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Hamilton schockt Vettel

In Singapur muss Ferrari-Pilot Sebastian Vettel gewinnen, um weiter Chancen auf den Weltmeistertitel zu haben. Doch Konkurrent Lewis Hamilton hält auf der «Ferrari-Strecke» dagegen.
Thomas Weitekamp (SID), Singapur
Enttäuscht: Sebastian Vettel nach seinem dritten Platz im Qualifying. (Bild: Franck Robichon/EPA (Singapur, 15. September 2018))

Enttäuscht: Sebastian Vettel nach seinem dritten Platz im Qualifying. (Bild: Franck Robichon/EPA (Singapur, 15. September 2018))

Lewis Hamilton hat Sebastian Vettels Hoffnungen auf ein Comeback im WM-Kampf erschüttert und mit einer historischen Runde in Singapur die Pole Position für das Nachtrennen erobert. Der Weltmeister im Mercedes absolvierte den Marina Bay Street Circuit in Rekordzeit von 1:36,015 Minuten und verwies den starken Red-Bull-Piloten Max Verstappen auf Rang zwei – dem vermeintlichen Favoriten und Singapur-Rekordsieger Vettel blieb für das heutige Rennen (14.10 Uhr SRF info) nur der dritte Startplatz.

Um sechs Zehntel hatte WM-Spitzenreiter Hamilton (33) seinen deutschen Rivalen distanziert, er lag zudem mehr als drei Sekunden unter der Pole-Zeit von Singapur des vergangenen Jahres. «Das hat sich magisch angefühlt», schwärmte Hamilton, «ich weiss nicht, wo das herkam. Es war wohl die beste Runde, an die ich mich erinnern kann.» Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff schwärmte am RTL-Mikrofon: «Das war Magie, das war Sternenstaub.»

Auf der ganzen Linie enttäuscht

Vettel und Ferrari enttäuschten die sehr hohen Erwartungen dagegen auf ganzer Linie. Das vermeintlich schnellste Auto auf dem kniffligen Stadtkurs wurde nicht nur von Mercedes, sondern auch von Red Bull geschlagen. «Das war keine gute Session für uns, wir wollten die Pole», sagte Vettel: «Wir waren einfach nicht schnell genug. Unser Auto ist gut genug für das Rennen, aber von hinten wird es schwieriger.» In der Tat: In zehn Singapur-Rennen gewann bislang sieben Mal der Pole-Setter.

Hamilton bietet sich nun unerwartet die grosse Chance, den Vorsprung von bereits 30 WM-Punkten auf Vettel weiter auszubauen, dem 31-jährigen Deutschen droht gerade auf der vermeintlichen «Ferrari-Strecke» ein Rückschlag mit richtungweisendem Charakter – noch sechs Rennen sind nach Singapur zu absolvieren.

Das Wochenende hatte schon mit einem Dämpfer für Vettel begonnen. Am Freitag beschädigte er sein Auto, als er die Leitplanke mit dem Hinterrad touchierte und verpasste damit einen grossen Teil der zweiten Session. Im dritten Training am Samstag fand Vettel dann zunächst sein Tempo, durch die mit Abstand schnellste Runde des Wochenendes ging er als Favorit in den Kampf um die Pole. Doch im Q2 wurde es für Vettel brenzlig. Ferrari versuchte es erfolglos mit den langsameren Ultrasofts, der Deutsche wechselte auf die schnelleren Reifen – und hatte auf seiner letzten schnellen Runde viel Verkehr, der ihn beinahe ausgebremst hätte. Nur als Sechster ging Vettel in den Schlussabschnitt. Dann hatte Hamilton seinen grossen Auftritt, Vettel konnte nicht kontern.

Vettel: «Ich bin selbst mein grösster Gegner»

Das Rennwochenende begann Vettel bereits mit ungewohnt selbstkritischen Worten: «Ich bin selbst mein grösster Gegner», sagte er. «Ich muss mich auf meine Leistung konzentrieren. Wenn die stimmt, dann können mir die anderen nichts anhaben.» Das hat bislang zu selten geklappt. In den vergangenen Monaten setzte es ziemlich viele Enttäuschungen für Vettel.

Vielleicht lohnt deshalb ein Blick zurück für den Jubilar. Am 14. September 2008 gewann er in Monza seinen ersten Grand Prix. Der Sieg im schwierigen Regenrennen machte ihn zum damals jüngsten Grand-Prix-Sieger der Geschichte. Er gewann seitdem 51 weitere WM-Läufe und holte vier Titel. Und trotzdem gibt es immer noch Zweifler, die seine WM-Triumphe vor allem mit dem damals so starken Red-Bull-Boliden begründen, die Vettel wahre Ausnahmeklasse absprechen. Zu viele Fehler, unter Druck zu anfällig – und die aktuelle Saison liefert einigen Stoff für diese Theorie.

Startaufstellung: 1 Hamilton (GBR), Mercedes, 1:36,015 (189,832 km/h). 2 Verstappen (NED), Red Bull-Renault, 0,319 Sekunden zurück. 3 Vettel (GER), Ferrari, 0,613. 4 Bottas (FIN), Mercedes, 0,687. 5 Räikkönen (FIN), Ferrari, 0,779. 6 Ricciardo (AUS), Red Bull-Renault, 0,981. 7 Perez (MEX), Racing Point Force India-Mercedes, 1,970. 8 Grosjean (FRA/SUI), Haas-Ferrari, 2,305. 9 Ocon (FRA), Racing Point Force India-Mercedes, 2,350. 10 Hülkenberg (GER), Renault, 2,572. – Nach dem zweiten Teil der Qualifikation ausgeschieden: 11 Alonso (ESP), McLaren-Renault. 12 Sainz (ESP), Renault. 13 Leclerc (MON), Alfa Romeo Sauber-Ferrari. 14 Ericsson (SWE), Alfa Romeo Sauber-Ferrari. 15 Gasly (FRA), Toro Rosso-Honda. – Nach dem ersten Teil der Qualifikation ausgeschieden: 16 Magnussen (DEN), Haas-Ferrari. 17 Hartley (NZL), Toro Rosso-Honda. 18 Vandoorne (BEL), McLaren-Renault. 19 Sirotkin (RUS), Williams-Mercedes. 20 Stroll (CAN), Williams-Mercedes. – 20 Fahrer im Training.

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