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Der Sieger des Giro wird Wasserträger

Prominente Radprofis wechseln die Mannschaft. Richard Carapaz, der Gewinner der Italien-Rundfahrt, geht als Helfer zu Ineos, dem Team, das die Tour de France dominiert.
Daniel Good
Am 2. Juni fuhr Richard Carapaz als Sieger des Giro d’Italia im römischen Amphitheater in Verona ein. (Bild: Alessandro Di Meo/EPA)

Am 2. Juni fuhr Richard Carapaz als Sieger des Giro d’Italia im römischen Amphitheater in Verona ein. (Bild: Alessandro Di Meo/EPA)

Normalerweise sagt der Sieger des Giro d’Italia, er wolle im nächsten Jahr die Tour de France gewinnen. Einen anderen Weg wählt Richard Carapaz, der Anfang Juni in Italien gewonnen hat. Der 26-jährige Rennfahrer aus Ecuador wechselt von der spanischen Mannschaft Movistar zu den Briten von Ineos.

Der Nachfolgerennstall von Sky hat mit Chris Froome, Gerraint Thomas und Egan Bernal drei Gewinner der Tour de France in seinen Reihen. Carapaz ist sich bewusst, dass für ihn bloss noch die Rolle des Wasserträgers bleibt. «Ich bin Helfer, verdiene aber mehr», sagt der Südamerikaner. Carapaz soll bei Ineos das Zehnfache seines heutigen Lohns erhalten.

Ineos muss sich an der nächsten Tour de France auf einen harten Kampf gefasst machen. Denn mit Jumbo-Visma steht den erfolgsverwöhnten Briten ein Widersacher gegenüber, der sich trotz eines sehr guten Kaders nochmals namhaft verstärkt hat. Mit Tom Dumoulin kommt der Gesamtzweite der Tour de France und des Giro d’Italia des Jahres 2018. In dieser Saison stürzte der 28-jährige Niederländer im Mai zu Beginn des Giro, den er 2017 gewonnen hatte, und musste aufgeben.

Der starke Dreizack aus den Niederlanden

Die Knieverletzung zwang Dumoulin zu einer langen Rennpause. Er bestritt noch die Dauphiné-Rundfahrt, musste das Rennen in Frankreich und der Schweiz aber ebenfalls vorzeitig beenden. Dumoulin stösst vom Team Sunweb zu den Niederländern. Er hatte einen noch laufenden Vertrag.

Mit Dumoulin, dem Vuelta-Sieger Primoz Roglic und Steven Krujiswijk stellt Jumbo-Visma ein Trio mit reichlich Potenzial. Kruijswijk beendete die Tour de France in diesem Jahr auf dem dritten Platz. Leader an der nächsten Tour soll die Neuverpflichtung Dumoulin sein. Da dürfte Ineos froh sein, künftig den Giro-Sieger in seinen Reihen zu haben.

Denn mit Wout Poels verlieren die Briten einen bewährten Helfer. Der Niederländer geht zu Bahrain, das auf die kommende Saison hin die meisten Wechsel verzeichnet. Der Rennstall aus der Wüste verliert Vincenzo Nibali an Trek mit Weltmeister Mads Pedersen, engagierte dafür Mikel Landa. Der Spanier gehörte wie Carapaz zu Movistar, das den grössten Aderlass zu verkraften hat.

Siegfahrer verlassen das erfolgreichste Team

Movistar versucht, die Abgänge mit Enric Mas zu kompensieren. Der 24-jährige Spanier, vergangenes Jahr Zweiter der Vuelta, bestritt diese Saison mit Deceuninck-Quick Step. Die Belgier waren 2019 mit 68 Siegen erneut das erfolgreichste Team. Sie verlieren neben Mas auch den Sprinter Elia Viviani und den Klassiker-Spezialisten Philippe Gilbert.

Der Belgier Gilbert gewann 2019 Paris–Roubaix, Viviani Etappen an der Tour de France und der Tour de Suisse. Der schon 37-jährige Gilbert wechselt zu Lotto, der zweiten grossen Mannschaft in Belgien. Der Italiener Viviani geht zu Cofidis, das wieder zum Kreis der besten Rennställe gehört.

Quintana und Cavendish in neuen Farben

Viele Wechsel betreffen Profis im fortgeschrittenen Alter. Der 34-jährige Sprinter Mark Cavendish, der im Sommer nicht für die Tour de France berücksichtigt wurde, fährt nun für Bahrain. Der bald 30-jährige Nairo Quintana verlässt Movistar ebenfalls und schliesst sich der französischen Equipe Arkea an.

Zwei Ostschweizer neu auf höchster Stufe

Auch zwei Ostschweizer fanden Anschluss in Mannschaften der World Tour, der höchsten Kategorie im Profigeschäft: Der Toggenburger Patrick Schelling erhielt einen Vertrag bei der Israel Cycling Academy, der Thurgauer Stefan Bissegger bei Education First. Noch offen ist die Zukunft von Reto Hollenstein, dessen bisheriger Arbeitgeber Katjuscha sich zurückgezogen hat. Der Thurgauer Routinier ist aber guten Mutes, dass sich seine Situation bald klärt.

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