Fussball
Grossartig – Kriens gewinnt und setzt ein eindrückliches Zeichen

Enorm wichtige Punkte für den SC Kriens im Abstiegskampf: Deutlicher 3:0 (2:0)-Auswärtssieg bei Neuchâtel Xamax.

Turi Bucher
Merken
Drucken
Teilen
Liridon Mulaj, hier im Spiel gegen die Neuenburger im Februar, erzielte am Dienstag das Tor zum 3:0-Endstand.

Liridon Mulaj, hier im Spiel gegen die Neuenburger im Februar, erzielte am Dienstag das Tor zum 3:0-Endstand.

Bild: Boris Bürgisser (kriens, 26. Februar 2021)

Es ist noch lange nicht der Klassenerhalt, quasi nur ein Zwischenspurt – aber was für einer: Kriens kontert Super-League-Absteiger Xamax schnörkel-, fehler- und gnadenlos aus, gewinnt in Neuenburg mit 3:0.

Mit diesem Supercoup, der so nicht hatte erwartet werden dürfen, überholen die Krienser in der Tabelle Xamax sogar, dies dank der klar weniger schlechten Tordifferenz (–7 im Vergleich mit –19). Und etwas Glück durfte der SCK auch noch via Totomat beanspruchen: Chiasso, eigentlich der ärgste Krienser Konkurrent im Kampf gegen den Absturz, führte daheim gegen Spitzenreiter Grasshoppers bis zur 94. Minute 2:1, ehe GC noch der Ausgleich gelang. Damit steht der aktuelle Vorsprung von Kriens auf den Abstiegsrang bei vier Punkten.

Kriens-Sportchef Bruno Galliker hatte mit seiner Analyse unmittelbar nach Schlusspfiff natürlich recht: «Vieles ist in diesem Spiel für uns gelaufen. Der frühe Führungstreffer, das Eigentor praktisch mit dem Pausenpfiff. Aber die Mannschaft hat in der zweiten Halbzeit nichts mehr anbrennen lassen, blieb mehr oder weniger fehlerlos.»

Klar, das frühe 1:0 spielte Kriens in die Konterkarten. Aber ein Führungstreffer für den SCK – der will zuerst erzielt sein. Stürmer Mark Marleku tat es, von Anthony Bürgisser mit einem Pass in die Tiefe der Neuenburger Strafraumzone lanciert, äusserst versiert. Marleku verteidigte gegen zwei Xamax-Verteidiger den Ballbesitz und lupfte dann den Ball über den heraussprintenden Torhüter Laurent Walther.

Kriens agierte sehr defensiv, dem SCK gelang der perfekte Konterfussball, der perfekte Abend. Sekunden vor der Halbzeit stoppte das Heimteam einen Kriens-Gegenstoss dreissig Meter vor dem eigenen Tor regelwidrig. Helios Sessolo, eben erst gefoult, flankte in den Xamax-Strafraum, wo Mike Gomes seinen «Befreiungsschlag» als Eigentor zum 2:0 ins Xamax-Netz schoss.

Mit einer Extraportion SCK-Mentalität erfolgreich

Xamax spielte nach der Pause den Ball schnell nach vorne, es blieb keine Zeit zu verlieren. Doch als Liridon Mulaj nach einer Stunde Spielzeit mit einer feinen Einzelleistung das 3:0 und damit in dieser Saison der vierte Treffer gegen seinen letztjährigen Verein gelang, waren die schon zuvor konsternierten Neuenburger wie ausgeblendet. Kriens hatte keine grosse Probleme mehr, das klare Resultat zu schützen.

Dieser Sieg wurde mit einer Extraportion SCK-Mentalität in die Innerschweiz heimgefahren. Mit Teamgeist, mit Kampfbereitschaft, ja ... mit Challenge-League-Tauglichkeit.

Wie Bürgisser im Zentrum die Zweikämpfe gewann, wie Mulaj mit seiner Technik, mit seinen Sprints wichtigen Ballbesitz reklamierte, wie Mirlind Kryeziu in der Verteidigung die Kopfballdominanz demonstrierte, wie Marleku als einziger Stürmer die Xamax-Abwehr kraftvoll beschäftigte und technisch schön aus den Angeln hob – das war ganz einfach beeindruckend. Aber das Wichtigste: Wer hier nicht mit Namen erwähnt ist, weiss – es war ein Sieg, der aufgrund der kompakten Mannschaftsleistung zustande kam.

«Es gibt keinen Grund, stolz zu sein», sagte SCK-Sportchef Galliker in den Katakomben der Maladière aber. «Dies ist ein Schritt in die richtige, in die gewünschte Richtung. Mehr nicht.» Am Samstag muss Kriens im Heimspiel gegen Wil bestätigen, dass der grossartige 3:0-Sieg bei Xamax nicht nur ein «Ausrutscher nach oben» gewesen ist.