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GC-Präsident Rietiker: «Es gab ganz klare Drohungen gegen Spieler»

GC-Chaoten provozierten am Sonntag in der Luzerner Swisspor-Arena einen Spielabbruch. GC-Präsident Stephan Rietiker verteidigt am Montag seinen Entscheid, mit den Chaoten zu verhandeln: «Das war kein Kniefall. Wir sind deeskalierend vorgegangen.»
GC-Präsident Stephan Rietiker spricht am Montag an einer Medienkonferenz über den Abbruch. (Bild: Ennio Leanza/Keystone, Zürich, 13. Mai 2019)

GC-Präsident Stephan Rietiker spricht am Montag an einer Medienkonferenz über den Abbruch. (Bild: Ennio Leanza/Keystone, Zürich, 13. Mai 2019)

(jvf) Es sind markante Worte, die Stephan Rietiker am Montag vor den Medien wählt. Der GC-Präsident spricht am Tag nach dem Abstieg des Grasshopper Clubs über die «Schande von Luzern», als Chaoten aus dem Gästesektor über den Zaun geklettert sind und einen Spielabbruch provoziert haben. Er sagt: «Ich wollte verhindern, dass es 10 bis 15 Verletzte gibt, die mit einem Eisenrohr geschlagen werden und blutüberströmt liegen bleiben.» Er habe die Bilder noch im Kopf, als der FC Zürich vor drei Jahren abgestiegen ist. Damals stürmten Chaoten in die Katakomben des Zürcher Letzigrunds.

Rietiker verteidigt seinen Entscheid, mit den Chaoten zu verhandeln und ihnen die Trikots aller GC-Spieler zu übergeben: «Das war kein Kniefall. Ihr könnt mich als Weichei betiteln, aber ich habe unter Druck entschieden, dass wir die geforderten Trikots abliefern.» Er sei deeskalierend vorgegangen und habe Schlimmeres verhindert.

Es sind beängstigende Details, die Rietiker von sich gibt: «Es wurden ganz klare Drohungen gegen Spieler und Betreuer ausgesprochen. Die sagten, sie wüssten, wo die Leute wohnen und würden diese zu Hause besuchen.» Die Entscheidung, die Trikots abzuliefern, habe er «contre cœur» gefällt: «Diese Geste haben wir dem Frieden zuliebe gemacht. In Luzern kam das gut an, viele Leute haben mir gedankt.»

Rietiker fordert Mischung zwischen Dialog und Repression

Weiter erzählt er, wie er den Unterbruch erlebt habe. Die Chaoten hätten mit einem Repräsentanten des Klubs sprechen wollen. Für Rietiker war klar, dass er persönlich vor den Gästesektor geht. «Die Diskussion war aber nicht zielführend. Die wollten, dass sich die Spieler vor dem Gästesektor nackt ausziehen. Das habe ich klar abgelehnt.»

Ihm sei aber auch klar, dass solche Verhandlungen in Zukunft nicht zielführend seien. «Die Politik, der Fussballverband und die Klubs sind nun gefragt. Es braucht eine Mischung zwischen Dialog und Repression.» Autosünder werden in der Schweiz härter bestraft als viele Kriminelle.

Auf die Frage, ob die GC-Kurve von Rechtsextremen unterwandert sei, meinte Rietiker:

«Das weiss ich nicht, das wäre aber ganz schlimm.»

Uli Forte bleibt Trainer

Weiter äusserte sich Rietiker über den Abstieg in die Challenge League: «Vielleicht ist es gar nicht so schlecht, dass wir absteigen. Das gibt uns Gelegenheit, uns fundamental zu restrukturieren.» Rietiker sprach über den teuren GC-Campus und die vielen Transfers, die man im letzten Jahr getätigt habe – es waren 39. Uli Forte sei bewusst als Trainer geholt worden, der den Wiederaufstieg bewerkstelligen könne. Rietiker sagte, er sehe die Situation als Aufbruch. Um diese Aussage beendete er die Medienkonferenz mit den Worten:

«So, ez müemmer ad Arbet Uli. Vamos!»

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