GERÄTETURNEN: Manuel Bernet: «Ich fliege gerne»

Für Manuel Bernet läuft die Saison bisher wie am Schnürchen. Im Interview spricht der 15-jährige Newcomer aus dem luzernischen Altbüron über sein Erfolgsgeheimnis und erklärt, was bei den «Grossen» auf ihn wartet.

Interview Stefanie Meier
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Manuel Bernet am Barren in der Luzerner Utenberghalle. In der Kategorie 6 wird er in der Schweizer-Meisterschafts-Qualifikation Zweiter. (Bild: Marianne Baschung (Luzern, 3. September 2017))

Manuel Bernet am Barren in der Luzerner Utenberghalle. In der Kategorie 6 wird er in der Schweizer-Meisterschafts-Qualifikation Zweiter. (Bild: Marianne Baschung (Luzern, 3. September 2017))

Interview Stefanie Meier

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Manuel Bernet, mit 15 sind Sie dabei, Ihre Turnkarriere so richtig zu lancieren. Nach den Siegen an den Getu Games und den Verbandsmeisterschaften erreichten Sie nun an der SM-Challenge Rang 2. Was ist Ihr Geheimnis?

Ich bin in einer Turnerfamilie grossgeworden. Mein Vater war Kunstturner, mein Onkel Trainer, demzufolge haben auch meine Geschwister und ich das Turnen früh für uns entdeckt. Seit meinem sechsten Lebensjahr ist die Turnhalle mein zweites Zuhause. Mein Bruder Toni steht mir zugleich als Trainer zur Seite. Wir sind ein sehr gutes Team – vielleicht ist das mein Geheimnis. Ich suche stets die Herausforderung, probiere gerne neue Elemente aus und will mich immerzu verbessern. Dieser Weg scheint der richtige zu sein.

Zu Hause an Ihrer Pinnwand hängt bereits eine Bronzemedaille der vergangenen nationalen Titelkämpfe. Wie kam es dazu?

Im Jahr 2016 konnte ich mich in der Kategorie K 5 für die Schweizer Meisterschaften qualifizieren. Es resultierte der achte Schlussrang, mit dem ich höchst zufrieden war. Dass ich tags darauf zusätzlich für den Mannschaftswettkampf aufgestellt wurde, war ein gutes Gefühl. Noch besser war der Moment, als wir als Mannschaft die Bronzemedaille entgegennehmen durften. Dieser dritte Rang und das Top-Ten-Ergebnis im Einzelwettkampf zählen zu den absoluten Highlights in meiner Karriere. Die Erfolge haben mir die Motivation und das Selbstvertrauen gegeben, mich weiterzuentwickeln.

Als wäre Ihnen damals der Knoten geplatzt, sind Sie auch in diesem Jahr wieder auf Erfolgskurs. Diesmal eine Kategorie höher, im K 6. Wie sieht Ihr Schlachtplan für die weiteren Wettkämpfe und die Schweizer Meisterschaft aus?

Ich will mich in den nächsten Trainings vermehrt auf die Geräte Sprung und Schaukelringe konzentrieren. Am Sprung erziele ich zwar gute Noten, kann bestimmt aber noch etwas mehr rausholen. Ich fliege gerne (lacht). Die Schaukelringe bereiten mir noch etwas Mühe. Aber mit gezielten Trainings und Videoanalysen sollte ich mich auch da etwas verbessern können. Schlussendlich setze ich mir zum Ziel, mich für die Schweizer Meisterschaften zu qualifizieren und dort einen guten Wettkampf abzuliefern.

Turner beschreibt Ihren Sport als sehr vielfältig. Sind Sie eher der Salto- oder der Schrauben-Typ?

Bisher war ich der Salto-Typ, weil in den unteren Kategorien häufig Drehungen um die Breitenachse geturnt werden. Aber so langsam entwickle ich mich in Richtung Schrauben-Typ. Bei den «Grossen» gibt es eine noch breitere Palette an Elementen. Und sie werden schwieriger. Wir drehen uns nicht mehr nur um die Breiten-, sondern auch um die Längsachse. Ich freue mich, nun step by step die Elemente der K 7 zu lernen. Denn in ein bis zwei Jahren möchte auch ich den Schritt in die Königskategorie wagen.