Kommentar

Gratis-Geld für den Spitzensport in der Schweiz? Nur mit Regeln

Profi-Klubs können per 1. Dezember beim Bund zinslose Darlehen beantragen. Auch A-fonds-perdu-Beiträge werden geprüft. Doch dafür braucht es ganz klare Regeln.

Etienne Wuillemin
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Etienne Wuillemin

Etienne Wuillemin

CH Media

Endlich: Sportministerin Viola Amherd stellt die Gretchenfrage: Braucht es Gratis-Geld fürs Überleben der Profiklubs? Also Millionen, die nie mehr zurückbezahlt werden müssen? Die Ausgangslage ist kompliziert. Weil das Image der überbezahlten, abgehobenen Schnösel schwerer wiegt als jede grossartige Jugendabteilung. Klar ist: Es braucht Regeln. Bevor es Geld gibt.

Punkt 1: Es braucht die totale Transparenz. Wer Geld möchte, legt dem Staat sämtliche Lohnzahlungen an seine Spieler offen. Inklusive Punkteprämien, Unterschrifts-Boni oder gratis Wohnungen und Autos. Das ist die Basis, um Vertrauen zu schaffen.

Punkt 2: Die Hilfe muss in allen Kantonen einheitlich geregelt sein, ansonsten droht Wettbewerbsverfälschung.

Punkt 3: Es braucht ein Modell, das nicht nur die Steuerzahler, sondern auch die Spieler in die Pflicht nimmt. Der Staat soll für sämtliche entgangenen Zuschauer-Einnahmen aufkommen? Das greift zu kurz. Eine Lösung könnte sein: Jene Zuschauer-Gelder, die dem Nachwuchs oder Angestellten abseits des Rasens zugute kommen, werden übernommen. Jener Teil, der in Löhne von über 150'000 Franken pro Spieler pro Jahr fliesst, dagegen nur zu einem Teil. So steht es jedem Mäzen weiter frei, mehr Geld für Spieler auszugeben.