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Häberlis Feuertaufen als FCL-Trainer im Letzigrund

Thomas Häberli startet in sein Abenteuer als Trainer des FC Luzern gleich mit zwei Auswärtspartien in Zürich. In der Vorbereitung des Spiels am Sonntag (16.00) gegen den FCZ hat er beim FCL schon einiges geändert.
Raphael Gutzwiller
Der neue FCL-Trainer Thomas Häberli (Mitte) sorgt für Aufbruchstimmung. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Luzern, 22. Februar 2019))

Der neue FCL-Trainer Thomas Häberli (Mitte) sorgt für Aufbruchstimmung. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Luzern, 22. Februar 2019))

Vergessen und überstanden: Alle Unruhen rund um den FC Luzern scheinen beim Abschlusstraining am Samstagvormittag weit weg zu sein. Es wird gelacht, es werden Spässchen gemacht. Die Stimmung zwischen den Übungen ist locker, gleichwohl sind die Spieler konzentriert und ehrgeizig bei der Sache. Nachdem Thomas Häberli am Tag zuvor das Team des FC Luzern übernommen hat, herrscht spürbar Aufbruchstimmung.

Bereits am Sonntag, am dritten Arbeitstag des neuen Cheftrainers, kommt es zum ersten Ernstkampf für den Ballwiler. Grosse Änderungen werde er nicht machen, hat Häberli bereits angekündigt. Es ist davon auszugehen, dass zum Start ähnliche Spieler wie zuletzt unter René Weiler zum Einsatz kommen werden. «Natürlich ist die Zeit sehr kurz», sagt Häberli. «Deshalb möchte ich gar nicht zu viele Irritationen im Team erzeugen und nicht allzu viel ändern. Da und dort setze ich aber natürlich das Schräubchen an und versuche, etwas zu optimieren.»

Sichtbar sind Änderungen schon im Abschlusstraining. War unter Häberlis Vorgänger Weiler jeweils nur das Kader für das Spiel anwesend, trainierten diesmal alle fitten Spieler gemeinsam. Zudem absolvierten die verletzten Otar Kakabadze und Stefan Knezevic Individualtrainings auf dem Platz, einzig Stürmer Tomi Juric fehlte, er laboriert an einer Haarrissfraktur im Zeh. Der Australier sei aber nach wie vor ein Kaderspieler, der sich nach der Verletzung, wegen der er nur einige Tage ausfallen sollte, auch bei Häberli wieder für die Startelf aufdrängen kann, heisst es beim FCL.

Taktik-Training neu im geschützten Stadion

Trainer Häberli gilt als Taktiker. Aus Basel, wo er zuletzt gearbeitet hat, eilt ihm der Ruf eines Theoretikers voraus. Auf Statistiken, Daten und taktische Ausrichtungen legt er deutlich mehr Wert als Vorgänger Weiler. Das ist auch im Training sichtbar. Der erste Teil des Abschlusstrainings findet nämlich im Stadion statt – hinter verschlossenen Türen. Schon am Freitag absolvierte Häberlis Team einen Teil der Einheit im Stadion.

«Wir müssen manchmal ins Stadion, ich will ja nicht, dass der Gegner die ganzen Trainings zuschauen kann»,

begründet Häberli. Zum Üben der optimalen Taktik oder von Standardvarianten sei dies wichtig.

Bevor der zweite Teil der Einheit auf einem Nebenplatz startet, applaudieren die Spieler für Christian Schmidt. Der beliebte Konditionstrainer arbeitet nach dem Entscheid von Häberli per sofort wieder mit der ersten Mannschaft, unter Weiler hat er lediglich mit den verletzten Spielern arbeiten können. Ähnlich wie schon bei Gerardo Seoane und Markus Babbel leitet der Korse das Einlaufen, schleift die Spieler im Läuferischen und im Kraftbereich. «Schmidt hat grosses Wissen und ist eine Ressource, die wir nutzen müssen», begründet Häberli seinen Entscheid. Die von Weiler übernommenen Assistenten Manuel Klökler und Thomas Binggeli ergänzen den Trainerstaff.

Im FCL-Abschlusstraining ist auffällig: Immer wieder unterbricht Häberli das Schlussspiel, um den Spielern konkrete Anweisungen zu geben. Zumindest in Sachen Gesten erinnert er irgendwie an den heutigen Young-Boys-Trainer Gerardo Seoane, der mit dem FC Luzern vor einem Jahr in der Rückrunde von Rang neun noch auf Platz drei stürmte. Ob der langjährige YB-Stürmer Häberli ähnlich erfolgreich wie Seoane sein kann, wird sich in den nächsten Tagen und Wochen weisen. Anders als damals Seoane kann Häberli jedoch nicht in der Swissporarena seine erste Partie coachen.

Zürichs Europa-League-Spiel als Vorteil für den FCL?

Zum Start muss er mit seinem FC Luzern gleich zweimal auswärts im Zürcher Letzigrund antreten. Am Sonntag spielt der FCL gegen den FC Zürich, am kommenden Samstag bei Rekordmeister GC. «Natürlich wäre ein Heimspiel zum Start schön gewesen, aber die Konstellation ist so und die akzeptieren wir», sagt Häberli. «Ich freue mich auf jeden Fall sehr darauf, dass es nun zum Ernstkampf kommt.» Gegner Zürich ist erst am Freitag vom Europa-League-Spiel in Neapel zurückgereist (0:2), Häberli weist darauf hin, dass dies ein Vorteil für den FCL sein könnte.

Der FCL reist erst am Matchtag nach Zürich, der Ablauf bleibt genau gleich wie unter Weiler. «Man weiss im Change-Management, dass es sicher nicht gut wäre, wenn man zu viele Massnahmen ergreift, ohne davor eine tiefgründige Diagnose stellen zu können», begründet Häberli. Eine grosse Änderung strebt der neue Trainer aber bestimmt an: Der FC Luzern soll erstmals im Jahr 2019 punkten.

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