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FUTSAL: Beim Futsal geht es zur Sache

Schnell, attraktiv und spannend. So gestaltet sich Futsal. Und mittendrin die Luzernerinnen, die beim Masters Cup in Wolhusen zu überzeugen vermögen.
Theres Bühlmann
Oben: Stefanie Häfliger vom Futsal Club Luzern versucht, den Ball an ihrer Gegenspielerin vorbeizuspielen. Unten: Es locken nicht nur Pokale, manchmal müssen auch Schmerzen und Verletzungen hingenommen werden. (Bilder: Roger Grütter (Wolhusen, 21. Januar 2018))

Oben: Stefanie Häfliger vom Futsal Club Luzern versucht, den Ball an ihrer Gegenspielerin vorbeizuspielen. Unten: Es locken nicht nur Pokale, manchmal müssen auch Schmerzen und Verletzungen hingenommen werden. (Bilder: Roger Grütter (Wolhusen, 21. Januar 2018))

Theres Bühlmann

theres.buehlmann@luzernerzeitung.ch

Zimperlich sind sie nicht, die Spielerinnen. Und geschenkt wird auch nichts. Mit viel Kampf und Herzblut ging es in Wolhusen zur Sache. Aber alles immer im fairen Rahmen. Zur Austragung gelangte das Finalturnier des Masters Women’s Cup im Futsal, einer attraktiven Variante des Hallenfussballs. Diese Spielart hat ihren Ursprung in Südamerika, in Uruguay. Das Wort Futsal stammt aus der Verbindung von «Futbol de Sala» oder «Futebol de salão», wird ohne Banden gespielt und mit fliegenden Wechseln.

Es war also angerichtet in der Berghof-Sporthalle in Wolhusen. Am Samstag waren sechs NLB-Teams am Werk, am Sonntag jene zehn der NLA. Alle Equipen mussten sich für diesen Endkampf qualifizieren. Dies schaffte auch der Futsal Club Luzern, bestehend seit 2015, unter dem Trainerduo Timo Glanzmann und Jonas Florin. Die Zuschauer bekamen technisch hochstehende Duelle zu sehen und spannende Szenen. Sie geizten nicht mit Applaus und lobenden Worten, «toll gemacht» oder litten auf der Tribüne mit, «Mensch, wo läuft sie denn hin?»

Ein geduldiger Fahrlehrer als Trainer

Mit Besonnenheit coachte Timo Glanzmann sein Team, ruhig und fokussiert. Überhaupt zeichnet sich der 34-jährige Wolhuser durch eine Engelsgeduld aus, erklärt Laien die Regeln (siehe Kasten). Im Gespräch wird klar, weshalb er über ein immenses Mass an Geduld verfügt: Er ist im zivilen Leben Fahrlehrer und gehört auch dem OK an, welches aus fünf Frauen und ihm besteht und in Wolhusen alles im Griff hatte.

Ein OK übrigens, welches seit Jahren, mit einzelnen Rochaden, nicht nur den Masters Women’s Cup, sondern auch die Masters Women’s League organisiert, letzteres ist mit einer Meisterschaft vergleichbar und gelangt in diesem Jahr zum zweiten Mal zur Austragung. Die Futsal-Frauen sind nicht, wie die Männer, beim Schweizerischen Fussballverband integriert, organisieren sich deshalb selber. «Wir machen dies dem Sport und den Spielerinnen zuliebe», sagte Timo Glanzmann.

Der lange Weg zur Meisterschaft

1986 bekam der Gehörlosen-Sportclub Aarau eine Abteilung Futsal, bei der sich Timo Glanzmann später auch als Spieler und Trainer engagierte. 2001 wurde dann auch eine Frauenequipe für Spielerinnen mit Hörbehinderungen gegründet, später kamen drei weitere Teams dazu, die aber lediglich Freundschaftsspiele bestritten. Um dies zu ändern und um auch hörenden Frauen diesen Sport näherzubringen, haben Futsal-Enthusiasten 2008 die Organisation Futsal Masters gegründet, um Turniere zu organisieren. Damals spielte noch ein einziges Team mit ausschliesslich hörbehinderten Spielerinnen mit, heute keines mehr.

