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Das Häberli-Hoch beim FC Luzern hält weiter an

Der neue FCL-Trainer Thomas Häberli sorgt für eine kleine Euphorie. Beim 3:0 gegen den FC St. Gallen zeigen die Luzerner Leidenschaft, Kampfgeist und Spass am Spiel.
Raphael Gutzwiller
Es läuft wieder beim FCL – Verteidiger Lucas Alves und Stürmer Blessing Eleke freuen sich über den Sieg gegen St.Gallen. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Es läuft wieder beim FCL – Verteidiger Lucas Alves und Stürmer Blessing Eleke freuen sich über den Sieg gegen St.Gallen. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Thomas Häberlis Energie während des Spiels ist spürbar. Wenn der FCL eine schwierige Phase durchläuft, rüttelt er an der Seitenlinie seine Spieler auf. Er gibt Anweisungen, klatscht in die Hände, schüttelt den Kopf. Und wenn ein Tor fällt, jubelt der ehemalige Topstürmer so, als hätte er selber getroffen. Etwas, was er auch gegen St. Gallen wieder mehrfach machen konnte. Gleich mit 3:0 fegte sein Team den Gast aus der Ostschweiz aus dem Stadion. Die Freude war nach der Partie bei ihm so gross, dass sein Jubelschrei in den Katakomben der Arena nachhallte.

Nur wenige Minuten später an der Pressekonferenz wirkte Häberli gefasster. Er merkte an, dass es nicht immer so laufen könne. «Natürlich waren die letzten zwei Wochen unglaublich. Doch wir müssen uns bewusst sein, dass wieder andere Zeiten kommen werden.» Auch wenn Häberli auf die Euphoriebremse drückt, langsam aber sicher träumt man dank dem neuen Trainer von viel mehr: vom Cupsieg, von einer Aufholjagd in der Meisterschaft, wie man sie vor einem Jahr hatte, als man am Ende auf dem dritten Rang landete. Nach einem Start-Unentschieden beim FC Zürich gewann der FCL unter Häberli die letzten drei Spiele allesamt, insgesamt mit einem Torverhältnis von 10:1. «Wir haben derzeit einfach enorm grosses Selbstvertrauen», erklärte Routinier Christian Schwegler. «Natürlich hat da auch der Trainer seinen Anteil. Er hat uns enorm stark geredet und uns Selbstvertrauen gegeben.» Und Torhüter David Zibung sagte, dass derzeit jeder solidarisch für den Mitspieler kämpfe:

«Wir verteidigen mit grosser Leidenschaft unser Tor. Und alle sind glücklich darüber, dass wir zweimal nacheinander die Null halten konnten.»

Sinnbildlich dafür steht etwa eine Aktion, als der nicht gerade für Defensivarbeit bekannte Offensivspieler Ruben Vargas nach rund einer halben Stunde als hinterster Mann den Ball eroberte.

Kann gegen St. Gallen gleich dreimal Jubeln: FCL-Trainer Thomas Häberli. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Luzern, 10. März 2019))

Kann gegen St. Gallen gleich dreimal Jubeln: FCL-Trainer Thomas Häberli. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Luzern, 10. März 2019))

Die scheinbar unendliche Energie, die Trainer Häberli an der Seitenlinie ausstrahlt, scheint sich auch auf die Mannschaft auszuwirken. Dreimal innerhalb von acht Tagen startete Häberli mit derselben Startelf in eine Partie, Ermüdungserscheinungen sind dennoch keine aufgetreten. Dabei hatte Häberli nach dem 1:1 beim FC Zürich noch von fehlender Frische gesprochen. Nun meinte er: «In Zürich waren wir zu wenig spritzig, dies wollten wir korrigieren. Es freut mich, dass dies gelungen ist.»

