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GERÄTETURNEN: Schweizer Meisterschaften: «Wahnsinnig, diese Innerschweizer»

Freudentränen bei den Siegerinnen, mitfiebernde Fans und ein Bundesrat, der Medaillen übergibt. Die Schweizer Meisterschaften sind aus Zentralschweizer Sicht ein voller Erfolg.
Theres Bühlmann
Die Zuger Marisa Gnos und Oliver Müller in der Kategorie Sie und Er (links). Simon Stalder vom TV STV Rickenbach (oben) am Barren und Nicole Strässle vom BTV Luzern am Boden. (Bild: Dominik Wunderli/Roger Grütter (Luzern, 18./19. November 2017))

Die Zuger Marisa Gnos und Oliver Müller in der Kategorie Sie und Er (links). Simon Stalder vom TV STV Rickenbach (oben) am Barren und Nicole Strässle vom BTV Luzern am Boden. (Bild: Dominik Wunderli/Roger Grütter (Luzern, 18./19. November 2017))

Theres Bühlmann

theres.buehlmann@luzernerzeitung.ch

Da war was los am Wochenende in der Luzerner Maihofhalle. Gefüllte Tribünen, 1500 begeisterte Zuschauer, welche die Leistungen der Akteure mit tosendem Beifall und Standing Ovations honorierten. Alles geschehen an der Schweizer Einzel-Meisterschaften im Geräteturnen. Aus dem Häuschen gerieten die Zuschauer bei der Siegerehrung der Königsklasse (K7) am Samstag. Mit der 18-jährigen BTV-Luzern-Akteurin Sandra Garibay aus Adligenswil gewann eine Einheimische. Mehr noch, auf Platz 2 ist mit Paciana Bo Studer (TZN Nidwalden) ebenfalls eine Turnerin des Turnverbandes Luzern, Ob-und Nidwalden zu finden. Den totalen Triumph vervollständigte Nicole Strässle (BTV Luzern) mit dem Bronzeplatz.

Ein historischer Moment in Luzern, denn noch nie belegten Turnerinnen des gleichen Verbandes in der 34-jährigen Turngeschichte alle Podestplätze an den Schweizer Meisterschaften. Garibay, die nach 2015 diesen Titel zum zweiten Mal für sich entschied, erhielt zum Auftakt am Boden mit 9,40 für ihre Verhältnisse eine relativ tiefe Note, der Salto gelang zu wenig hoch, und sie bekundete Mühe bei der Landung. Ein Weckruf: «Doch dann», sagte sie, «habe ich an den nächsten Geräten Gas gegeben.» Bei der Siegerehrung gab es Freudentränen bei diesem Trio, und tief bewegt zeigte sich auch BTV-Luzern-Präsident Beni Boos, der auch die K7-Mannschaft an der Meisterschaft betreut: «Das ist der absolute Wahnsinn.»

Zuger Duo verteidigt Titel

Auf grossen Anklang beim Publikum stiess die attraktive Kategorie Sie und Er. Als Titelverteidiger gingen die Zuger Marisa Gnos/Oliver Müller an den Start, die nach der Vorrunde bereits in Führung lagen und so ihre Ambitionen auf die erneute Goldmedaille anmeldeten, was dem Duo aus den Reihen des TV Hünenberg auch gelang.

Unter den Zuschauern war auch politische Prominenz. Bundesrat Ueli Maurer und die Luzerner Regierungsräte Paul Winiker und Guido Graf liessen sich am Samstag die Wettkämpfe nicht entgehen. «Turnen verkörpert ein Stück Schweiz», sagte Maurer in seiner Ansprache bei der Medaillenübergabe.

Simon Stalder mit drei Podestplätzen

Gross die Emotionen und der Jubel am Sonntag auf der Tribüne: Alle vier Titel in den Einzelfinals gingen mit Sandra Garibay (Sprung und Reck), Nicole Strässle (Schaukelringe) und Paciane Bo Studer (Boden) an den Verband Luzern, Ob- und Nidwalden. Die Zugerin Annja Keiser setzte mit zwei Medaillen noch einen drauf und auch Simon Stalder (Rickenbach) wusste mit drei Podestplätzen, Rang 3 am Barren und am Boden und Silber am Reck voll zu überzeugen. «Die sind ja wahnsinnig, diese Innerschweizer», brachte es ein Zuschauer am Sonntag auf einen Nenner.

Nach der intensiven Vorbereitung heisst es jetzt für viele der Turnenden durchatmen und einfach einen Gang tiefer schalten.

Simon Stalder vom TV STV Rickenbach am Barren . (Bild: Dominik Wunderli/Roger Grütter (Luzern, 18./19. November 2017))

Simon Stalder vom TV STV Rickenbach am Barren . (Bild: Dominik Wunderli/Roger Grütter (Luzern, 18./19. November 2017))

Nicole Strässle vom BTV Luzern am Boden. (Bild: Dominik Wunderli/Roger Grütter (Luzern, 18./19. November 2017))

Nicole Strässle vom BTV Luzern am Boden. (Bild: Dominik Wunderli/Roger Grütter (Luzern, 18./19. November 2017))

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