ZSSV-Langlauf-Meisterschaften: Gemeinsamkeit zweier Talente

Bianca Buholzer (16) feiert ihren ersten Zentralschweizer-Meister-Titel bei den Frauen. Die Horwerin verweist Céline Arnold (19), das Urner Aushängeschild, vor ihrer Haustüre auf den Ehrenplatz.

Roland Bösch
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Die 16-jährige Horwerin Bianca Buholzer und die drei Jahre ältere Céline Arnold aus Unterschächen haben eines gemeinsam. Beide gewannen in ihrem letzten JO-Jahr den Zentralschweizer- Meister-Titel in der U16-Kate­gorie. Buholzer gewann letzte Saison diesen Titel, Arnold 2015. An den Zentralschweizer Langlaufmeisterschafen vom Samstag, organisiert vom Skiclub Horw, gewannen beide Athletinnen bei den Frauen ihre erste Meisterschaftsmedaille.

Dabei gab Bianca Buholzer bei dichtem Schneetreiben unmissverständlich zu verstehen, dass ihre Form auch im neuen Jahr stimmt. Dennoch schlägt die Horwerin leise Töne an: «Ich habe mir vor dem Start keine Rennstrategie zurechtgelegt. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, als Jüngste im Feld den Titel bei den Frauen zu gewinnen.» Es kam anders. Die Sportmittelschülerin verschärfte auf der zweiten Runde das Tempo, übernahm die Führung und hielt das Verfolgertrio taktisch gekonnt ­einige Meter auf Distanz.

Heimvorteil beim Schlussspurt ausgenutzt

Diesem Verfolgertrio gehörte auch die einheimische Céline Arnold an. Die Unterschächerin absolvierte im Sommer 2018 erfolgreich die Matura an der Sportmittelschule in Engelberg. Für die Urnerin kam die Verschiebung der Meisterschaften vom Eigenthal nach Unterschächen gelegen: «Es ist toll, wenn ich quasi vor der Haustüre die Langlaufskier anziehen kann und mich dabei unmittelbar im Wettkampfgelände befinde», freut sich Céline ­Arnold. Speziell in der Endphase des Rennens waren eben diese Ortskenntnisse bestimmt kein Nachteil für die sympathische Urnerin. Wenige Meter vor der Zielkurve lag Céline Arnold noch an dritter Position in der Verfolgergruppe. Im richtigen Moment griff die 19-Jährige an und erkämpfte sich so den zweiten Schlussrang. «Weil die Loipe ­relativ schmal war, musste ich am richtigen Ort angreifen, um damit meine Konkurrentinnen zu überlisten und mir mit dieser Taktik die Silbermedaille zu ­sichern.»

Derartige Erfolge tun Céline Arnold nach einer verknorzten letzten Saison gut. Aufgeben kam für die aufgestellte und natur­verbundene Urnerin aber nie in Frage. Denn die Freude am Langlaufsport ist bei der begeisterten Ski- und Hochtourengängerin zu gross. Entsprechend hat Céline Arnold den Start ihres Studiums auf den Herbst 2019 verschoben. «Ich habe somit mehr Zeit, um mich in dieser Saison auf das Training und die Erholung zu konzentrieren», gibt die Athletin des Zentralschweizer Schneesportverbandes (ZSSV) zu Protokoll. Um etwas Geld zu verdienen und auch als Abwechslung zum im Sportlerleben arbeitet die Urnerin als Aushilfe im Coop-Restaurant in Altdorf.

Aufwärtstrend erkennbar

Nebst Trainings mit dem ZSSV-Kader ist Arnold auch viel im Verbund mit dem Skiclub Unterschächen unterwegs. Das Team rund um Nordisch-Chef Roman Briker bildet eine grosse Familie, wie Arnold sagt. «Wir haben eine Chat-Gruppe. Starte ich darin eine Anfrage, hat bestimmt jemand Zeit für eine gemeinsame Trainingseinheit», freut sich Céline Arnold. So stehen an Regionalrennen nebst vielen Nachwuchskräften auch immer Masters-Athleten aus dem Schächental an der Startlinie. Bei den nationalen Swisscup-Rennen ist Céline Arnold jeweils auf sich alleine gestellt.

Den Start in die Saison wertet die Urnerin positiv. Denn auf dem 19. Rang in Campra (ITA) beim Swisscup-Rennen über ­ 7,5 Kilometer in der klassischen Technik kurz vor Weihnachten lasse sich aufbauen. Céline Arnold konzentriert sich auch nicht auf einzelne Rennen. «Ich muss beim Rennen ein gutes Gefühl haben, dann stellen sich die guten Resultate automatisch ein», ist die Urnerin überzeugt. Dennoch lässt Céline Arnold durchblicken, dass sie in dieser Saison auf nationaler Ebene gerne einmal in die Top 5 laufen würde.