Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Jeannine Gmelin holt sich auf dem Rotsee den Gesamtweltcup

Die Zürcherin Jeannine Gmelin sichert sich auf dem Rotsee den Gesamtweltcup. Auch die Zentralschweizer Roman Röösli und Patricia Merz sorgen für Glanzpunkte. Sie alle richten den Fokus auf anstehende Grossanlässe.
Claudio Zanini
Die Schnellste im Skiff: Jeannine Gmelin. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 15. Juli 2018))

Die Schnellste im Skiff: Jeannine Gmelin. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 15. Juli 2018))

Es hätte nicht zu diesem erfolgreichen Schweizer Tag gepasst, wenn ausgerechnet in Luzern, beim Heim-Weltcup, die Serie von Jeannine Gmelin gerissen wäre. Die 28-jährige Zürcherin, die in Sarnen wohnt, hat seit ihrem fünften Platz bei den Sommerspielen 2016, alle Einer-Rennen gewohnen. Das sind 17 erste Plätze hintereinander. Wer eine solche Bilanz aufweisen kann, gilt zwangsläufig als Topfavorit. Von Gmelin wurde erwartet, dass sie das Rennen am Rotsee gewinnt und den Sieg im Gesamtweltcup holt.

Erster Platz bei den Single Frauen geht an die Schweizerin Jeannine Gmelin. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 15. Juli 2018))

Dritter Platz bei den Männer Doppel für die Schweizer Nico Stahlberger (links) und Roman Röösli. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 15. Juli 2018))

Fotografen verfolgen die Siegerehrung. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 15. Juli 2018))
Erster Platz bei den Single Frauen geht an die Jeannine Gmelin. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 15. Juli 2018))

Gmelin freut sich über den Gewinn am Rotsee (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 15. Juli 2018))
Bronze beim Männer-Doppel für die Schweizer Nico Stahlberger (links) und Roman Röösli

Der Wettkampf der Achter-Boote gilt als Königsklasse des Rudersports. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 14. Juli 2018))

Der Luzerner Michael Schmid holt sich im leichten Einer Gold. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 14. Juli 2018))

Impression eines Wettkampfes im Zweier-Boot. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 14. Juli 2018))

Ein Helfer sammelt vor dem Start PET-Flaschen ein. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 14. Juli 2018))

Gäste der Rotsee-Badi haben einen perfekten Blick auf den Start der Wettkämpfe. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 14. Juli 2018))
Zuschauer feuern die Ruderer an. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 14. Juli 2018))
Andere haben sich einen gemütlichen Platz im Schatten ergattert. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 14. Juli 2018))

Die Ruder-Fans verteilen sich über das gesamte Rotsee-Ufer. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 14. Juli 2018))
Schon auf dem Trockenen wird gerudert: Athletinnen wärmen sich vor dem Ruderzentrum auf dem Ergometer auf. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 14. Juli 2018))
Aufwärmen auch beim Velo-Parkplatz. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 14. Juli 2018))

Auch die männlichen Kollegen brauchen Aufwärmtraining. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 14. Juli 2018))
Auf einem Steg deponieren die Ruderer ihre Schuhe, bevor sie ins Boot steigen. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 14. Juli 2018))

Auch die Pflege der Arbeitsgeräte darf nicht vergessen werden. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 14. Juli 2018))
19 Bilder

Der Rotsee im Bann des Rudersports

Und die Skiff-Weltmeisterin enttäuschte nicht, doch sie musste kämpfen. Die Irin Sanita Puspure liess sich partout nicht abschütteln. Und auf den letzten 200 Metern nahm noch die Kanadierin Carling Zeeman Fahrt auf. Nur 23 Hundertstelsekunden lagen am Ende zwischen Gmelin und der zweitplatzierten Puspure. Sie habe sich ein enges Rennen gewünscht, sagte die Schweizerin danach. «Ich gebe einfach mein Bestes. Und vielleicht reicht das eines Tages nicht mehr. Aber ich will mir nicht vorwerfen müssen, ich hätte nicht alles für den Sieg unternommen.» Trotz ihrer langen Serie würden solche Erfolge nie normal werden, sagte Gmelin, die zum ersten Mal den Gesamtweltcup gewann. Der Hunger auf weitere Titel scheint jedenfalls noch lange nicht gestillt zu sein. Denn sie richtete den Fokus bereits auf die kommenden Grossanlässe, die Europameisterschaften in Glasgow und die Weltmeisterschaften im bulgarischen Plovdiv. Gemeinsam mit dem Nationalkader absolviert sie ab Donnerstag ein Trainingslager in Varese. Denn die Rechnung scheint letztlich einfach zu sein: «Ich weiss, wie hart ich trainiere. Und im Endeffekt bekommt man das zurück, was man investiert.»

