HANDBALL: Ärgerliche Niederlage gegen GC Amicitia

Der HC Kriens-Luzern vergibt in Zürich einen Sieg und muss mit einer 25:27-Niederlage gegen GC Amicitia Zürich nach Hause reisen. Für den HCK ist damit klar, dass der Kampf am Finalrundenstrich definitiv begonnen hat.

Drucken
Teilen
Roman Schelbert im Tor des HC Kriens-Luzern. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)

Roman Schelbert im Tor des HC Kriens-Luzern. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)

Und in diesem Kampf nützen gute (Start-)Phasen nichts - da zählen letztlich nur die nackten Tatsachen. Und das sind die Punkte. Und diese Punkte fehlen dem HCK im Moment eindeutig. Er legte bei GC Amicitia erneut los wie die Feuerwehr, schien den Gegner förmlich an die Wand zu spielen und lag nach 15 Minuten mit 8:2 in Front. Kaum einer der knapp 400 Zuschauer hätte da auch nur noch ein Minimum auf GC Amicitia gesetzt. Der Schweizer Rekordmeister schien bis dahin ratlos zu sein, während beim HC Kriens-Luzern vieles passte. Und kaum jemand war besorgt, als der wieder erstarkte Luca Spengler nach 18 Minuten bereits die zweite Zeitstrafe abzusitzen hatte.

Auch wenn der Gastgeber in der Folge besser Tritt fand - bei 9:14 wurden die Seiten gewechselt und der HCK war noch immer gut auf Kurs. Nach der Pause aber schlich sich das bekannte Problem wieder ein: Es brauchte herzlich wenig, bis der HCK seine Linie verlor. Offensiv wie defensiv. Die mangelhafte Effizienz im Angriff wirkte sich nun plötzlich verhehrend aus. Dem HCK gelangen in dieser Phase trotz einer starken Leistung von Keeper Roman Schelbert keine erfolgreichen Deckungsaktionen, die schnelle Gegenstosstore ermöglicht hätten. Mehr noch: Im Positionsspiel unterliefen den Innerschweizern ungewohnt viele Fehler. Stojanovic, Tominec, Spengler , Hofstetter (3) und Baumgartner (5) scheiterten mit Abschlussversuchen, sodass GC Amicitia plözlich mit 19:17 in Front lag. Auf 21:21 konnte der HCK in der Folge zwar noch einmal verkürzen - das abgezockte GC Amicitia aber liess sich diesen Sieg nicht mehr nehmen. Und beim HCK ärgerte man sich darüber, dass die frühen Strafen gegen Spengler eben doch fatale Folgen hatten. Denn als dieser nach 45 Minuten und der dritten Strafe endgültig vom Platz musste. fehlte mit Peter Schramm der verletzte Ersatz auf dieser Position.

Wie schon gegen Suhr konnte der HCK damit ein Spiel trotz gutem Start nicht durchziehen. Wieder gab er einen fast schon sicher scheinenden Sieg aus der Hand. Gegen ein im Vergleich zu Suhr Aarau allerdings klar stärkeres GC Amicitia, das die Chance resolut nutzte, als der HCK einmal wankte.

Ärgerlich ist die Niederlage auch, weil es jetzt im Kampf um die Finalrunde sehr ernst werden dürfte. Zwar liegt der HCK noch über dem Strich, und gespielt ist erst knapp die Hälfte der Qualifikation. Zeit genug also, um die nötigen Punkte noch zu holen. Denn aber braucht die Mannschaft dringend ein Erfolgserlebnis, um nicht an allem und jedem zu zweifeln. Mit dem Europacup-Auftritt am Samstag gegen Holstebro und dem Spiel gegen Kadetten Schaffhausen in einer Woche dürfte es aber schwer werden für den HCK, Zählbares zu erspielen. Vielleicht aber legt gerade diese scheinbar klitzekleine Siegeschance jene Energien frei, die es für einen Exploit und damit für einen Befreiungsschlag braucht.

GC Amicitia Zürich - HC Kriens-Luzern 27:25 (9:14)

Saalsporthalle Zürich, 400 Zuschauer. SR Meyer/Buache.

Spielverlauf: 0:4, 1:5, 2:8 (15.), 3:9, 5:11, 8:13, 9:14; 10:15, 11:16, 16:16, 18:18, 20:18, 21:21, 24:22, 27:23, 27:25 

GC Amicitia:Bar/Schubiger; Delhees (3), Graf, Grundböck, Jelinic (7/3), Malovic (2), Oberli, Rameier (5), Sidorowicz (8), Stahl, von Ballmoos, Wittlin (2).

HC Kriens-Luzern: Schelbert/Portmann; Baumgartner (4), Baviera, Blättler, Fellmann, Hofstetter (4), Lima, Mühlebach, Spengler (3), Stankovic (4), Stojanovic (5/2), Tominec (5), Weingartner.

Strafen: GC Amicitia 5x2 Minuten. HC Kriens 5 x 2 Minuten inkl. roter Karte gegen Spengler nach 3x2 Minuten (48.). 14. Stojanovic scheitert mit Siebenmeter an Schubiger (2:7); 58. Stankovic scheitert bei Siebenmeter an Schubiger (25:23). Kriens-Luzern ohne Schramm (verletzt).