GERÄTETURNEN: Überfliegerin mit viel Potenzial

Das hochkarätige Teilnehmerfeld zeigt an den Getu-Games in Malters Turnkunst vom Feinsten. Die Luzernerin Sandra Garibay (17) setzt zum Saisonauftakt die Messlatte hoch an.

Stefanie Meier
Merken
Drucken
Teilen
Erzielte an den Schaukelringen die Tageshöchstnote mit 9,70 Punkten: die 17-jährige Sandra Garibay aus Luzern. (Bild: Marianne Baschung (Malters, 3. Juni 2017))

Erzielte an den Schaukelringen die Tageshöchstnote mit 9,70 Punkten: die 17-jährige Sandra Garibay aus Luzern. (Bild: Marianne Baschung (Malters, 3. Juni 2017))

Stefanie Meier

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Die Sitz- und Stehgelegenheiten in der Sporthalle Malters waren bis auf den letzten Platz belegt. Musik erklang aus den Lautsprechern, und die rund 80 Turnerinnen und Turner der Kategorie 7 sowie Frauen und Männer marschierten – begleitet von viel Applaus – auf den Wettkampfplatz. In den Farben Blau-Weiss traten auch die Turnerinnen des BTV Luzern vor das Publikum.

Unter ihnen die 17-jährige Sandra Garibay. Kommt Ihnen dieser Name bekannt vor? Kein Wunder, denn die junge Turnerin aus Luzern gehört zu den absoluten Spitzencracks. Hat sie doch schon einige Siege, auch auf nationaler Ebene, in ihrem Palmarès. Die 17-Jährige lässt sich von nichts und niemandem aus der Ruhe bringen. Auch nicht am vergangenen Samstag in Malters an den Getu-Games, wo sie wieder mit Höchstleistungen brillierte.

Strässle: Zwei Schritte zu viel

Keine Turnerin zeigte einen derart konstanten Wettkampf wie Garibay. An Reck, Boden und Sprung erhielt sie für ihre fast perfekten Übungen 9,65 Punkte, an den Schaukelringen gar die Note 9,70. Der Sieg in der Königskategorie 7 war dennoch bis zum Schluss hart umkämpft. Ihre Teamkollegin Nicole Strässle, die wie Garibay ebenfalls zum Favoritenkreis gehörte, war ihr dicht auf den Fersen. Strässle überzeugte an allen vier Geräten, hatte den Sieg eigentlich auf sicher. Aber eben nur fast. Zwei Schritte bei der Landung an ihrem Paradegerät, den Schaukelringen, kosteten sie den Sieg. Mit der Traumnote 9,80 war sie zwar die Beste an diesem Gerät – aber in der Endabrechnung fehlten ihr knappe fünf Hundertstelpunkte zum Exploit. So durfte sich Sandra Garibay verdient die Goldmedaille umhängen lassen. Rang zwei sicherte sich Strässle vor Paciane Bo Studer (Nidwalden).

Nach einer starken Erkältung an den letzten Schweizer Meisterschaften und der darauffolgenden Lungenentzündung waren die Getu-Games in Malters der erste wichtige Wettkampf von Sandra Garibay, den sie in beinahe gesundem Zustand absolvierte. Umso grösser war die Freude über diesen Sieg. Dennoch: Eine kleine Verletzung am Fussgelenk, die sie sich beim Bodenturnen zugezogen hatte, machte es der Luzernerin in den letzten Wochen unmöglich, im gewohnten Rhythmus zu trainieren.

Etwas weniger intensiv gestaltete sich die Vorbereitung auf den Saisonauftakt in Malters. Nebenbei schliesst die Schülerin gerade die Matura ab, so musste sie das Training oftmals fürs Lernen sausen lassen. «Der schulische Druck hielt mich davon ab, neue Elemente zu festigen. Ich habe zwar viel gelernt, doch das Gelernte ist noch nicht wettkampfreif», so die Maturandin. Vor allem an ihrem Paradegerät, dem Sprung, will sie nach Abschluss der Matura – falls die Fussprobleme abgeklungen sind, vermehrt Zeit investierten. «Ich möchte einen neuen Sprung zeigen», verrät uns Garibay, was in ihrem Fall ein noch höherer Schwierigkeitsgrad mit mehr Salti und Drehungen bedeutet. Am Sprung ist sie ohnehin schon die Überfliegerin. Egal, was da noch kommt – Garibay katapultiert sich in eine andere Liga.

Vom Heimvorteil profitieren

Am Boden sieht Garibay ebenfalls noch viel Potenzial. «Ich möchte schon lange eine andere Übung zeigen. Bisher habe ich es noch nicht geschafft, sie zu ändern.» Unterstützt wird sie dabei von Trainer Beni Boos. Seit Jahren ist er so was wie ihr Erfolgstrainer, der sie immer wieder zu Höchstleistungen anspornt. Dazu kommen Garibays Bewegungsdrang und der Wille, immer wieder neue Elemente einzustudieren. Ihre Motivation und die guten Leistungen sollen sie auch dieses Jahr wieder an die nationalen Meisterschaften führen.

Speziell in diesem Jahr, in welchem der SM-Final im heimischen Luzern stattfindet, sind die Erwartungen besonders hoch. «Mein Ziel ist, mich für die Schweizer Meisterschaften in Luzern zu qualifizieren, den Heimvorteil zu nutzen und diesen Final in gesundem Zustand zu absolvieren», blickt Garibay in die nahe Zukunft. Für dieses Ziel trainiert sie dreimal die Woche so intensiv und konzentriert, wie es die Zeit zulässt. Denn sie weiss: Die Konkurrenz schläft nicht – vor allem nicht jene aus den eigenen Reihen.

Hundertstelentscheidungen verzeichneten die ersten drei Turnerinnen in der Kategorie Frauen. Céline Kurmann (Getu Obwalden) siegte hauchdünn vor Larissa Kurmann (Nidwalden) und Sylvie Thomann (BTV Luzern). Die drei Turnerinnen schlugen bereits zu Saisonbeginn ein äusserst hohes Niveau an.

Simon Stalder ist absolute Spitze

MännerBei den Männern der Kategorie 7 war einmal mehr der Rickenbacher Simon Stalder eine Klasse für sich. Mit mehr als einem Punkt Vorsprung entschied er den Wettkampf klar für sich. An jedem Gerät erzielte er die Höchstnote. Die weiteren Podestplätze belegten Janis Fasser (Sempach) auf Rang zwei und Daniel Schacher (Rickenbach) auf Rang drei. Bei den Herren siegte ebenfalls ein Turner aus Rickenbach: Es gewinnt Christoph Hüsler vor Bruno Krauer (Neuenkirch) und Kurt Brühlmann (Ettiswil).

stm