Der HC Kriens-Luzern empfängt die Kadetten zum Spitzenkampf

Der HC Kriens-Luzern bittet heute Leader Schaffhausen zum Kräftemessen (Krauerhalle, 20.00). Macht Topskorer Hleb Harbuz den Unterschied aus?

Roland Bucher
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Liga- und HCK-Topskorer: Hleb Harbuz.

Liga- und HCK-Topskorer: Hleb Harbuz.

Alexander Wagner (Zürich, 16.Februar 2020)

Um das aktuelle Thema auch hier ein bisschen zu streifen: «Nein, sagt Hleb Harbuz, keine Zeit für Fasnacht.» Also, es ist bei den Krienser Handballern nicht die Zeit für Narretei, sondern für den Spitzenkampf: «Wir freuen uns alle sehr auf dieses Spiel», sagt der Weissrusse, und verspricht: «Eigentlich ist Schaffhausen auf dem Papier eine Übergrösse. Aber wissen Sie was: Im Sport ist alles möglich.» Möglich machen soll Saisonsieg Nummer 2 gegen den Branchenleader er, Harbuz, höchstpersönlich: «Ich weiss, dass hohe Erwartungen auf mir ruhen. Aber damit umzugehen, gehört zu meinem Job.»

Harbuz, mit 84 Kilogramm ein Federgewicht, stiess im Winter 2019 zu Kriens. Inzwischen ist er in der nationalen Szene zur Trouvaille geworden, führt die Torjägerliste mit 147 Treffern vor Otmars Pendic (117) an, brilliert mit Kern- und Sprungwurf, weist eine 85-Prozent-Quote vom Penaltypunkt aus. «Ich bin in diesem Jahr besser geworden», sagt die Ligaattraktion bescheiden, «weil das Team besser geworden ist. Wir haben unerhört Fortschritte erzielt, unsere Mannschaft hat dank Trainer Goran Perkovac entdeckt, wie Handball funktioniert.»

«Bundesliga? Vielleicht später mal»

Würde bringt für Harbuz indes auch Bürde. Wer gegen Kriens Aussicht auf Punkte haben will, der nimmt als erstes mal den Weissrussen an die kurze Leine. «Das bin ich mir inzwischen gewohnt», erklärt der im erweiterten Kreis der weissrussischen Nationalmannschaft figurierende Linksaufbauer, «und meine Antwort darauf ist: ich muss 60 Minuten lang noch konzentrierter sein. Während der gesamten Spieldauer macht jede Abwehr Fehler: wenn eine Lücke aufgeht, dann muss ich parat sein. Das ist die Aufgabe eines Schützen.»

Das tat Harbuz, der in Kriens ein Appartement bewohnt und hie und da von seinen Eltern und seiner in Hamburg lebenden Schwester besucht wird, im letzten Herbst derart auffällig gut, dass Handball-Europa hellhörig wurde. Lose Kontakte in die Bundesliga seien entstanden, aber er habe sich schnell entschieden: «Ich bin ein dankbarer Mensch, dankbar auch, dass Kriens mir diese Chance gegeben hat. Hier passt einfach alles zusammen: Trainer, Team, Vorstand. Und: wir haben einen fabelhaften Staff.» Zwei Jahre wird er gewiss noch bei Kriens handballerische Kunstwerke zelebrieren:

«Dann hat die Bundesliga immer noch Zeit, wenns wirklich sein muss.»

Um das aktuelle Thema der närrischen Tage abzuschliessen: Harbuz hat durchaus einen griffigen Bezug zur Fasnacht. Basil Koch, Sportchef der Emmer 1.-Liga-Handballer, hatte – als sein Verein vor anderthalb Jahren in der NLB in Abstiegsgefahr schwebte – die Kontakte zum Weissrussen geknüpft. «Wir haben aber schnell gespürt, dass Hleb für uns eine Nummer zu gross ist und ihn bei Kriens ins Gespräch gebracht.» Basil Koch? Richtig: das ist der Mann, der für die Luzerner Fasnacht die diesjährige Plakette kreierte. Und sich darauf freuen darf, das Harbuz heute Abend doch noch Fasnachts-Zauber in die Krauerhalle bringt.