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EVZ gewinnt Spitzenspiel, verliert aber Klingberg

Der EV Zug gewinnt in Langnau mit 2:1. Ein Spektakelsieg, der zu gewagten Träumereien verleitet. In der 22. Minute erleben die Zuschauer eine Schrecksekunde.
Klaus Zaugg, Langnau
22. Minute: Zugs Carl Klingberg muss abtransportiert werden. (Bild: Marcel Bieri/Keystone (Langnau, 30. November 2018))

22. Minute: Zugs Carl Klingberg muss abtransportiert werden. (Bild: Marcel Bieri/Keystone (Langnau, 30. November 2018))

Manchmal gibt es in einem Spiel etwas Wichtigeres als das Resultat. In der 22. Minute verkeilen sich Langnaus Verteidiger Claudio Cadenau und Zugs Stürmer Carl Klingberg einander. Beide stürzen und der Schwede rutscht kopfvoran in die Bande. Kein Foul. Ein Unfall. Klingberg bleibt regungslos liegen. Im Stadion kehrt eine bedrückende Stille ein. Der Zuger wird auf eine Bahre gehoben und ins Spital Langnau überführt. In der zweiten Pause kann Trainer Dan Tangnes seine Spieler beruhigen. Klingberg hat keine Lähmungserscheinungen, er kann die Arme und die Beine bewegen, er ist ansprechbar und ist in bester medizinischer Obhut. Nun ist die Devise klar: Gewinnen für Carl Klingberg.

Aeschlimann für Stephan im Tor

Hätte Zug diese Partie verloren, hätte auch der boshafteste Berichterstatter auf Kritik verzichtet. Trotz der Entwarnung in der zweiten Pause: wenn ein Mitspieler ins Spital transportiert werden muss, ist für seine Kollegen nichts mehr, wie es vorher war. Nur eine Mannschaft mit einem enormen Zusammenhalt kann so einen Zwischenfall wegstecken. Aber ein Berichterstatter hätte noch aus einem weiteren Grund auf Kritik verzichtet. Torhütertitan Tobias Stephan fehlt wegen einer Blessur. Sandro Aeschlimann (23) musste ins Tor. Ein ehemaliger Langnauer Junior, der seinen Arbeitsplatz sonst im Farmteam hat. Leitwolf Carl Klingberg im Spital und im Tor «nur» die Nummer zwei. Da wäre im Falle einer Niederlage Kritik ganz einfach unfair gewesen. Aber Aeschlimann hat auf Augenhöhe mit Stephan gehext. Zug hat gewonnen. Und zwar nicht einfach ein Spiel. Für den Gegner ging es nämlich um mehr als «nur» drei Punkte. Die Langnauer wollten Geschichte schreiben. Mit einem Sieg hätten sie die Tabellenführung übernommen. Zum ersten Mal seit dem 1. Oktober 2000.

Die Zuger haben auswärts ein Spiel unter schwierigen Bedingungen gegen einen hochmotivierten Gegner verdient gewonnen. In einer Art und Weise, die zu gewagten Träumereien verleitet. Der letztjährige Trainer Harold Kreis wäre entsetzt gewesen, wenn er seine Mannschaft so mutig, dynamisch, präzis spektakulär hätte stürmen sehen. Er hätte unverzüglich ein Time-out verlangt und mehr Vorsicht und Defensive angemahnt. Die Titanen der Liga – Lugano, der SC Bern, die ZSC Lions, Davos, die alle Titel in diesem Jahrhundert unter sich ausgemacht haben – taumeln durch die Saison.

Niemand erwartet von Zug eine Meisterschaft. Alle reden davon, dass erst nächste Saison, wenn Leonardo Genoni da sein wird, die «Operation Meistertitel» starten wird. Aber Zug hat so gespielt wie eine Mannschaft, die im Frühjahr Meister werden kann.

Telegramm:

SCL Tigers - Zug 1:2 (0:1, 1:1, 0:0)

5975 Zuschauer. - SR Dipietro/Schrader (GER), Haag/Fuchs. - Tore: 13. Klingberg (Zgraggen, Roe) 0:1. 21. (20:33) Diem (Ausschluss Schlumpf) 1:1. 39. Roe (Alatalo/Ausschluss Kuonen) 1:2. - Strafen: je 4mal 2 Minuten. - PostFinance-Topskorer: Pesonen; Martschini.

SCL Tigers: Punnenovs; Glauser, Leeger; Erni, Randegger; Cadonau, Huguenin; Kindschi; Elo, Pascal Berger, Dostoinow; Kuonen, Johansson, Pesonen; DiDomenico, Gustafsson, Neukom; Rüegsegger, Diem, Nils Berger; Gerber.

Zug: Aeschlimann; Diaz, Zryd; Thiry, Alatalo; Schlumpf, Zgraggen; Stadler; Klingberg, Roe, Everberg; Martschini, McIntyre, Simion; Lammer, Albrecht, Suri; Zehnder, Senteler, Schnyder.

Bemerkungen: SCL Tigers ohne Lardi (krank), Blaser und Gagnon, Zug ohne Stephan, Leuenberger und Morant (alle verletzt). Timeout SCL Tigers (13./Coaches Challenge). Pfostenschuss Rüegsegger (16.). Klingberg verletzt ausgeschieden (22.). SCL Tigers ab 58:37 ohne Torhüter.

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