Häberli bleibt im Amt - FCL-Sportchef Meyer hält an Galgenfrist für den Trainer fest

Thomas Häberli hat heute Sonntag mit den Ersatzspielern das übliche Training am Tag nach dem Spiel absolviert. Die 0:3-Niederlage beim FC Zürich hinterliess Spuren, der FCL-Coach wirkte geknickt. Doch Häberli behält seine Position.

Daniel Wyrsch
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FCL-Trainer Thomas Häberli mit Einwechselspieler Lazar Cirkovic beim Match in Zürich vom Samstag. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus, 23. November 2019)

FCL-Trainer Thomas Häberli mit Einwechselspieler Lazar Cirkovic beim Match in Zürich vom Samstag. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus, 23. November 2019)

Die Luzerner Ersatzleute vom Match in Zürich (0:3-Niederlage) trainierten am Sonntagvormittag mit zahlreichen jungen Spielern auf der Allmend. Francesco Margiotta, Lazar Cirkovic und Shkelqim Demhasaj übten an der Seite von kaum bekannten Jungprofis wie Marco Burch und Lorik Emini. Trainer Thomas Häberli stand wenige Meter daneben, schaute an der Seite von Konditionstrainer Christian Schmidt zu, wie sein Assistent Manuel Klökler die Spieler antrieb. 

Aus verständlichen Gründen wirkte Thomas Häberli nachdenklich und geknickt. Nach vier Niederlagen in Folge ist in den meisten Klubs der Trainerstuhl stark am Wanken. Ganz besonders in Luzern, wo Sportchef Remo Meyer den Coach bereits vor zwei Wochen zu Beginn der Länderspielpause öffentlich anzählte. Er hatte in einem Interview festgestellt, dass Häberli das Potenzial der Mannschaft nicht ausschöpfe. Das kam einer Demontage des Trainers gleich.

Meyer spricht in der Wir-Form

FCL-Sportchef Meyer war am Samstag nach der 0:3-Klatsche in Zürich weder für die TV-Stationen noch für die Zeitungs- und Radiojournalisten zu sprechen. Heute Sonntag stellte er sich am Nachmittag unseren Fragen. Schriftlich via E-Mail antwortete Meyer: «Natürlich sind wir mit dem Spiel gegen Zürich alle nicht zufrieden. Die Enttäuschung ist daher mehr als nachvollziehbar.» Und: «Wie vergangene Woche schon gesagt, wollen wir uns gemeinsam auf die letzten Spiele konzentrieren, um gute Leistungen abrufen zu können und um noch weitere Punkte einzufahren.» Sportchef Meyer kommunizierte in der Wir-Form, schloss sich von der Herausforderung nicht aus: 

«Wir sind alle gefordert; die Mannschaft, der Staff und ich gleichermassen.»

Allerdings steht Remo Meyer weiter zu seiner Beurteilung der Leistungen von Trainer Thomas Häberli und der Mannschaft: «Dass wir mit dem bisher Gezeigten nicht zufrieden sein können, liegt auf der Hand.» Entsprechend steht Luzerns Sportchef weiter zum vielzitierten Interview mit Zentralplus. Somit geht die Galgenfrist von Trainer Häberli weiter.

Rotsünder Eleke bleibt von Einzelkritik verschont

Stürmer Blessing Eleke musste im Letzigrund nach einem brutalen Foul in der 40. Minute den Platz verlassen. Der Nigerianer war FCZ-Gegenspieler Becir Omeragic mit der offenen Sohle auf die Wade getreten. Schiedsrichter Stefan Horisberger hatte nach Intervention des VAR die Szene noch einmal am TV-Bildschirm angeschaut und schliesslich Eleke statt der gelben die rote Karte gezeigt. Meyer geht mit dem erfolglosen und jetzt auch noch unbeherrschten Angreifer dennoch nicht hart ins Gericht: «Blessing wie das gesamte Team konnten bisher nicht überzeugen. Eine Kritik nur an einer Person erachten wir als nicht richtig.»

Das FCL-Restprogramm hat es bekanntlich in sich: Am nächsten Sonntag kommt St. Gallen (3.) nach Luzern, anschliessend geht's zum Meister YB (1.) nach Bern und schliesslich gastiert Basel (2.) zum Abschluss der Vorrunde in der Swisspor-Arena. Da hätte sich für den FC Luzern auch eine interimistische Lösung bis zur Winterpause aufdrängen können. Hat es sich für Meyer aber offenbar nicht. Darum macht der Sportchef mit Häberli weiter.

FCL geht beim FC Zürich mit 0:3 unter - Häberli steht wohl vor dem Aus

Dem FC Luzern gelingt der angestrebte Befreiungsschlag auswärts gegen den FC Zürich nicht. Stattdessen kassieren die Innerschweizer eine 0:3-Klatsche. Für den bereits vor dem Spiel angezählten Trainer Thomas Häberli dürfte es nach der vierten Niederlage in Serie eng werden.
Daniel Wyrsch aus Zürich