HANDBALL: Ärger über «übles Foul»

Kriens-Luzern will am Dienstag (20 Uhr, Maihof) gegen Basel den schwachen Auftritt in St. Gallen vergessen machen. Luca Spengler fällt nach einem Horrorsturz aus.

Stephan Santschi
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HCK-Trainer Heiko Grimm verlangt von seinem Team eine Reaktion auf die zuletzt ungenügenden Leistungen. Bild: foto-net (Aarau, 27. 11. 2016)

HCK-Trainer Heiko Grimm verlangt von seinem Team eine Reaktion auf die zuletzt ungenügenden Leistungen. Bild: foto-net (Aarau, 27. 11. 2016)

Es geschah am Samstag in der 27. Minute. Kriens-Luzern lief einen Gegenstoss, Luca Spengler kam an den Ball, sah die Lücke im St. Galler Defensivverbund, stiess durch und wurde im Sprung von Igor Milovic gestossen. Spengler warf den Ball trotzdem zum 7:9-Anschlusstreffer ins gegnerische Netz, fiel dann aber aus beträchtlicher Höhe auf den Rücken. Die Partie war für ihn vorbei, nicht aber für Täter Milovic – er war nur mit einer Zweiminutenstrafe bedacht worden. «Ein krasses, ganz übles Foul. So etwas habe ich selten gesehen. Das war eine klare rote Karte. Das haben die Schiedsrichter im Nachhinein auch zugegeben», enerviert sich HCK-Trainer Heiko Grimm auch noch zwei Tage danach.

Ausserdem weist der Coach darauf hin, dass die Krienser Chancen auf ein positives Ergebnis besser gewesen wären, wenn der siebenfache Torschütze Milovic die Partie wie Spengler nicht zu Ende hätte spielen können. Letztlich verlor der HC Kriens-Luzern am Samstag in St. Gallen mit 22:24.

Das Kopfschütteln des Trainers

Heute (20 Uhr, Maihof), wenn der RTV Basel in Luzern gastiert, wird Spengler nicht mittun können. Ärztliche Abklärungen ergaben gestern eine Quetschung der Hüfte und eine Stauchung der Wirbelsäule. «Zum Glück ist es nichts Schlimmeres. Ich hoffe, dass es am Samstag gegen GC Amicitia Zürich wieder geht», informiert der 24-jährige Rückraumspieler. Damit akzentuieren sich die Verletzungssorgen der Krienser wieder – David Nyffen­egger (Knie) und Fabio Baviera (Bauchmuskulatur) sind weiterhin ebenfalls nicht verfügbar.

Auch mit dem vorhandenen Personal darf man vom HCK aber einen Sieg gegen die Basler erwarten. Nach der Niederlage gegen Bern Muri am Wochenende haben sie ihre letzte Chance auf die Finalrunde verspielt, aktuell belegen sie den vorletzten Tabellenplatz. Grimm will von seinem Team eine Reaktion auf die zuletzt ungenügenden Auswärtsleistungen sehen – weder gegen Suhr Aarau noch bei Gossau und St. Otmar rief Kriens-Luzern sein Potenzial ab. «Unser Hauptproblem ist die Konzentration. Während des Spiels in St. Gallen habe ich viel Zeit mit Kopfschütteln verbracht, derart viele unerklärliche, haarsträubende Fehler haben sich meine Spieler geleistet.» Wegen des gedrängten Spielplans und der Ausfälle trainieren die Krienser dosiert. «Für eine spielerische Verbesserung reicht das im Moment nicht aus. Die Konzentrationsfehler aber sind recht leicht abzustellen. Gelingt uns dies, sind wir einen grossen Schritt weiter.»

RTV Basel mit zwei Gesichtern

Den Baslern zollt Grimm dabei den nötigen Respekt. Er weiss um die zwei Gesichter des heutigen Kontrahenten, der die Kadetten Schaffhausen 30:27 schlägt und drei Tage später von Bern Muri deklassiert wird. «Mit Bruno Kozina und Rares Jurca haben sie Spieler, die uns an guten Tagen wehtun können. Wenn die Mannschaft Freude am Spiel bekommt, wird sie gefährlich», sagt er und erklärt sogleich die Marschroute: «Wichtig ist die Startphase, in der wir gleich demonstrieren wollen, wer der Herr im Haus ist.»

Mit zwei Siegen gegen den RTV und am Samstag im letzten (Heim-)Spiel gegen GC Amicitia Zürich kann Kriens-Luzern die NLA-Qualifikation mit guten 26 Punkten mindestens auf dem dritten Platz abschliessen.

Stephan Santschi
stephan.santschi@luzernerzeitung.ch