Achter Sieg in Folge gegen St. Gallen

Gegen St. Gallen starteten die Luzerner genauso, wie sie am Mittwoch bei der 4:0-Gala gegen die Young Boys aufgehört hatten: voller Spielfreude und Entschlossenheit. Doch nachdem in der Startphase die mögliche Führung noch nicht erzielt wurde, flachte das Spiel merklich ab. «Auch ich dachte, dass wir mit einem 0:0 in die Pause gehen würden», sagte Häberli später. Doch da hatte er die Rechnung ohne Pascal Schürpf gemacht. Der Publikumsliebling köpfelte den Ball nach einer tollen Flanke von Christian Schwegler zum 1:0 in die Maschen. Und spätestens nach Christian Schneuwlys 2:0 zu Beginn der zweiten Halbzeit wurde das Duell mit dem Lieblingsgegner aus St. Gallen zu einem einzigen Schaulaufen für die Luzerner Offensive. Allein der Nigerianer Blessing Eleke hätte mit seiner unberechenbaren Spielweise und seinen guten Abschlüssen noch einige Treffer erzielen können, erfolgreich war er jedoch nur einmal. Somit siegte der FCL mit 3:0 gegen einen Gegner, der auf der ganzen Linie enttäuschte. Luzerns Bilanz gegen St. Gallen ist weiter beeindruckend: In den letzten zehn Partien siegte der FCL neunmal, zuletzt gar achtmal in Folge.

Der überzeugende Erfolg gegen den FC St. Gallen entfacht eine kleine Euphorie. Doch Achtung: Nächsten Sonntag geht es zum Angstgegner nach Thun.

Luzern - St. Gallen 3:0 (1:0)
8991 Zuschauer. - SR Hänni. - Tore: 44. Schürpf (Schwegler) 1:0. 56. Schneuwly (Schürpf) 2:0. 85. Eleke 3:0.
Luzern: Zibung; Schwegler, Lucas, Cirkovic (83. Custodio), Sidler; Voca, Schulz; Schneuwly, Vargas (60. Ndenge), Schürpf (72. Demhasaj); Eleke.
St. Gallen: Lopar; Koch (59. Barnetta), Hefti, Stergiou, Wittwer; Quintilla (82. Ruiz); Sierro, Ashimeru; Bakayoko, Guillemenot (59. Rapp), Kutesa.
Bemerkungen: Luzern ohne Kakabadse, Juric, Knezevic und Schmid (alle verletzt). St. Gallen ohne Stojanovic (gesperrt), Itten, Lüchinger und Wiss (alle verletzt). 12. Schuss von Ashimeru streift den Pfosten. 79. Lattenschuss Eleke. Verwarnungen: 40. Schneuwly (Foul), 49. Sidler (Foul), 53. Stergiou (Foul), 85. Eleke (Unsportlichkeit).

Die FCL-Noten zum Spiel gegen St. Gallen:

