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Die ungewohnte Rolle für Bayern München vor dem Gastspiel in Dortmund

Am Samstag findet in Dortmund das Spitzenspiel der Fussball-Bundesliga statt. Der Serienmeister aus München nimmt eine ungewohnte Rolle ein – jene des Herausforderers.
Daniel Good
Dortmunds Fussballspieler sind im Hoch. (AP/Manu Fernandez)

Dortmunds Fussballspieler sind im Hoch. (AP/Manu Fernandez)

Das Fussballstadion in Dortmund fasst mehr als 80000 Zuschauer. Der Zuschauerdurchschnitt ist seit 19 Jahren so hoch wie nirgendwo sonst in Deutschland. Für das Spiel vom Samstag ist die Arena aber viel zu klein.

Es hätten wohl eine Million Eintrittskarten verkauft werden können. Denn der Vergleich zwischen Dortmund und Bayern München ist in diesem Herbst so brisant wie seit mehr als fünf Jahren nicht mehr.

Der Sieg in der Champions League

Am 25. Mai 2013 standen sich die beiden Mannschaften im ­Final der Champions League im Londoner Wembleystadion gegenüber. Für die Bayern begann in jener Saison eine unvergleichliche Erfolgsserie. Sie gewannen den Final der europäischen Königsklasse dank eines Tores von Arjen Robben in der 89. Minute 2:1. Zugleich holte der Rekordmeister 2013 den ersten von sechs Meistertiteln in Folge.

Vier Punkte Vorsprung

Im Vorfeld dieser Saison deutete fast alles darauf hin, dass die Vorherrschaft der Bayern für viele weitere Jahre Bestand haben würde. Der Titelverteidiger gewann auch die ersten sieben Meisterschaftsspiele. Aber dann geriet Sand ins Getriebe der Bayern, derweil Dortmund immer besser in die Gänge kam.

Nach elf Runden und knapp einem Drittel des Meisterschaftspensums hat Leader Dortmund schon vier Punkte Vorsprung auf München. Damit ist der Schaden für die Bayern noch im Rahmen, aber eine Niederlage dürfen sie sich gegen den Rivalen nicht leisten.

Dortmund ist wieder eine Macht

Denn Dortmund ist wieder eine Macht, spielt unter dem neuen Trainer Lucien Favre Traumfussball und blieb in den ersten 15 Spielen dieser Saison ohne Niederlage. Die Rekordserie riss erst am Dienstag dieser Woche. In der Champions League verlor Dortmund auswärts gegen Atlético Madrid 0:2. Das war eher ein Betriebsunfall vier Tage vor dem Gipfeltreffen der Bundesliga. Denn Dortmund ist so gut wie sicher für die Achtelfinals der Champions League qualifiziert.

Die jungen Wilden

Was die Bayern beunruhigen muss: Die Truppe aus Dortmund ist im Gegensatz zu den Münchnern ausgesprochen jung. Der Engländer Jardon Sancho sogar erst 18-jährig, aber bereits ein Leistungsträger. Die Dortmunder sind schnell auf den Beinen und hungrig nach Erfolg. Favre hat die Mannschaft klug zusammengestellt und die vielen neuen Spieler in wenigen Monaten zu einer Einheit geformt. Wenn das Team zusammenbleibt, haben die Dortmunder rosige Zeiten vor sich und müssen sich selbst vor den Bayern nicht mehr fürchten.

Favre ohne Gnade

Und sollten die Begehrlichkeiten anderer Clubs zu gross werden, ist Dortmund durchaus in der Lage zu kontern. Die Westfalen haben sicher noch mehr als 100 Millionen Euro auf der hohen Kante. In der vergangenen Saison lösten sie für die Transfers von Ousmane Dembélé und Pierre-Emerick Aubameyang fast 200 Millionen. Die acht neuen Spieler für diese Saison waren hingegen vergleichsweise günstig. Axel Witsel, Mittelfeldakteur des WM-Halbfinalisten Belgien, kam für nur 20 Millionen.

Favre mistete auch aus. Zehn Spieler mussten nach der bescheidenen Vorsaison gehen. Der verdiente Nuri Sahin, der auch schon für Real Madrid und Liverpool im Einsatz stand, wurde für nur eine Million nach Bremen weitergereicht. Verlängert bis 2023 wurde hingegen der Vertrag mit Marco Reus, der aus Dortmund stammt.

Reus ist auch ausserhalb des Spielfelds die Identifikationsfigur des Traditionsclubs. Reus ist verletzungsanfällig, aber einer der besten deutschen Spieler. Er erzielte in dieser Saison schon neun Tore. «Ich spürte, dass sich hier etwas entwickelt», sagt Captain Reus über die ersten Monate mit Favre.

Unterwürfiger Hoeness

Es ist schon lange her, dass Dortmund vor der Direktbegegnung in der Tabelle vor den Bayern stand. Am 11. April 2012 gewann Dortmund dank eines Tores des heutigen Bayern-Spielers Robert Lewandowski 1:0 und wurde in jener Saison zum bis heute letzten Mal Meister. Bayerns Präsident Uli Hoeness ist sich der neuen Rolle seines Clubs bewusst, wenn er sagt: «Wir reisen als Aussenseiter an.»

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