Goldene Zeiten dank Frauen-Power

Drucken
Teilen
Frauen-Power aus Nidwalden: Erika Hess. (Bild: Keystone (Davos, 9. Dezember 1984))

Frauen-Power aus Nidwalden: Erika Hess. (Bild: Keystone (Davos, 9. Dezember 1984))

1977–1986 Die goldenen Schweizer Tage von Sapporo 1972 haben im Weltcup noch keine Nachhaltigkeit. Erst ein Talent startet später im Weltcup durch. Lise-Marie Morerod aus Les Diablerets gewinnt 1977 als erste Schweizerin die grosse Kristallkugel. Beim Finish im Spielerparadies Heavenly Valley hält sie Annemarie Moser-Pröll in Schach. Nach dem Gesamtsieg spricht Morerod mit keinem Journalisten. Sie entschuldigt sich abends am Black-Jack-Tisch: «Ich war nervös und mir nicht bewusst, dass die Entscheidung schon gefallen ist.»

Anderthalb Jahre später liegt sie nach einem schweren Autounfall (Halswirbelbrüche, 14-facher Beckenbruch, Kopfverletzungen) während sechs Monaten im Spital. Nach einem Comebackversuch bricht sie ihre Karriere ab. Die erfahrene Marie-Theres Nadig sowie die aufstrebenden Erika Hess, Michela Figini und Maria Walliser (je zwei Gesamtsiege) übernehmen ihr Erbe. In acht Jahren holen sie sieben Mal (!) die Kugel. Die geballte Frauen-Power beschert dem Schweizer Alpin-Skisport die erfolgreichste Zeit der Weltcup-Geschichte.

Stenmark gewinnt 14 Mal hintereinander

Bei den Männern holt Peter Lüscher 1979 als erster Schweizer die grosse Kugel. Ihm kommt die spezielle Formel, dass pro Disziplin nur drei Rennen zählten, zugute. Lüscher holt zwei Kombi-Siege und einen Sieg im Slalom.

Stenmark gewinnt zwar 13 Rennen, davon alle zehn Riesenslaloms. Aber von diesen zählen nur drei; sieben sind Streichresultate! Saisonübergreifend siegt er 14 Mal hintereinander – Rekord bis heute. In der Männer-Abfahrt ist Franz Klammer die grosse Figur. Er gewinnt 25 Rennen und fünfmal die kleine Kugel. Einer seiner Rivalen ist Peter Müller, der 19 Mal gewinnt und dreimal den Disziplinen-Weltcup holt. (rhe)