Doch der «harte Kern» blieb zusammen und ist nun mit Engagement und Freude beim Organisieren dabei. Alle OK-Mitglieder sind hörbehindert. Timo Glanzmann möchte so auch die Integration fördern und Hürden zwischen Hörbehinderten und Hörenden abbauen. Eine schöne Geste des OKs: Mit dem Erlös wird ein Fussball-Camp für Strassenkinder in Kenia unterstützt.

Luzernerinnen holen sich Rang drei

Zurück zu den Luzernerinnen. In diesem Team dabei ist auch die 23-jährige Giulia Monegat aus Ruswil, die seit zehn Jahren Fussball spielt, seit drei Jahren dem Futsal frönt und einst auch beim vormaligen NLB-Club Aarau auf Rasen spielte. «Doch beides ist neben meiner Arbeit als Kauffrau nicht mehr möglich», hielt sie fest. Sie mag vor allem die Schnelligkeit und die technischen Möglichkeiten, welche Futsal auszeichnen. Und schnell waren sie, die Luzernerinnen. Und technisch versiert. Luzern erreichte vor einem Jahr den Final, musste sich damals dem Team aus Jona, welches nun unter dem Namen SC Rappiranhas auf Punktejagd geht, mit 1:2 geschlagen geben.

Am Sonntag schaffte es die Mannschaft bis in den Halbfinal, verlor aber gegen den späteren Sieger GC Zürich U19 mit 2:0, behielt dann im Kampf um Platz 3 gegen Rappiranhas im Penaltyschiessen die Oberhand. «Natürlich hätten wir gerne gewonnen», blickte Timo Glanzmann zurück. «Aber GC Zürich ist ein verdienter Sieger und ich betrachte Rang 3 trotzdem als Erfolg.»

In der Meisterschaft wird der Halbfinal angepeilt

Luzern, das Team bei dem die Hälfte der Spielerinnen in verschiedenen Clubs auch auf Rasen spielt, ist auch in der Meisterschaft involviert und liegt nach vier Spielen auf Platz 6 (sieben Teams sind dabei.) «Ich bin zuversichtlich, dass wir in den noch verbleibenden zwei Partien die nötigen Punkte holen, um so den Halbfinal noch zu erreichen«, so Glanzmann. Schon deshalb, weil der Halbfinal am 11. Februar in der Wartegghalle in Luzern stattfindet.

Masters Women’s Cup

Wolhusen (Berghofhalle). NLA. Spiele der Luzernerinnen: Luzern – Uni Bern 1:1. Eschen­bach (SG) – Luzern 0:1. Derendingen – Luzern 0:3. Luzern – Rappiranhas 0:0. – Halbfinals: Rappiranhas – Baden 0:1. 2. GC Zürich U19 – Luzern 2:0. – Spiel um Platz 3: Rappiranhas – Luzern 1:1, 2:3 n. P. – Final: Baden – GC Zürich U19 0:2.

Schlussranglisten NLA: 1. Grasshoppers Zürich U19. 2. Jester 04 Baden. 3. Luzern. 4. Rappiranhas. 5. Derendingen. 6. Olympique Basel. 7. Team Bulle. 8. Uni Bern. 9. FC Eschenbach (SG). 10. Lion. – NLB: 1. FC Blue­stars Zürich. 2. Winti Panthers. 3. Team YB/Wyler U17. 4. FC Winterthur. 5. FC Schattdorf. 6. Maniacs.

Für die Teilnehmerinnen lockten Pokale. (Bild: Roger Grütter (Wolhusen, 21. Januar 2018))

Für die Teilnehmerinnen lockten Pokale. (Bild: Roger Grütter (Wolhusen, 21. Januar 2018))

Manchmal müssen auch Schmerzen und Verletzungen hingenommen werden. (Bild: Roger Grütter (Wolhusen, 21. Januar 2018))

Manchmal müssen auch Schmerzen und Verletzungen hingenommen werden. (Bild: Roger Grütter (Wolhusen, 21. Januar 2018))

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