Dave Zibung (Note 4.5): Seine Hauptaufgabe ist diesmal vor allem das Dirigieren. Er wird selten gefordert. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Luzern, 16. Dezember 2018)Dave Zibung (Note 4.5): Seine Hauptaufgabe ist diesmal vor allem das Dirigieren. Er wird selten gefordert. (Bild: Urs Flüeler/Keystone, Luzern, 16. Dezember 2018)
Christian Schwegler (Note 5): Zeigt defensiv eine solide Leistung. Seine Flanke auf Schürpf vor dem 1:0 ist mustergültig. (Bild: Alexandra Wey/Keystone, Luzern, 10. März 2019)Christian Schwegler (Note 5): Zeigt defensiv eine solide Leistung. Seine Flanke auf Schürpf vor dem 1:0 ist mustergültig. (Bild: Alexandra Wey/Keystone, Luzern, 10. März 2019)
Lazar Cirkovic (Note 4.5): Der zweikampfstarke Abwehrhüne hat die Defensive im Griff. Spielt diesmal fehlerlos. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus, Luzern, 10. März 2019)Lazar Cirkovic (Note 4.5): Der zweikampfstarke Abwehrhüne hat die Defensive im Griff. Spielt diesmal fehlerlos. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus, Luzern, 10. März 2019)
Lucas Alves (Note 4.5): Wenn er viel Selbstvertrauen hat, wird er plötzlich zum Dribbler – dabei gelingt ihm aber nicht alles. (Bild: Alexandra Wey/Keystone, Luzern, 10. März 2019)Lucas Alves (Note 4.5): Wenn er viel Selbstvertrauen hat, wird er plötzlich zum Dribbler – dabei gelingt ihm aber nicht alles. (Bild: Alexandra Wey/Keystone, Luzern, 10. März 2019)
Silvan Sidler (Note 4.5): Kämpferischer, guter Auftritt. Doch das FCL-Talent hat Glück, dass er nicht Gelb-Rot sieht. (Bild: Alexandra Wey/Keystone, Luzern, 10. März 2019)Silvan Sidler (Note 4.5): Kämpferischer, guter Auftritt. Doch das FCL-Talent hat Glück, dass er nicht Gelb-Rot sieht. (Bild: Alexandra Wey/Keystone, Luzern, 10. März 2019)
Idriz Voca (ganz rechts, Note 5): Fast hätte er einen beherzten Auftritt mit einem Tor gekrönt. Doch seinen Schuss (39.), kann Sierro noch blocken. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus, Luzern, 10. März 2019)Idriz Voca (ganz rechts, Note 5): Fast hätte er einen beherzten Auftritt mit einem Tor gekrönt. Doch seinen Schuss (39.), kann Sierro noch blocken. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus, Luzern, 10. März 2019)
Marvin Schulz (Note 5): Zeigt eine konzentrierte und kämpferische Leistung im Mittelfeld. Hat einen guten Schuss (76.). (Bild: Martin Meienberger/freshfocus, Luzern, 10. März 2019)Marvin Schulz (Note 5): Zeigt eine konzentrierte und kämpferische Leistung im Mittelfeld. Hat einen guten Schuss (76.). (Bild: Martin Meienberger/freshfocus, Luzern, 10. März 2019)
Ruben Vargas (rechts, Note 5): Nach seinem Traumtor gegen die Young Boys strotzt er vor Selbstvertrauen. Er ist sehr aktiv. Wichtig ist seine Balleroberung vor dem 1:0. Muss nach einer Stunde raus. (Bild: Madeleine Duquenne/freshfocus, Luzern, 10. März 2019)Ruben Vargas (rechts, Note 5): Nach seinem Traumtor gegen die Young Boys strotzt er vor Selbstvertrauen. Er ist sehr aktiv. Wichtig ist seine Balleroberung vor dem 1:0. Muss nach einer Stunde raus. (Bild: Madeleine Duquenne/freshfocus, Luzern, 10. März 2019)
Christian Schneuwly (Note 5): Der Captain zeigt eine gute Partie, seine Flanken sind gefährlich. Er krönt seinen Auftritt mit dem 2:0, das er nur einzuschieben braucht. (Bild: Madeleine Duquenne/freshfocus, Luzern, 10. März 2019)Christian Schneuwly (Note 5): Der Captain zeigt eine gute Partie, seine Flanken sind gefährlich. Er krönt seinen Auftritt mit dem 2:0, das er nur einzuschieben braucht. (Bild: Madeleine Duquenne/freshfocus, Luzern, 10. März 2019)
Pascal Schürpf (Note 5.5): Der Publikumsliebling ist in Form: Das 1:0 schiesst er per Kopf selber, das 2:0 bereitet er mustergültig vor. (Bild: Alexandra Wey/Keystone, Luzern, 10. März 2019)Pascal Schürpf (Note 5.5): Der Publikumsliebling ist in Form: Das 1:0 schiesst er per Kopf selber, das 2:0 bereitet er mustergültig vor. (Bild: Alexandra Wey/Keystone, Luzern, 10. März 2019)
Blessing Eleke (Note 5.5): Er ist der auffälligste Spieler auf dem Platz. Neben seinem Tor zum 3:0 erzielt er noch einen Treffer aus Abseitsposition und hat einen Lattenschuss. Kann Bälle halten. (Bild: Madeleine Duquenne/freshfocus, Luzern, 10. März 2019)Blessing Eleke (Note 5.5): Er ist der auffälligste Spieler auf dem Platz. Neben seinem Tor zum 3:0 erzielt er noch einen Treffer aus Abseitsposition und hat einen Lattenschuss. Kann Bälle halten. (Bild: Madeleine Duquenne/freshfocus, Luzern, 10. März 2019)
Tsiy William Ndenge (Note 5): Ist nach seiner Einwechslung ein Gewinn. Er ist ballsicher und hat ein gutes Auge. Bereitet Elekes Lattenschuss (79.) ideal vor. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus, Luzern, 10. März 2019)Tsiy William Ndenge (Note 5): Ist nach seiner Einwechslung ein Gewinn. Er ist ballsicher und hat ein gutes Auge. Bereitet Elekes Lattenschuss (79.) ideal vor. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus, Luzern, 10. März 2019)
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FC Luzern gegen FC St. Gallen - die Noten

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