Handball
Spono-Sportchef Mirco Stadelmann sagt: «Gegen Zug beginnt alles bei null»

Die Spono Eagles verlieren gegen Brühl das Duell um Platz eins. Deshalb kommt es im Playoff-Halbfinal zum Derby mit dem LK Zug.

Stephan Santschi
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Sabrina Amrein (am Ball) hatte die Chance, die Spono Eagles zurück ins Spiel zu bringen.

Sabrina Amrein (am Ball) hatte die Chance, die Spono Eagles zurück ins Spiel zu bringen.


Bild: Boris Bürgisser (Nottwil, 18. November 2020)

Ein Remis hätte den Spono Eagles gereicht, sie hätten die Finalrunde der SPL1 auf dem ersten Platz abgeschlossen. Doch nach vier Siegen in Serie mussten sich die Nottwilerinnen erstmals wieder geschlagen geben, den Spitzenkampf gegen den LC Brühl verloren sie auswärts mit 24:30. Damit werden sie in den am 28. April beginnenden Playoff-Halbfinals (best of 3) nicht auf Aussenseiter Kreuzlingen, sondern auf das drittplatzierte Zug treffen. Dazu später mehr.

Die Spono Eagles schienen sich am Ostersamstag gedanklich vorzeitig in die Feiertage verabschiedet zu haben, in St.Gallen schöpften sie ihr Potenzial nicht aus. Nur einmal, beim 1:0, lagen sie in Führung, nach acht Minuten war das Skore (2:2) letztmals ausgeglichen, nach 24 Minuten lagen sie zum ersten Mal mit sechs Treffern im Rückstand (7:13). «Wenn wir mit dieser Leistung in St.Gallen gepunktet hätten, dann würde etwas nicht stimmen. Wir haben komplett als Team unser Leistungsniveau nicht erreicht», bemerkte Sportchef und Interimstrainer Mirco Stadelmann.

Sabrina Amrein verpasst den Anschlusstreffer

Die Ostschweizerinnen stellten die gegnerische Abwehr immer wieder vor unlösbare Probleme. Entweder fanden sie die Lücke am Kreis, wo sie mit Martina Pavic und Tabea Schmid zeitweise zwei Spielerinnen postierten. Oder sie konnten auf die Wurfkraft der Engländerin Kathryn Fudge zählen, die für ihre Abschlüsse aus der Distanz genug Freiraum vorfand. Um beide Brühler Offensivvarianten zu entschärfen, «waren wir zu wenig agil», so Stadelmann.

Ähnlich präsentierte sich das Bild in der Offensive der Luzernerinnen. Gegen ein aggressiv und aufsässig deckendes St.Gallen liessen sie sich den Schneid abkaufen, agierten ungenau, zuweilen sogar hektisch. Und doch gab es den Moment, wo die Partie nochmals hätte kippen können, kurz nach dem Seitenwechsel nämlich. Brühl, das mit einem 15:11-Vorsprung in die Pause gegangen war, kam unkonzentriert aus der Kabine, liess den Gegner bis zur 37. Minute auf zwei Treffer herankommen (17:15). Dann lief Nottwils Nationalspielerin Sabrina Amrein in den Gegenstoss, hatte die Möglichkeit, auf einen Treffer zu verkürzen, scheiterte aber an Fabia Schlachter.

Kein Innerschweizer Final in der Meisterschaft

Die zweite Torhüterin Brühls wuchs nach ihrer Einwechslung über sich hinaus, verbuchte am Ende eine Abwehrquote von 56 Prozent und war der Hauptgrund dafür, weshalb Spono letztlich klar in die Schranken gewiesen werden konnte. «Die Duelle mit Brühl ähneln sich in dieser Saison. Jenes Team, das den Sieg mehr will, holt ihn auch. Ich bin gespannt, wie es ausgeht, wenn beide alles abrufen», sagte Stadelmann.

Sollte es nochmals zu einem Aufeinandertreffen mit Brühl kommen, wäre dies im Playoff-Final der Fall. Zuvor steht nun der prestigeträchtige Halbfinal gegen den LK Zug auf dem Programm. Wäre man diesem Gegner lieber aus dem Weg gegangen? Mirco Stadelmann winkt ab: «Um Meister zu werden, müssen wir jeden Gegner schlagen können. Schade ist nur, dass es zu keinem Innerschweizer Endspiel kommen wird.»

Cup-Viertelfinal: Spono trifft auf LK Zug II

Gegen den LKZ beziffert er die Ausgangslage auf ein 50:50-Verhältnis. «Wir haben gegen Zug in dieser Saison zwar alle Spiele gewonnen, doch davon können wir uns nichts kaufen, es beginnt alles bei null. Das wird eine geile Serie.» Zunächst geht es aber im Cup weiter, am Samstag trifft Spono im Viertelfinal auf die zweite Auswahl des LK Zug.

LC Brühl - Spono Eagles 30:24 (15:11)
Kreuzbleiche. – SR Hennig/Meier. – Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Brühl, 2-mal 2 Minuten gegen Spono.
Brühl: Dokovic (3 Paraden)/Schlachter (16); Schmid (5 Tore), Altherr (8/1), Gutkowska (3/1), Fudge (10), Lüscher, Pavic (1); Ackermann, Bruner, Schnyder (2), Simova (1).
Spono: Ukaj (2 Paraden)/Troxler (4)/Schaller (1); Irman (3 Tore), Hodel (4/1), Matter (3), Ljubas (4), Amrein (4), Stähelin; Csebits (5), Decurtins (1), Schardt, Kashani. Bemerkungen: Ukaj pariert Penalty von Gutkowska (3./0:1). Schlachter pariert Penalty von Hodel, die im Nachschuss trifft (44./22:17). Hodel wirft Penalty neben das Tor (52./24:19). Gutkowska wirft Penalty an die Latte (53./24:19).

SPL 1. Playoff-Halbfinals (best of 3): Brühl (1. Finalrunde) – Kreuzlingen (4.). Spono Eagles (2.) – Zug (3.); ab 28. April.
Cup-Viertelfinals: Zug – Herzogenbuchsee (Sa, 10. April, 17.00). Zug II (SPL 2) – Spono Eagles (19.00). Köniz (1. Liga) – Brühl II (SPL 2). Olten (SPL 2) – Brühl.