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Grégory Hofmann: Der neue EVZ-Stürmer mit Gefühl und Instinkt

Grégory Hofmann ist einer der besten Schützen der National League. Knackt er beim EV Zug die 30-Tore-Marke?
Sven Aregger
«Ich bin streng zu mir selber.» Grégory Hofmann in der Garderobe des EV Zug. Bild: Stefan Kaiser (Zug, 15. August 2019)

«Ich bin streng zu mir selber.» Grégory Hofmann in der Garderobe des EV Zug. Bild: Stefan Kaiser (Zug, 15. August 2019)

Im Herbst 2018 war für Grégory Hofmann bald einmal klar, dass für ihn nur noch zwei Klubs in Frage kommen: der HC Lugano und der EV Zug. In Lugano lief sein Vertrag aus, er fühlte sich wohl im Tessin. Dort leben seine Mutter und einer seiner Brüder, dort hat er seine Freundin Jessica kennen gelernt. Und im Team nahm der Flügel eine wichtige Rolle ein. Aber der EVZ buhlte heftig um ihn, ein neues Abenteuer in der Zentralschweiz reizte Hofmann. Was also tun? Zwei Tage im November sollten schliesslich entscheidend dafür sein, dass sich Hofmann für eine Zukunft beim EVZ entschloss. Er kam nach Zug und sprach mit Trainer Dan Tangnes, mit CEO Patrick Lengwiler, mit Sportchef Reto Kläy. Er liess sich von Präsident Hans-Peter Strebel durch das Spitzenathletik- und Forschungszentrum «On your marks» führen, das in Cham entsteht und 2020 eröffnet werden soll. Der 26-Jährige war so sehr beeindruckt, dass er bald darauf einen Vierjahresvertrag unterschrieb und – besonders bemerkenswert – auf eine NHL-Ausstiegsklausel verzichtete.

Man kann es als Bekenntnis zum EVZ verstehen. Hofmann war 2011 von den Carolina Hurricanes gedraftet worden, aber damals fühlte er sich nicht bereit für einen Wechsel nach Nordamerika. Vor zwei Jahren absolvierte er in einem Trainingslager zwei Spiele für Carolina, das Interesse an ihm hielt sich allerdings in Grenzen.

Praplan und Rathgeb als negative Beispiele

Der Stürmer hat den Traum von der NHL noch nicht ganz begraben, aber er ist ein Spieler, der das Vertrauen eines Klubs spüren muss. «Ich habe gesehen, was mit Yannick Rathgeb und Vincent Praplan, zwei tollen Spielern, passiert ist. Sie probierten es in der NHL, was auch richtig ist. Aber es hat nicht funktioniert, das ist die Kehrseite der Medaille», sagt Hofmann. «Für mich zählt jetzt nur der EVZ. Der Klub hat alles für mich getan, die sportlichen Perspektiven sind glänzend. Ich bin motiviert und überzeugt, dass ich noch besser werden kann.»

Einfach ist das nicht, der gebürtige Neuenburger ist längst einer der besten Schützen in der National League. In der letzten Qualifikation erzielte er 30 Tore, es war ligaweit der Höchstwert. Sein Tempo und vor allem sein präziser und wuchtiger Handgelenkschuss sind gefürchtet. Was macht ihn zu so einem treffsicheren Skorer? Hofmann sagt: «In der National League neigen wir dazu, aus günstigen Abschlusspositionen noch einen Pass zu spielen. Man muss den Willen haben zu schiessen, und zwar möglichst schnell, damit der Goalie überrascht wird. Vieles geht über Gefühl und Instinkt. Und natürlich braucht es Training, Training, Training.» Im Sommer in Magglingen machte er täglich Schussübungen, rund 100 Pucks legte er sich jeweils bereit. Er sagt: «Ich bin streng zu mir selber.»

Das war nicht immer so. Hofmann war früh in der Karriere nachgesagt worden, dass seine Arbeitsmoral nicht gleich hoch sei wie sein Talent. 2012 wechselte der gelernte Maurer von Ambri nach Davos unter die Fittiche von Arno Del Curto, der lange als bester Ausbildner der Liga galt. Hofmann fehlte zwar noch immer die Konstanz, aber 2015 wurde er Schweizer Meister mit den Bündnern. Er sagt: «Arno war bisher der wichtigste Trainer für mich. Er vertraute mir und konnte mich motivieren. Ich habe die letzten Jahre hart gearbeitet, das war nicht immer spassig.»

Steigerungspotenzial im Spiel ohne Scheibe

EVZ-Trainer Dan Tangnes weiss, dass er Hofmann am Puck nicht mehr viel beibringen kann. Aber dafür umso mehr in der Arbeit ohne Scheibenbesitz. In der Rückwärtsbewegung zum Beispiel oder im Körperspiel. «97 Prozent meiner Zeit auf dem Eis habe ich den Puck nicht am Stock. Diese Zeit muss ich gewinnbringend nutzen», sagt Hofmann. Die Erwartungen an ihn sind hoch. Die Zuzüge von Hofmann und Torhüter Leonardo Genoni machen den EVZ endgültig zu einem Meisterschaftsfavoriten. Hofmann muss produzieren, das ist schliesslich seine Kernkompetenz. Er nimmt es gelassen. «Der Druck ist vor allem da, wenn es nicht gut läuft. Wenn die Einstellung stimmt, mache ich mir keine Sorgen. Ich will eine wichtige Figur werden in Zug.» Der Westschweizer glaubt sogar, dass er mehr als 30 Tore schiessen kann. «Aber wenn es am Ende nur 20 Tore sind und wir dafür einen Pokal in den Händen halten, bin ich natürlich auch zufrieden.»

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