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Wertungsrichter Michael Wyss aus Reiden hat geschulte Augen

Ohne sie geht am Fest nichts: Die Rede ist von Kampf- und Wertungsrichtern. Dazu gehört auch der 31-jährige Michael Wyss aus Reiden. In Aarau hat er einen erhöhten Bedarf an Süssigkeiten.
Theres Bühlmann
Wertungsrichter Michael Wyss geniesst in Aarau eine Pause. (Bild: Marianne Baschung (Aarau, 13. Juni 2019))

Wertungsrichter Michael Wyss geniesst in Aarau eine Pause. (Bild: Marianne Baschung (Aarau, 13. Juni 2019))

Sie haben ein geschultes Auge, die Wertungs- und Kampfrichter. Rund 8300 stehen am Eidgenössischen Turnfest (ETF) in Aarau im Einsatz, bei den Geräte- und Kunstturnern, bei den Nationalturnern, im Vereinswettkampf, bei den Leichtathleten oder wo immer eine Note vergeben wird. Auch Michael Wyss aus Reiden versieht diese Aufgabe. Seine Einsätze hat der 31-Jährige bereits hinter sich. Am vorletzten Donnerstag bewertete er im Einzelwettkampf der Geräteturner die Akteure am Reck, am Sonntag jene in der Disziplin Geräteturnen zu zweit. Gestern Donnerstag folgte sein Einsatz im Rahmen des Vereinswettkampfes am Boden.

Das sind auch für Wertungsrichter lange Tage, sieben bis acht Stunden können diese dauern. Da gilt es, die Konzentration hochzuhalten. «Am besten funktioniert das bei mir, wenn ich etwas Süsses zu mir nehme, Schokolade, Früchte, und viel trinke», sagt Michael Wyss. Während der Aufwärmzeit der Turnenden an den Geräten, die im Einzel etwa 6 bis 8 Minuten dauert, bleibt auch den Wertungsrichtern ein wenig Freiraum.

Die Pflicht der Vereine, Wertungsrichter zu stellen

Michael Wyss führt sein Amt als Wertungsrichter seit zwölf Jahren aus. «Schon deshalb, weil jeder Verein, der an Wettkämpfen teilnimmt, Wertungsrichter stellen muss», sagte er, doch es bereitet ihm auch Freude. In mehrteiligen Kursen lernen die Aspiranten Theorie, Praxis und Methodik. Ein Wertungsrichter muss unter anderem auch die Weisungen und Wertungsbestimmungen kennen, die korrekte Ausführung der Elemente und die Schwierigkeitsgrade der verschiedenen Geräte. Um das Gelernte in der Praxis umzusetzen, gibt es eine sogenannte Schattenbewertung, bei der die Resultate mit jenen der Wertungsrichter, die regulär im Einsatz stehen, verglichen werden. Und dann muss noch eine Prüfung abgelegt werden.

Das Brevet 1 im Einzelgeräteturnen berechtigt, Wettkämpfe in den Kategorien 1 bis 4 zu bewerten, das Brevet 2 jene in den Kategorien 5, 6, 7, Frauen und Männer. Wobei Männer auch bei den Frauenwettbewerben Noten verteilen und umgekehrt. Überschreitet die Punktezahl die Toleranzwerte, wird die Notengebung in Zusammenarbeit mit den anderen Wertungsrichtern diskutiert, bis sich eine Übereinstimmung findet. Im Einzelgeräteturnen zum Beispiel darf ab 9,5 die Spannbreite nicht mehr als 0,2 Punkte betragen, zwischen 8,8 bis 9,4 ist eine Abweichung von 0,3 erlaubt und bei 8,7 und tiefer sind es 0,5 Zähler.

Mehrfronteneinsatz am ETF in Aarau

Michael Wyss ist ein versierter Turner, betätigt sich beim STV Reiden als Leiter im Einzel­geräteturnen, bestreitet am ETF in Aarau selber Wettkämpfe. Einen hat er bereits hinter sich, jenen im Einzel-Geräteturnen in der Kategorie Männer. «Mehr so zum Plausch», wie er sich ausdrückt. Der Plausch brachte ihn am letzten Wochenende auf Rang 71 von 140 Teilnehmern. Heute Freitag steigt er wieder in den Turndress und verstärkt die Reihen des STV Reiden im dreiteiligen Vereinswettkampf, steht in den Disziplinen Schaukelringe, Gymnastik-Grossfeld und 800-Meter-Lauf im Einsatz. Er kennt also die Facetten des Turnsports aus verschiedenen Warten. «Von der Tätigkeit als Leiter kann ich für mein Amt als Wertungsrichter profitieren und umgekehrt», gibt er zu Protokoll.

Es gibt Tage, da läuft es einem Turner oder einer Turnerin beim Wettkampf alles andere als optimal. Und dann folgen jeweils bange Blicke auf die Anzeigetafel. «Wenn ich als Wertungsrichter eine tiefe Note geben muss, kann das schon wehtun, aber da muss man einfach darüber stehen», erklärt Michael Wyss, der bei den SBB als Systemingenieur und Projektleiter arbeitet. Und es kommt auch vor, dass er seine eigenen Vereinskollegen bewerten muss. «Da bin ich wahrscheinlich noch strenger, weil ich ja die Übungen fast in- und auswendig kenne.»

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