Innenverteidiger Florentin ist der Bruder von Juves Star Paul Pogba. Ansonsten verteilte sich die Aufgabe des Toreschiessens bei den Franzosen – die in der Gruppenphase zehn Treffer erzielten – auf sechs verschiedene Spieler.

Auch FCB-Trainer Urs Fischer kennt Saint-Étienne noch gar nicht: «Vom aktuellen Team ist mir nicht viel bekannt. Ich weiss nur, dass der Schweizer Nationalspieler Gelson Fernandes vor ein paar Jahren für Saint-Étienne gespielt hat.» Der FC Basel muss sich vor dem Gegner nicht fürchten und geht als Favorit in die Sechzehntelfinals.

Auch Fischer gibt sich zuversichtlich: «In der Europa League gibt es keine einfachen Gegner mehr, aber wir haben ein Los bekommen, das Hoffnungen auf eine Achtelfinalqualifikation zulässt.» Ein Vorteil für den FCB, der nach wie vor vom Europa-League-Final am 18. Mai im eigenen Stadion träumt, ist das Heimrecht im Rückspiel. Am 18. Februar geht es für die Basler im erst dritten Pflichtspiel 2016 zuerst nach Frankreich, eine Woche später reisen die Franzosen dann in die Schweiz. Dann wird Urs Fischer Saint-Étienne besser kennen.