Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Giro d'Italia: Vierkampf um Rosa

Zwei gegen zwei – das ist die Ausgangslage vor den acht klassifizierten Gipfeln des Giro d’Italia. Der Leader Richard Carapaz, Mikel Landa, Vincenzo Nibali und Primoz Roglic kämpfen um den Sieg.
Tom Mustroph, Santa Maria di Sala
Richard Carapaz feiert die Verteidigung des Leadertrikots. (Bild: Alessandro Di Meo/EPA (Santa Maria di Sala, 30. Mai 2019))

Richard Carapaz feiert die Verteidigung des Leadertrikots. (Bild: Alessandro Di Meo/EPA (Santa Maria di Sala, 30. Mai 2019))

Team Movistar bringt bei den beiden Bergetappen am Wochenende seine Doppelspitze Richard Carapaz und Mikel Landa ins Spiel. Carapaz geht die Entscheidung von vorn an, er hat das rosa Trikot. Teamkollege Landa ist Vierter. Zwischen ihnen liegen Vincenzo Nibali und Primoz Roglic. Jeder der vier kann noch den Giro gewinnen.

Einem jeden droht aber auch das Schicksal des undankbaren vierten Platzes, der Holzmedaille, der Stelle im Schatten des Scheinwerferlichts.

Interessante Ausgangslage für Italien-Rundfahrt

Für den Giro selbst ist das eine dankbare Konstellation. Kampf bis zum Letzten ist garantiert. Es ist ein doppelter Kampf. Zunächst der um die beste Ausgangsposition vor dem Zeitfahren in Verona. Am Sonntag dann der Kampf gegen die Uhr selbst.

Das interessanteste Blatt hält Mikel Landa in der Hand. Der Baske liegt zwar zurück im Vergleich zu den anderen drei. Er hat in den letzten Tagen allerdings den stärksten Eindruck gemacht, machte Zeit gut auf jeden der Kontrahenten, auch auf den Teamkollegen. Mehrfach fuhr er Carapaz davon.

Wird er dies auch heute und morgen versuchen? «Ich kann noch auf das Podium kommen. Ich kann auch den Giro noch ­gewinnen», sagt Landa ganz offen. Dann aber fällt ihm wieder ein, dass Velosport ja ein Teamsport ist. Und brav gebraucht er den Plural: «Unser Ziel ist das rosa Trikot. Das wollen wir am Ende gewinnen. Und darauf richten wir unsere Taktik aus.»

Von Carapaz ist Ähnliches zu vernehmen. «Ja, ich will das Trikot bis Verona verteidigen», sagt er. Aber auch er wechselt in den Plural. «Wir wollen rosa», sagt er. Und: «Wir werden den Kampf auf der Strasse so interpretieren, dass wir am Ende das Trikot haben.»

Diese Übereinstimmung lässt wenig Hoffnung für das andere Duo. Nibali und Roglic müssen Carapaz ins Wanken bringen. Und weil sie selbst nicht stark genug wirken, müssen sie auch hoffen, dass Attacken von Landa ihn zum Wanken beitragen. Bisher allerdings fügten sich die ­Soloattacken des Basken bestens in eine Orchestervorstellung von Movistar ein. Landa griff an. ­Carapaz liess die anderen arbeiten. Und waren sie erschöpft und mutlos, zog er davon.

Nibali und Roglic müssen füreinander fahren

Um die Szenerie zu verändern, müssen Nibali und Roglic nun zusammenspannen. Das ist die kurioseste Wendung dieses bislang schon sehr abwechslungsreichen Giro. Sie müssen wechselseitig antreten und das Movistar-Duo die Arbeit machen lassen.

Auf Angriffe von Nibali kann man sich verlassen. «Er ist der unberechenbarste Fahrer von allen. Er ist nicht der stärkste Kletterer und nicht der beste Zeitfahrer. Aber er lässt sich immer etwas einfallen», lobte Movistar-Teamchef Eusebio ­Unzue den Sizilianer. Die einzige Berechnung, die man beim Unberechenbaren anstellen kann, ist: Er wird attackieren. «Vincenzo reichen 50 Sekunden Rückstand auf ­Carapaz, um den Giro noch im Zeitfahren zu gewinnen», gab Nibali-Trainer Paolo Slongo als Marschrichtung aus. Jetzt liegt er 1:54 Minuten zurück. Das Vorhaben ist machbar, und Nibali wird es auch versuchen.

Bei Roglic ist das nicht garantiert. In den Bergen fuhr er bisher passiv, verliess sich komplett auf seine Qualitäten in den bisherigen zwei Zeitfahren. Die gewann er. Ein Sieg allein im dritten Zeitfahren reicht Stand jetzt aber nicht für den ganz grossen Coup. Der Slowene muss sogar befürchten, von Landa noch vom Podium verdrängt zu werden. 47 Sekunden nur liegt der Baske zurück. Insgesamt fünf Minuten holte er in den Bergen schon auf. Ein, zwei weitere Minuten könnte Roglic ihn noch ziehen lassen, und sich auf das Zeitfahren verlassen. Aber hat er die Nerven dafür? Und reicht ihm tatsächlich der 3. Platz? Das Wochenende gibt Antwort auf diese Fragen.

18. Etappe, Olang–Santa Maria di Sala (222 km): 1. Cima (ITA) 4:56:04. 2. Ackermann (GER). 3. Consonni (ITA). 4. Sénéchal (FRA). 5. Gibbons (RSA). 6. Belletti (ITA). 7. Cimolai (ITA). 8. Démare (FRA). 9. Sean Bennett (USA). 10. Maestri (ITA). 11. Denz (GER). – Ferner: 33. Nibali (ITA). 35. Roglic (SLO). 42. Carapaz (ECU), alle gleiche Zeit. 62. Reto Hollenstein (SUI) 0:09 zurück. 85. Danilo Wyss (SUI) 0:17. 105. Tom Bohli (SUI) 0:48.

17. Etappe, Commezzadura – Antholz (181 km): 1. Peters (FRA) 4:41:34. 2. Chaves (COL) 1:34 zurück. 3. Formolo (ITA) 1:51. 4. Masnada (ITA). 5. Neilands (LAT), beide gleiche Zeit. 6. Kangert (EST) 2:02. 7. Conti (ITA) 2:08. 8. Brambilla (ITA), gleiche Zeit. 9. Hamilton (AUS) 2:22. 10. Vendrame (ITA) 2:34. – Ferner: 19. Landa (ESP) 4:27. 20. Carapaz (ECU) 4:39. 21. Angel Lopez (COL), gleiche Zeit. 23. Mollema (NED) 4:46. 25. Roglic (SLO). 26. Nibali (ITA), beide gleiche Zeit. 29. Yates (GBR) 5:06. 104. Wyss (SUI) 24:28. 112. Hollenstein (SUI) 29:04. 116. Bohli (SUI), gleiche Zeit.

Gesamtklassement: 1. Carapaz 79:44:22. 2. Nibali 1:54. 3. Roglic 2:16. 4. Mikel Landa (ESP) 3:03. 5. Mollema (NED) 5:07. 6. Angel Lopez (COL) 6:17. 7. Majka (POL) 6:48. 8. Yates (GBR) 7:13. 9. Siwakow (RUS) 8:21. 10. Formolo (ITA) 8:59. – Ferner: 77. Wyss 2:27:06. 92. Hollenstein 2:59:12. 140. Bohli 4:39:34.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.