Roman Röösli und Nico Stahlberg wurden im Doppelzweier wie zuletzt beim Weltcup in Linz Dritte. Das Heimrennen schien die beiden anfänglich aber nicht zu beflügeln. Zur Streckenhälfte lagen sie auf dem fünften Zwischenrang zurück. Grundsätzlich überprüft der Thurgauer Stahlberg die Position im Feld während den Rennen. Der Luzerner Röösli sollte möglichst wenig auf die Seiten blicken, damit das Boot nicht unruhig wird. Röösli konnte am Sonntag aber nicht immer widerstehen. Er sagt: «Auf den letzten 250 Metern habe ich fast bei jedem Schlag nach draussen geschaut. Da muss ich mich selbst an der Nase nehmen.» Doch das ist schwierig in einem solch umkämpfen Rennen. Es brauchte eine beherzte Leistung, um sich noch an den Neuseeländern vorbei zu schieben. Was die Schweizer auf den letzten Meter zeigten, war nahe an der Perfektion. «So sollte der Enspurt ungefähr aussehen. Zuvor hatten wir das Boot nochmals ausgerichtet, dann waren wir bereit für den Take-off», sagte Röösli. Sie hoben tatsächlich förmlich ab und legten einen bemerkenswerten letzten Abschnitt hin. Es reichte, um die Neuseeländer noch um 67 Hundertstelsekunden zu distanzieren. Die zweite Streckenhälfte war gut, die ersten 1000 Meter weniger, da gebe es noch Dinge zu verbessern, sagte Röösli.

Patricia Merz und Frédérique Rol sorgten bei den Leichtgewichten für eine Medaille, die nicht budgetiert war. Sie gewannen Bronze im Doppelzweier, es ist ihr erster gemeinsamer Podestplatz im Weltcup. Dass die Zugerin und die Waadtländerin eine Kombination mit Potenzial sind, war bekannt. Das Boot ist eines der mittelfritstigen Projekte des Ruderverbands. Denn der Doppelzweiist in Tokio 2020 die einzige Olympia-Disziplin für Leichtgewichte. Beim ersten Weltcuptermin in diesem Jahr wurden Merz und Rol Fünfte, beim zweiten verbesserten sie sich um einen Platz. Nur mickrige zwei Hundertstel fehlten zum Podium. «Das hat uns gezeigt, dass wir voll dabei sind. Zwei Hundertstel sind so gut wie nichts. Wir wussten, dass wir nichts Grundsätzliches umstellen mussten», sagte Patricia Merz. Sie hätten sich vorgenommen, aggressiv zu starten und möglichst nicht in Rücklage zu geraten, der Plan ging auf. «Es läuft wirklich super momentan. Wir kommen Schritt für Schritt vorwärts.» Auch Merz und Rol visieren als nächstes EM und WM an. Dass sie sich bei diesen Titelkämpfen nun Chancen ausrechnen, liegt nahe. Merz sagte: «Es waren zwar nicht alle Boote hier, aber es gibt kein Team, dass noch viel schneller wäre.» Die Medaille in Luzern ist letztlich nur eine Zwischenstation in dieser Saison, auf dem Weg zu den Grossanlässen. «Für uns ist letztlich nicht entscheidend, wo die Regatta stattfindet, sondern zu welchem Zeitpunkt. Je länger die Saison dauert, desto spritziger werden wir.» Den Weltcup in Luzern sei aber trotzdem immer ein besonderer Anlass. «Es ist schon speziell. Die ganze Ruderwelt kommt hierher, alle freuen sich auf den Rotsee. Und wir wissen: Der See gehört ein bisschen uns.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.