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4 Tore gegen Tottenham: Gnabrys «Wahnsinnsabend»

Serge Gnabry ist an einem denkwürdigen Champions-League-Abend der gefeierte Mann bei Bayern München.
Marco Mader und Nikolas Schmitz (SID) aus London
Serge Gnabry jubelt, die Tottenham-Fans sind konsterniert. Bild: Matt Dunham/Keystone (London, 1. Oktober 2019)

Serge Gnabry jubelt, die Tottenham-Fans sind konsterniert. Bild: Matt Dunham/Keystone (London, 1. Oktober 2019)

Am Ende eines schier unfassbaren Abends war Serge Gnabry für ein paar quälend lange Sekunden ziemlich unglücklich. Der Spielball, den sich der herausragende vierfache Torschütze nach dem grandiosen 7:2 (2:1) des FC Bayern bei Tottenham Hotspur geschnappt hatte, flog plötzlich in den Münchner Fanblock. Gnabry schaute verdutzt, protestierte – und bekam sein Andenken zurück. Glücklich verliess er den Rasen.

«Vier Tore habe ich seit der F-Jugend nicht mehr gemacht, das war für mich ein grandioser Abend», schwärmte der deutsche Nationalspieler nach seiner Gala vor den Augen seiner Familie, deren Anwesenheit ihn sichtlich beflügelt hatte. «Der Druck hat ein bisschen geholfen», sagte Gnabry und berichtete schmunzelnd davon, wie ihn Vater Jean-Hermann zur Höchstleistung getrieben hatte: «Er hat mittags noch mal gesagt, dass ich gut spielen muss – und das habe ich erledigt.»

Ronaldo oder Messi ist das noch nicht gelungen

Ganz der folgsame Sohn, traf Gnabry erstmals überhaupt in der Champions League – und dann gleich viermal (53./55./83./88.). Vier Treffer waren auswärts zuvor noch keinem deutschen Profi in der Königsklasse gelungen. Viermal in der zweiten Halbzeit traf vor Gnabry niemand in der Champions League, kein Messi, kein Ronaldo. «Es ist schwierig, es in Worte zu fassen», sagte Gnabry, der auch die Weltklassestürmer Robert Lewandowski (zwei Tore) und Harry Kane (ein Tor) in den Schatten stellte, «das war einfach ein Wahnsinnsabend, den ich mir so nicht mal erträumt hatte».

Eine besondere Note erhielt der Viererpack dadurch, dass Gnabry einst das Trikot des Spurs-Erzrivalen FC Arsenal getragen hatte (2011–2016). «Nord-London ist rot», schrieb der 24-Jährige bei Instagram. Er habe die Historie «natürlich im Kopf gehabt», meinte Gnabry, «aber man sollte es nicht grösser machen, als es ist».

Überhaupt war er bemüht, den Ball flach zu halten. Der FC Bayern solle sich auf den höchsten Europacup-Sieg, den je eine Mannschaft bei einem englischen Team feiern konnte, «nicht zu viel einbilden», meinte der Nationalspieler: «Das gibt uns mega Selbstvertrauen. Aber wir müssen am Boden bleiben, die Saison ist lang.»

Vielleicht noch ein dicker Kuss

Das teilweise überschwängliche Lob von Kollegen und Vorgesetzten hörte er dennoch gerne. «Das war eine Sternstunde der gesamten Mannschaft, aber natürlich ganz besonders für Serge», sagte Trainer Niko Kovac. «Die Qualitäten, die Serge nach vorne hat, sind sensationell. Mit seiner Geschwindigkeit, seiner engen Ballführung.» Und: Gnabry habe auch in der Defensivarbeit «einen richtigen Sprung gemacht».

Sportdirektor Hasan Salihamidzic sprach von einer «Riesenleistung», Niklas Süle, der Gnabry beim Tänzchen vor der Kurve spasseshalber umgegrätscht hatte, ergänzte: «Es war sein Abend.» In der Tat. Und deshalb versprach Joshua Kimmich seinem Kumpel auch noch eine ganz besondere Belohnung: «Der kriegt vielleicht noch einen Kuss auf die Stirn, bevor er ins Bett geht.»

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