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Geldreigen für Clint Capela

Clint Capela (24) wird zum bestverdienenden Schweizer Teamsportler der Geschichte. Nach einem langen Vertragspoker unterschreibt der Genfer einen mit 90 Millionen Dollar dotierten Fünfjahresvertrag.
Bleibt in Houston: Clint Capela. (Bild: David Phillip/AP (28. Mai 2018))

Bleibt in Houston: Clint Capela. (Bild: David Phillip/AP (28. Mai 2018))

27 Tage dauerten die Verhandlungen. Und am Ende des Feilsch-Marathons erhielt Clint Capela von den Houston Rockets zwar weder den Vertrag, den er sich erhoffte, noch jenen, den er sich verdient hätte. Aber immerhin: 18 Millionen Dollar wird er in den nächsten fünf Jahren verdienen. Eine ungeheure Summe, die kein Schweizer Teamsportler auch nur annährend erreicht. Zum Vergleich: Nino Niederreiter, der am besten entlöhnte Schweizer Eishockeyprofi, verdient bei den Minnesota Wild 5,25 Millionen Dollar pro Jahr. Thabo Sefolosha, der Schweizer NBA-Pionier, kommt bei den Utah Jazz auf die gleiche Summe; es ist der lukrativste Vertrag seiner Karriere.

Capela bewegt sich also in einer eigenen Liga. Doch in einem anderen Marktumfeld, möglicherweise schon im Sommer 2019, hätte der Genfer einen Vertrag über 24 Millionen Dollar pro Jahr herausschlagen können. «Sportingnews» schrieb, das ­Geschäft sei für die Rockets so vorteilhaft, dass es einem «Diebstahl» gleichkomme.

Sicherheit statt Risiko

Das ist nicht falsch. In einer Liga, in der mit den Umsätzen auch die Gehälter explodieren, hat sich Capela unter Wert verkauft. Auf seiner Position wird er in der Lohnliste die Nummer 11 sein, was seiner Qualität nicht gerecht wird. Aber Capela einst in Genf in sehr einfachen Verhältnissen aufgewachsen, entschied sich sinnvollerweise für Sicherheit statt Risiko; er hat mit diesem Vertrag auf Lebzeiten finanziell ausgesorgt. James Harden, der Teamleader der Rockets und Capelas wichtigster Vertrauter, sagt: «Wir alle lieben Basketball. Aber wir machen das alles auch, damit wir für unsere Familien auf Generationen hinaus sorgen können. Das hat Clint nun geschafft. Er hat hart dafür gearbeitet. Ich bin glücklich, dass alles geklappt hat.» Sportlich gesehen ist der Verbleib in Houston das Beste, was Capela passieren konnte. Er harmoniert perfekt mit Harden und dem zweiten Star der Rockets, Chris Paul. Wenn das Trio auf dem Parkett stand, gewann Houston 2017/18 42 von 45 Partien in der Qualifikation.

Für die Rockets wäre ein Abgang Capelas ein Desaster gewesen. Der Manager Daryl Morey hatte bereits den Abgang des Top-Verteidigers Trevor Ariza (zu den Phoenix Suns) hinnehmen müssen und wird als einzigen namhaften Zuzug Carmelo Anthony präsentieren können, einen in die Jahre gekommenen ehemaligen Star, der zuletzt bei Oklahoma City nur noch eine Reservistenrolle bekleidete. Kurz: Die Rockets hatten nicht den besten Sommer. Einen Abgang Capelas konnten sie sich nicht leisten. Schon so bleibt es das Geheimnis des Managements, wie die auf dem Papier nicht besser als im Vorjahr besetzten Rockets 2018/19 den Titelhalter Golden State Warriors ernsthaft herausfordern wollen. Auch Capela wird darüber sinnieren. Nach dem Millionenreigen vermutlich etwas entspannter als zuvor.

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