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Halbmarathon-Sieger Neil Burton: «Besser, als ich es jemals erlebt habe»

Neil Burton gewinnt den Halbmarathon souverän. Das persönliche Rennen gegen die Zeit verliert der Engländer aber ganz knapp.
Stephan Santschi
Der Engländer Neil Burton allein unterwegs auf der Horwer Halbinsel. (Bild: Jakob Ineichen)

Der Engländer Neil Burton allein unterwegs auf der Horwer Halbinsel. (Bild: Jakob Ineichen)

Halbmarathon Männer Es waren bemerkenswerte Bilder. Läufer, die gerade das Ziel passiert hatten, warfen sich auf den Boden der kleinen Empore, wo jeweils das Siegerinterview stattfindet. Völlig ausgepumpt blieben sie liegen, am Ende ihrer Kräfte. Unmittelbar daneben stand Neil Burton mit einem Lächeln im Gesicht – und dies schon seit geraumer Zeit. Scheinbar mit Leichtigkeit hatte der 36-jährige Engländer des LC Basel seine Konkurrenz distanziert. Am Ende gewann er den Halbmarathon der Männer in 1.06.38 Stunden mit einem Vorsprung von 2.54 Minuten auf den in Sursee wohnhaften Frauenfelder Elias Gemperli, der hier letztes Jahr den Marathon gewonnen hatte.

Am Ende fehlte Burton weniger als eine Minute auf den Streckenrekord von Christopher Zablocki aus dem Jahr 2016 (1.05.42). «Ich bin sehr zufrieden, ich wusste, dass es knapp wird mit der Zeit», kommentierte Burton seinen Galaauftritt.

Persönliche Bestzeit um sechs Sekunden verpasst

Wie bitte? Warum sollte es bei einer solchen Dominanz knapp werden? Neil Burton lächelt wieder und erklärt: «Ich weiss, dass ich gut in Form bin, dass ich gut trainiert habe. Ich wollte hier meine Bestzeit knacken. Sie liegt bei 1.06.32 Stunden.» Nur sechs Sekunden fehlten also zum Rekord, kurz vor Schluss merkte er aber, dass es nicht reichen würde. «Ich hätte den letzten Kilometer in drei Minuten laufen müssen. Doch da war ich dann doch schon etwas müde.»

Das zeigt: Neil Burton konkurrierte am Sonntag nicht mit anderen Läufern, sondern vor allem mit sich selber. Von Beginn weg drückte er dem Wettkampf über 21,1 Kilometer den Stempel auf und zog unwiderstehlich davon. «Nach fünf Kilometern bei der Steigung war es etwas hart, da musste ich mich anschliessend kurz erholen», berichtet er. Ansonsten, so scheint es, hat er seine Premiere am Swiss City Marathon in Luzern vor allem genossen. «Das Publikum ist sehr gut, die Unterstützung war toll. Besser, als ich es jemals zuvor erlebt habe.»

Neil Burton macht sich Namen als Allrounder

Doch wer ist eigentlich dieser Neil Burton? Ursprünglich stammt er aus England, ge­nauer aus dem Nordwesten von London, aus der 80000-Einwohner-Stadt Hemel Hempstead. Im Jahr 2009 fand der studierte Biologe aus beruflichen Gründen in die Schweiz, heute arbeitet er als Medical Information Manager in der Pharma-Industrie. Mit seiner Frau und den beiden Kindern (3- und 5-jährig) lebt er in Basel.

In der hiesigen Laufszene hat sich Neil Burton mittlerweile einen Namen als Allrounder gemacht. Dreimal schon gewann er den Halbmarathon in Basel. 2018 wurde er Erster an der Schweizer Meisterschaft über 10 Kilometer auf der Bahn. Im Frühjahr 2019 gewann er in Luzern den «Lozärner Cross» über sechs Kilometer. Als sein wertvollstes Ergebnis bezeichnet er den vierten Platz im vergangenen Jahr am Greifenseelauf (21,1 Kilometer), als er knapp drei Minuten hinter Sieger Tadesse Abraham ins Ziel kam.

Spielen mit den Kindern anstatt feiern

So unaufgeregt, wie er nach seinem souveränen Sieg in Luzern Auskunft gab, so gelassen schaute der passionierte Gitarrenspieler auch den Feierlichkeiten des Sonntagnachmittags entgegen. «Es ist nichts Grosses geplant. Es ist schönes Wetter. Ich werde nach Hause gehen und mit den Kindern spielen.» Die Sache mit der verpassten persönlichen Halbmarathon-Bestzeit will er aber nicht auf sich sitzen lassen. «Im nächsten Frühjahr werde ich wieder angreifen.»

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