HALLENHOCKEY: Ein Fall für Zimmermann

Carina Zimmermann ist eine der stärksten Spielerinnen beim NLA-Team des Luzerner SC. Die 20-Jährige mit dem kriminalistischen Gespür steht heute im Final.

Theres Bühlmann
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Carina Zimmermann blickt optimistisch dem heutigen Final in der Maihofhalle entgegen. (Bild Roger Grütter)

Carina Zimmermann blickt optimistisch dem heutigen Final in der Maihofhalle entgegen. (Bild Roger Grütter)

Sie ist eine offene, fröhliche und kommunikative Persönlichkeit, die 20-jährige Carina Zimmermann. Landhockey ist ihre grosse Leidenschaft, das kommt im Gespräch voll zum Tragen, und sie lebt für ihren Sport. Und dies seit ihrem sechsten Lebensjahr, als sie ihre ersten Gehversuche in dieser Sportart machte. «Ich spielte damals Fussball bei den Junioren, suchte aber etwas Neues», blickt sie zurück. In den Herbstferien schaute sie dann im Rahmen der Luzerner Herbst-Sportwochen beim Landhockey vorbei. Ein Tipp ihres Vaters, der von einem Bekannten auf diese Sportart aufmerksam gemacht wurde. Carina Zimmermann fand Gefallen, blieb hängen und durchlief beim Luzerner SC sämtliche Stufen und konnte mit der U-14-Mannschaft den Schweizer-Meister-Titel feiern. «Als eine unserer stärksten Feldspielerinnen, als Leistungsträgerin» wird sie von NLA-Trainer Mathias Schaeben bezeichnet. «Sie verfügt über viel Talent und übernimmt auch Verantwortung.» Und die so Angesprochene gibt das Kompliment zurück. «Mathias Schaeben ist ein ausgewiesener und kompetenter Trainer, der die Eigenschaft besitzt, alles sehr anschaulich zu vermitteln.»

Das Ziel zum Greifen nah

Halbe Sachen gibt es bei Carina Zimmermann nicht, sie arbeitet an sich, will das Maximum erreichen. «Eines meiner ganz grossen Ziele ist das Gewinnen eines Schweizer-Meister-Titels mit dem Luzerner SC», sagt die Verteidigerin. Und dieses Ziel ist nahe, denn die Luzernerinnen setzten sich gestern beim Halbfinal im Kampf um den Titel gegen die Black Boys Genf knapp mit 1:0 durch. Allerdings wurden die Nerven der Fans gewaltig strapaziert, ehe der erlösende Treffer in der Verlängerung fiel und so den Gastgeberinnen den Einzug in den Final ermöglichte.

Showdown gegen Wettingen

Heute Sonntag kommt es nun in der Maihofhalle um 14.30 Uhr zum Showdown gegen Ligakrösus und Titelverteidiger Wettingen. «Wir sind auf gutem Weg», sagt Carina Zimmermann, «wenn wir noch eine Spur stärker als gestern agieren können, dann kommt es gut.» Und schiebt nach: «Nein, Spiele vor eigenem Anhang machen mich eigentlich nicht nervös, im Gegenteil, sie sind Motivation. Ich will ja zeigen, was ich kann, und welches Potenzial in unserer Mannschaft steckt.»

Ihr Können blieb auch den Verantwortlichen auf nationaler Ebene nicht verborgen: Im letzten Jahr stand sie bei der EM in Zagreb im Einsatz, «und ich hoffe, dass ich für die Feld-EM 2017 wieder ein Aufgebot erhalte».

Genau so akribisch, wie sie ihren Sport ausübt, widmet sie sich ihrer beruflichen Ausbildung. Carina Zimmermann studiert an der Universität in Bern Psychologie und im Nebenfach Strafrecht und Kriminologie, die Lehre vom Verbrechen, mit dem Ziel, einmal bei der Polizei als Rechtspsychologin zu arbeiten.

Viel freie Zeit bleibt ihr neben Studium, dem wöchentlichen Training von rund 7 Stunden und den Meisterschaftseinsätzen am Wochenende, nicht. Wenn sich einmal eine Lücke im Terminkalender findet, dann geht sie auf die Schneepiste, denn sie fährt leidenschaftlich gerne Snowboard. Und weil das LSC-Team eine verschworene Gemeinschaft ist, sind sie ab und zu auch in der Freizeit zusammen anzutreffen. «Mit der einen oder anderen Mannschaftskollegin unternehme ich gerne etwas ausserhalb des Sports, viele des jetzigen Teams kenne ich ja seit meiner Anfangszeit beim LSC.»

Von ihren Eltern Denise und Walter sowie von Schwester Céline, die sich häufig bei Heimspielen unter den Zuschauern befinden, bekommt sie viel Unterstützung. «Darüber bin ich sehr froh und dankbar.»

Das Trio wird auch heute beim alles entscheidenden Spiel um 14.30 mitfiebern, sie anfeuern und ihr die Daumen drücken.

Theres Bühlmann