HANDBALL: Alili kennt das Rezept

Nach dem mässigen Start in die Finalrunde ist von Kriens gegen Schaffhausen (heute, 17.30) eine Reaktion gefragt. Auf seine ehemaligen Teamkollegen trifft Kadetten-Leihgabe Albin Alili.

Roland Bucher
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Hat bereits acht Partien für die Nationalmannschaft bestritten: HCK-Spieler Albin Alili. (Bild: PD)

Hat bereits acht Partien für die Nationalmannschaft bestritten: HCK-Spieler Albin Alili. (Bild: PD)

Roland Bucher

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Die Situation für Albin Alili (20) ist verflixt. Einerseits bedauert er es «unendlich», dass sein Kompagnon am Regiepult sich schwer verletzte: Tom Hofstetter (26) erlitt vor einer Woche im Spiel gegen Pfadi Winterthur einen Kreuzbandriss am rechten Knie. Hofstetter wurde am Donnerstag operiert und fällt bis Ende 2017 aus. Andrerseits weiss Albin Alili, Hofstetters Back-up, dass «mir jetzt eine einmalige Chance winkt, viel Spielpraxis zu bekommen, mich zeigen zu können». Alili, der 1,97-Meter-Mann (98 Kilogramm), verliess in der Winterpause Schaffhausen leihweise in Richtung Kriens: «Meine Spielanteile bei den Kadetten waren gering. Und diese Konstellation für meine persönlichen Fortschritte natürlich nicht förderlich.» Superstar und Torschützenkönig Gabor Csàszàr stand ihm vor der Sonne. Spätestens als Kriens bewusst wurde, dass Hof­stetters legitimierter Ersatz, David Nyffenegger, ebenfalls länger Sondereinsätze in der Reha schieben statt zu kernigen Torwürfen ansetzen wird, war der Deal perfekt. «Es war eine gute, die richtige Entscheidung, diesen Wechsel vorzunehmen. Das Team hat mich sehr gut aufgenommen, es gefällt mir in Kriens ausserordentlich», sagt der zwischen seinen Eltern im Thurgau und einem Studio-Zimmer bei der Pilatus-Akademie auf der Allmend pendelnde neue Krienser Regisseur.

Albin Alili zählt zu den wilden Jungen, welche voll auf die Karte Handball setzen und im Konzept von Nationaltrainer Michael Suter tragende Säulen werden sollen. «Er ist für einen 20-Jährigen handballerisch schon sehr weit, technisch gut ausgebildet und bringt perfekte Voraussetzungen für eine schöne Karriere mit», lobt HCK-Trainer Heiko Grimm, der schon vor Captain Hofstetters Ausfall betonte: «Albin kann uns offensiv wie defensiv wichtige Impulse geben. Er ist einer, der das Handballspiel lesen kann und dank seiner Körpergrösse auch ein starker Schütze ist.»

«Wir werden ackern müssen»

Dass Alili beim HCK so schnell in eine Hauptrolle schlüpfen würde, hätte er, der bei Kaltenbach das Handball-Abc erlernte, nicht geglaubt. Im ersten Moment sei er «baff» gewesen, als ihm die neue Situation bewusst wurde: «Aber ich übernehme diese Verantwortung gerne, diese Herausforderung ist reizvoll – und bringt mich weiter.» Zum Beispiel zu einem Kader-Stammplatz in der Nationalmannschaft, für die er bisher acht Partien bestritt, oder später, «wenn ich mich in der NLA durchgesetzt habe», ins Ausland: Deutschland oder Spanien wäre «das höchste aller Gefühle».

Spezielle Gefühle tragen ihn auch heute beim Auswärtsspiel gegen Schaffhausen, gegen seine früheren Kollegen: «Es ist schon ein besonderes Spiel, weil ich beim HCK eine wichtige Rolle einnehmen werde.» Und wie, bitteschön, wie lautet die Rezeptur für einen Überraschungscoup? «Kriens hat im letzten Herbst gezeigt, dass es mit den Kadetten auf Augenhöhe ist. Wir werden in der Verteidigung ackern müssen, die erste und zweite Gegenstoss-Welle perfekt inszenieren müssen. Da liegt aber ganz sicher etwas drin.»