Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Geduldiger Akrobat: Dem Zuzwiler Elias Allenspach gehört in der Halfpipe die Zukunft

Am 16. Januar startet Elias Allenspach am Halfpipe-Weltcup in Laax. Noch fehlt dem 17-Jährigen Routine, doch besitzt er laut seinem Trainer grosses Potenzial – und hat seinen Teamkollegen bereits etwas voraus.
Philipp Wolf, Davos
Elias Allenspach will diese Saison weitere Wettkampferfahrung sammeln. (Bild: PD)

Elias Allenspach will diese Saison weitere Wettkampferfahrung sammeln. (Bild: PD)

Für einmal ist Elias Allenspach nicht draussen im Schnee, in seinem Element. Starker Schneefall zwang die Snowboarder diese Woche ihr Training nach drinnen zu verlegen. Das tut der Stimmung des 17-Jährigen jedoch keinen Abbruch. Im schmucklosen Bistro einer Davoser Turnhalle strahlt der Zuzwiler Gelassenheit und Spitzbübigkeit aus. Er grinst verschmitzt, wenn er sagt, er schaue noch nicht auf seine Ernährung. Oder wenn er Fortnite – das Videospiel der Stunde – als Freizeitbeschäftigung aufzählt.

Der Jungspund kann aber auch anders wenn es ernst gilt. Wenn ihm ein Run in einem Wettkampf nicht wunschgemäss gelingt, sagt er, würde am liebsten gegen eine Wand schlagen. Allspach ist ehrgeizig, will das, was er in der Vorbereitung einstudiert hat, in die Halfpipe bringen. Im Dezember gelang das Allenspach im amerikanischen Copper Mountain bereits ganz gut. Er erreichte zum ersten Mal den Finaldurchgang der letzten zehn an einem Weltcupanlass.

Fortschritte abseits des Scheinwerferlichts wichtiger

Dass er kommende Woche am Weltcup in Laax diese Leistung bestätigen kann, bezweifelt er. Dazu sei das Teilnehmerfeld wohl zu stark, sagt der Ostschweizer. Weiter schlimm findet er das aber nicht: «In diesem Winter sind die Wettkampfresultate nebensächlich». Wichtiger seien die Fortschritte abseits des Scheinwerferlichts. Das sieht auch Allenspachs Trainer am Sportgymnasium, Therry Brunner, so. Der ehemalige Profi und zweimalige Weltcupsieger bescheinigt seinem Schützling grosses Potenzial.

Gefragt nach den Schwächen des Zuzwilers spricht Brunner von Feinheiten, sieht bei Allenspachs Fahrtechnik in der Halfpipe und dessen Position auf dem Snowboard noch Luft nach oben. Beim Aufzählen der Stärken setzt er zu einem Crescendo von Komplimenten an. Allenspach sei ein Topathlet, er habe ein hervorragendes Körpergefühl, lande «wie eine Katze» nach praktisch jedem noch so misslungenen Sprung wieder auf den Beinen. Der Bub sei mental schon stark und ein Topakrobat. Überhaupt:

«In Sachen Akrobatik ist Elias der beste Schweizer. Niemand, auch nicht ein Iouri Podladtchikov, kann ihm da das Wasser reichen.»

Und zum Schluss sagt Brunner, obwohl er in solchen Belangen ansonsten skeptisch sei, «Elias hat das Potenzial, einmal eine Olympiamedaille zu holen.» Doch dazu braucht es noch Zeit und harte Arbeit. Allenspach gehört die Zukunft.

Gegenwärtig fehlt Allenspach noch Routine

Der Athlet selbst ist sich ebenfalls bewusst, dass die Weltspitze noch nicht ganz in Reichweite ist. Die meisten seiner Kontrahenten haben ihm Hunderte von «Schneetagen» voraus. Sie sind schlicht routinierter, und besser, weil sie älter sind. Der Teenager weiss um sein Potenzial, und sieht den Umstand gelassen, dass seine Zeit erst noch kommen wird. So spricht Allenspach unaufgeregt über seine Fähigkeiten, und beantwortet die Frage, warum er denn ein herausragender Akrobat sei, mit jugendlicher Freude.

Er springe seit jeher gerne Trampolin. «Und hier in Davos ging ich jeden Abend mit Freunden aufs Trampolin. Wir hörten Musik, hatten Spass, probierten Neues aus, machten Unfug.» Das Trampolin war zudem von Beginn weg ein essenzieller Bestandteil des Trainings am Sportgymnasium. In naher Zukunft will Allenspach seine Technik auf ein ähnliches Niveau heben wie seine Akrobatik. Der erste Weltcupfinal war eine Bestätigung, dass er auf dem richtigen Weg ist.

Allenspach in neuer Rolle

So nennt Allenspach für diese Saison selbstbewusst das Vorstossen ins A-Kader als Ziel, was einer Position in den Top-25 der Welt gleich käme. Das Vorhaben ist Ausdruck einer neuen Rolle, die der Zuzwiler seit seiner Olympiateilnahme im vergangenen Jahr einnimmt. Trainer Brunner sagt:

«Die Erwartungen an Elias sind gestiegen. Früher war er der Newcomer der überraschte. Heute ist das nicht mehr so. Daran muss er sich noch gewöhnen»

Allenspach ist nicht mehr bloss der Jungspund. Er ist der Akrobat, der in Bälde Leistungsträger sein soll.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.