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GERÄTETURNEN: Der Mann von der Stange

Erlebt hat der 24-jährige Simon Stalder schon viel. Der einstige Kunstturner und Zirkusartist will an der Schweizer Meisterschaft in Willisau Akzente setzen.
Gehört zu den besten Reckturnern: der 24-jährige Simon Stalder. (Bild Boris Bürgisser)

Gehört zu den besten Reckturnern: der 24-jährige Simon Stalder. (Bild Boris Bürgisser)

Theres Bühlmann

Sein Palmares ist lang. Simon Stalder (24) hat fast alles gewonnen, was es im Geräteturnen zu gewinnen gibt: So ­holte sich der in Schlierbach wohnhafte Betriebsmechaniker unter anderem 2009 und 2013 den prestigeträchtigen Titel im Mehrkampf in der höchsten Kategorie 7, 2010 gewann er Silber und 2014 die Bronzemedaille. Hinzu kommen für den Akteur in den Reihen des STV ­Rickenbach Titel und Medaillen in den Einzelfinals, beispielsweise die goldene Auszeichnung im letzten Jahr am Reck.

Sein Hunger ist aber noch nicht gestillt: Mit grosser Motivation reist er an diesem Wochenende an die Schweizer Meisterschaften nach Willisau. Und er hat für den Mehrkampf ein klares Ziel: «Es ist an der Zeit, den Titel wieder zu gewinnen», sagt er. Stalder sieht diesen Titelkämpfen gelassen entgegen. Dass er quasi ein Heimspiel bestreitet – und erst noch eine Favoritenrolle einnimmt –, davon lässt er sich nicht beirren. Im Gegenteil: «Ich mag es, vor Zuschauern zu turnen, die ich kenne. So können wir Geräteturner zeigen, was wir draufhaben, und das macht schon viel Freude.»

Engagement beim Cirque du Soleil

Von grosser Freude geprägt war auch sein Engagement beim Cirque du Soleil. Und das kam so: Nach den Schweizer Meisterschaften 2010 wurde er von einem Talentscout angesprochen, nahm die Einladung dankend an, tourte während eineinhalb Jahren durch die USA, Kanada und Mexiko. Und er war Bestandteil jener Truppe, die an den Schaukelringen die Zuschauer begeisterte. Vom beschaulichen Rickenbach in die grosse weite Welt also. «Ich würde es jederzeit wieder machen», blickt er auf eine aufregende Zeit zurück, «diese Eindrücke und Erinnerungen sind fürs Leben, die kann mir niemand mehr nehmen.»

Simon Stalder gehört zu jenen Geräte­turnern, und das sind nicht wenige, die einst als Kunstturner ihre Karriere begannen. Und Stalder brachte es bis ins Nachwuchskader des Schweizerischen Turnverbandes (STV). Doch mit 14 Jahren war Schluss – 3 1/2 Stunden Training am Tag, und das sechsmal in der Woche, das war zu viel des Guten. Zumal die Trainingsstätte nicht gerade vor der Haustüre lag. Er musste jeweils den Weg von Rickenbach in die verbandseigene Halle des Kunstturnverbandes Luzern, Ob- und Nidwalden nach Littau zurücklegen.

Die neue Herausforderung

Doch das Turnen aufgeben, das kam nicht in Frage, also suchte er eine neue Herausforderung und fand sie – eben beim Geräteturnen. Da Simon Stalder noch eine Leitertätigkeit bei seinem Verein, dem STV Rickenbach, angenommen hat, «musste ich mein Training von wöchentlich acht Stunden auf zwei reduzieren, das muss nun ausreichen», sagt er. Ganz nach dem Motto: Gelernt ist gelernt. Dass er sein Metier auch mit weniger Trainings beherrscht, beweisen unter anderem die Resultate in dieser Saison: Er holte sich zusammen mit Paciane Bo Studer den Sieg beim Paarwettkampf in Sarnen, gewann den Mammut-Cup in Ballwil und den SM-Qualifikationswettkampf in Luzern.

Konkurrenz aus eigenen Reihen

Als seine stärksten Widersacher im Kampf um die Königskrone sieht er Titelverteidiger Andreas Gasser (Belp) und den Zürcher Stefan Meier, der 2012 den Mehrkampf für sich entschied. Aber auch die Kollegen aus den eigenen Reihen werden wohl gehörig Dampf machen. «Zu beachten ist sicher Alexander Kurmann, aber auch Fabio Gasser traue ich sehr viel zu», sagt Stalder. Nicht am Start in Willisau ist Stalders Vereinskollege Daniel Schacher. Auch er ist auf Podestplätze abonniert, macht derzeit aber Ferien in den USA.

Reto Schurtenbergers Wunsch

Die Akteure kämpfen in Willisau nicht nur um den Mehrkampftitel, erkoren werden auch die Sieger in der Teamwertung. «Diesen Titel vor eigenem Anhang zu holen, das wäre schon toll», sagt Stalder. Die Chancen stehen nicht schlecht, denn 2012 und 2013 konnte sich der Verband Luzern, Ob- und Nidwalden als Meister in der höchsten Klasse, der Kategorie A, feiern lassen. Im letzten Jahr schrammte das Team um den Verantwortlichen Reto Schurtenberger (Grosswangen) mit zwei Zehntel Rückstand knapp an Gold vorbei, musste dies den Bernern überlassen. Schurtenberger hält grosse Stücke auf Simon Stalder. «Er ist eine sehr wichtige Stütze in unserem Team und zeigt sich für sein Alter äusserst routiniert», charakterisiert Schurtenberger den Spitzenturner.

Und so könnte Reto Schurtenbergers Wunsch auch dank Mithilfe von Simon Stalder in Erfüllung gehen: «Wir möchten den Titel in der Mannschaftswertung in die Innerschweiz zurückholen.»

Schweizer Meisterschaften

Willisau (BBZ-Sportanlagen). Das Programm. Samstag (Einzel und Mehrkampf). 8.00: Kategorie 5. – 11.35: Kategorie 6. – 15.05: Männer. – 17.00: Rangverkündigung K5 und K6. – 18.05: Kategorie 7. – 21.00: Rangverkündigung Männer und K7.

Sonntag (Mannschaften). 7.45: Kategorie B (1. Abteilung). – 10.35: Kategorie B (2. Abteilung). – 13.25: Kategorie A. – 16.15: Rangverkündigung Kategorie A und Kategorie B.

Bemerkung: Je die sechs besten Turner pro Gerät in der Kategorie 7 qualifizieren sich für die Einzelfinals vom 14./15. November in Oberbüren.

Alle Infos unter: www-sm.2015.ch

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