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GOLF: Ein Krienser lebt seinen Traum

Philippe Weppernig (21) feilt konsequent an seiner Karriere. Die schulischen und sportlichen Leistungen bringen dem Krienser ein Stipendium in Amerika ein. So kommt er seinem grossen Ziel immer näher.
Philippe Weppernig, hier auf dem Golfplatz in Oberkirch, will in zwei Jahren Profi werden. (Bild Roger Grütter)

Philippe Weppernig, hier auf dem Golfplatz in Oberkirch, will in zwei Jahren Profi werden. (Bild Roger Grütter)

Theres Bühlmann

Sportlich war er schon immer, der 21-jährige Philippe Weppernig aus Kriens. Tennisspielen, Skifahren und Fussball, Letzteres als E-Junior beim SC Kriens. Doch eines Tages wurden die Weichen neu gestellt, dann nämlich, als Vater Günter das Golfspiel entdeckte und bei seinen Söhnen Philippe wie auch bei Michael (18) ein veritables Fieber für diese Sportart auslöste. Philippe Weppernig konzentrierte sich nun intensiv auf das Spiel mit Eisen und Driver, wurde im Alter von 16 Jahren in das Zentralschweizer Kader aufgenommen, und die ersten Erfolge stellten sich ein. In Luzern besuchte er die Kantonsschule Alpenquai, und die Maturaarbeit war, man ahnt es, dem Golfspiel gewidmet mit dem sinnigen Titel «Die Flugbahn des Golfballs». Nach der ­Kanti folgte ein Zwischenjahr, einen Monat verbrachte er in England und einen in Spanien, wo er sich voll auf das Golfspiel konzentrierte.

Golf und Studium perfekt vereint

Doch er wollte mehr, wollte sportlich und beruflich weiterkommen und wenn möglich beide Komponenten unter einen Hut bringen. Und wo lässt sich dies besser vereinbaren als im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, in den USA. Er ging auf die Suche nach einer entsprechenden Universität und beauftragte eine Agentur, «weil diese über ein entsprechendes Know-how verfügen», so Weppernig. «Ich bekam verschiedene Angebote und konnte eine Wahl treffen», sagt er. Diese fiel auf Ohio, denn die schulischen Kosten und den Golfunterricht übernahm die Universität, nur den Flug und die Wohnung musste er selber bezahlen. Der Aufenthalt war auf zwei Jahre befristet, und Philippe Weppernig lebte den Traum, denn neben seinem Wirtschaftsstudium konnte er sein Golfspiel perfektionieren, bei Turnieren und im Training. «Wir wurden sehr gut betreut», äussert er sich sehr lobend über diese Zeit. «An der Uni wurde immer nachgefragt, wie wir uns fühlen und ob alles in Ordnung ist.» Nach zweijährigem Studium kehrte er Ende Mai mit einem sogenannten Associates Degree in Business Administration in die Schweiz zurück.

Erfolgreiche Rückkehr

Derzeit sind Semesterferien angesagt, er arbeitet und berät die Kundschaft nun im Golf- und Tennisshop seiner Eltern und fährt schon mal seinen jüngeren Bruder Michael ins Training. Nur fünf Tage nach seiner Rückkehr holte er sich beim Championat de Suisse Central im Golfclub La Largue in Frankreich den zweiten Platz, und am letzten Wochenende bestritt er das Omnium Blumisberg, belegte Platz 13 (75, 69, 74) als sechstbester Amateur, sein Bruder Michael war einen Schlag besser und klassierte sich auf Platz 9 (72, 73, 72). Die letzte Runde musste wegen Gewittergefahr abgebrochen werden. 20 Stunden in der Woche wendet er für sein Training auf, welches er bei seinem Heimclub in Oberkirch oder in Neuenkirch auf dem Rastenmoos absolviert. Dazu gehört nicht nur das Spiel auf Fairways und Greens, sondern auch Joggen, denn ein 18-Loch- oder sogar ein 36-Loch-Turnier, dies geht an die Substanz, da ist eine sehr gute Kondition erforderlich. Golf ist aber nicht nur eine Sache der körperlichen Fitness und der Technik, viel spielt sich im Kopf ab sehr viel sogar. «In Ohio konnte ich einiges über das mentale Training lernen», sagt Philippe Weppernig. «Nie über die letzten Schläge nachdenken, sich immer nur auf den nächsten fokussieren», ist eines seiner Erfolgsrezepte. Und Musik hören, bevor er sich zum ersten Abschlag begibt, jene des Rappers Eminem.

«Schwächen», sagt er, «hatte ich in der letzten Zeit beim Einlochen. Ich habe mir nun einen neuen Putter zugelegt, jetzt läuft es wieder.» Seine Stärken sieht er beim Spiel mit dem Eisen, und als Vorbild nennt er Tiger Woods. Die einstige Weltnummer 1 macht aber zurzeit eine veritable Krise durch, Pech in der Liebe und Pech im Spiel.

Zurück in die USA

Im August verlässt Philippe Weppernig, der ein Handicap von +1.3 aufweist, die Schweiz wieder in Richtung USA und setzt sein Studium fort. Diesmal an der Universität Eastern Michigan, wo er in der höchsten College-Liga, der NCAA Division I spielen wird. Und der Mann ist ein Glückspilz, er erhält ein grosszügiges Stipendium. Allerdings, so einfach in den Schoss gefallen ist ihm dieser Umstand nicht. Um ein Stipendium zu bekommen, muss man nicht nur golferisch top sein, sondern auch etwas im Köpfchen haben, denn die schulischen Leistungen werden bei der Vergabe berücksichtigt und beides erfüllte der Krienser. «Ich kann meinen Traum leben», sagt er, «und ich weiss, dass ich privilegiert bin.» In zwei Jahren will er mit dem Bachelor in Finance abschliessen und dann sein Golfspiel so weit perfektioniert haben und mental gefestigt sein, dass er seinen grossen Traum verwirklichen kann: «Dann möchte ich als Golfprofi starten.» Er sagt es klipp und klar, voller Überzeugung und wissend, dass aller Anfang als Profi in dieser Sportart sehr schwer ist. Wie sagt Philippe Weppernig aber über die Faszination dieser Sportart: «Man kann immer besser werden und Fortschritte feststellen. Wenn man das eine Ziel erreicht hat, peilt man das nächste an.» Und Ziele, die hat er noch vor sich. Diese lässt er nicht aus den Augen.

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