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Schönbächler moniert die fehlende Aggressivität

Nach den starken Vorstellungen in der Vorrunde mit dem Debüt in der Nationalmannschaft, läuft es FCZ-Flügel Marco Schönbächler nicht mehr rund.

Markus Brütsch
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Marco Schönbächler will gegen YB zu alter Form zurückfinden. KEY

Marco Schönbächler will gegen YB zu alter Form zurückfinden. KEY

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Das strahlende Frühlingswetter will so gar nicht zu Marco Schönbächlers Stimmungslage passen. Im Herbst noch einer der ganz grossen Leistungsträger des FC Zürich, kommt der 25-Jährige in diesem Jahr nicht auf Touren. In der Vorrunde endlich und überzeugend den Ruf losgeworden, ein ewiges Talent zu sein, ist der 25-Jährige wie das ganze Team in die Mittelmässigkeit zurückgefallen.

Dabei hatte dieses vor sechs Wochen die Rückrunde derart vielversprechend begonnen, dass die Fussballschweiz dachte: Oha, der FCZ will es aber wissen. Schönbächler hatte an die starke Form der ersten Saisonhälfte angeknüpft und zum 4:1-Sieg in St. Gallen ein Tor und einen Assist beigesteuert.

Elf Punkte Rückstand auf Basel

Seither ist jedoch einiges den Bach runtergegangen. Ausser dem Sieg im Derby gegen GC gab es zwei Unentschieden und zwei Niederlagen, sodass der FCZ in der Rückrundentabelle nur auf Rang 5 liegt und nach 24 Spieltagen mit elf Punkten Rückstand auf Leader Basel aus dem Meisterrennen ausgeschieden ist. «Wir ärgern uns selber am meisten darüber», sagt Schönbächler.

«Wir zeigen nur noch Ansätze von dem, was uns zuvor ausgezeichnet hat. Und das ist ganz einfach zu wenig.» Dafür, dass dies auch auf ihn zutrifft, gibt es immerhin triftige Gründe. «Seit ein paar Wochen plage ich mich ständig mit Blessuren herum», sagt Schönbächler. «Es sind zwar keine gravierenden Verletzungen und meistens konnte ich trainieren, in Form zu kommen ist aber schwierig.»

Schönbi leidet an Bauchmuskelschmerzen

Vor dem wegweisenden Spiel um Rang 2 gegen die Young Boys von morgen Sonntag in Bern plagen ihn Bauchmuskelschmerzen, die vor einer Woche im Spiel gegen Sion aufgetreten sind. Schönbächler konnte nur reduziert trainieren und es bleibt offen, ob er fit genug ist, um ins Stade de Suisse einzulaufen. Damit nicht genug: Gestern Nachmittag musste er die Meldung verdauen, dass ihn Coach Vladimir Petkovic nicht für die Länderspiele gegen Estland und die USA nominiert hat. «Ich hätte mir ein Aufgebot erhofft», sagt Schönbächler, der im vergangenen November beim 4:0 gegen Litauen in der Nati debütiert hatte.

Allerdings ist er nach 191 Super-League-Spielen erfahren genug, um zu wissen, wie schnell sich seine Situation auch wieder zum Guten verändern kann. Während für Trainer Urs Meier die nicht optimale Vorbereitung mit vielen Abwesenden die Hauptursache für die enttäuschenden Zürcher Leistungen ist, sind die Probleme nach Schönbächlers Auffassung eher hausgemacht. «Die Batterien von Chikhaoui, Chermiti und Etoundi sind nach deren Rückkehr vom Afrikacup leer gewesen», sagt Meier, «und die beiden Tunesier mussten darüber hinaus das von vielen Nebengeräuschen begleitete Ausscheiden im Viertelfinal verkraften.»

Zu wenig agressiv

Schönbächler hat zwar schon auch festgestellt, dass Captain Chikhaoui noch nicht wieder der «Alte» ist, nimmt aber das gesamte Team in die Pflicht, wenn er sagt: «Wir sind zu wenig aggressiv.» Verstehen kann er dies nicht.«Sie sollten sehen, wie es bei uns im Training zugeht. Da fliegen die Fetzen. Weshalb wir diese Kampfkraft nicht mit ins Spiel nehmen können, ist mir ein Rätsel.»

Schönbächler weiss: Kann der FCZ in Bern den Schalter nicht umlegen, dann drohen ihm die achte Saisonniederlage und ein Siebenpunkterückstand auf YB. Vielleicht ist es ganz gut, auswärts und auf dem topfebenen Kunstrasen zu spielen und nicht im holprigen Letzigrund, wo der FCZ seit dem 5. Oktober kein Heimspiel mehr gewonnen hat.

«Wenigstens wird YB nicht bloss hinten reinstehen, wie es Thun, Aarau und zuletzt Sion getan haben», hofft Schönbächler, dass der FCZ endlich wieder einmal Raum für sein schnelles Kombinationsspiel findet. In welchem dann auch die persönlichen Stärken des flinken und technisch beschlagenen Flügelstürmers wieder zum Tragen kommen. Die ihm möglicherweise im kommenden Sommer nach insgesamt dreizehn Jahren FCZ ablösefrei einen Transfer ins Ausland bescheren.

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