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HANDBALL: Altdorf demütigt Stans im Abstiegskampf

Das Derby zwischen Stans und Altdorf ist auch das Spiel des Schlusslichts gegen den Zweitletzten der NLB. Die Urner nutzen die Gunst der Stunde mit einem diskussionslosen 30:21-Sieg zum Befreiungsschlag, die Nidwaldner rutschen tiefer ins Elend.
Stephan Santschi
Schwerer Stand für die Stanser mit Roger Scherrer (oben): Am Altdorfer Kevin Ledermann (links) gibt es kein Durchkommen. (Bild: Roger Grütter (Stans, 4. November 2017))

Schwerer Stand für die Stanser mit Roger Scherrer (oben): Am Altdorfer Kevin Ledermann (links) gibt es kein Durchkommen. (Bild: Roger Grütter (Stans, 4. November 2017))

Stephan Santschi

stephan.santschi@luzernerzeitung.ch

44. Minute, Timeout Stans. Die Altdorfer stossen einen kollektiven Urschrei in die Eichlihalle. Längst ist es kein Duell zweier Teams im Abstiegskampf mehr, die Nidwaldner liegen mit 15:26 hinten. Würden die Urner in diesem Moment nicht aus voller Lunge schreien, das Ganze hätte den Charakter eines Trainingsspiels. Sie sind dem Gegner in allen Belangen überlegen und gewinnen am Ende problemlos mit 30:21. «Gratulation an meine Jungs. Wir haben uns gut auf diese Begegnung vorbereitet, und wir haben alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben», hält Altdorfs Spielertrainer Mario Obad fest. Für sein Team war es nach sechs Spielen mit nur einem Remis der erste Sieg.

Altdorfs Goalie Christian Amrein spielt überragend

Bei seinem Gegenüber, dem Stanser Chefcoach Andy Gubler, war die Gemütslage eine ganz andere. Was sagt ein Trainer im Timeout zu seiner Mannschaft, die mit 15:26 zurückliegt? «Dass wir in einem Heimspiel Charakter zeigen und uns nicht abschlachten lassen sollten.» Seine Spieler nahmen sich diese Anweisung zu Herzen, verhinderten bis zum Schlusspfiff einen noch grösseren Schaden. Wenigstens das. Ansonsten waren die Stanser aber heillos überfordert. Von Beginn weg liefen sie einem Rückstand hinterher, und doch gab es eine Phase, in der sie ins Spiel zu finden schienen. 17 Minuten waren vorüber, die Nidwaldner verkürzten das Skore auf 8:9 und standen mit zwei Mann mehr auf dem Platz. Doch dann geschah etwas, das man im Nachhinein als Bruch einordnen konnte. Als Augenblick, der die Stanser kleiner und die Altdorfer grösser machte. Obad verwertete trotz doppelter Unterzahl ein Zuspiel mittels Flieger zum 10:8. Wer in einer solchen Drucksituation derart kreativ auftritt, hat die Zügel in der Hand. Fortan diktierten die Gäste unter der Führung der routinierten Obad (35-jährig) und Marius Kasmauskas (37) das Geschehen, gingen bereits mit einer beruhigenden 16:11-Führung in die Pause. Der grösste Unterschied zwischen den beiden Teams fand sich allerdings nicht im Spielaufbau, sondern zwischen den Pfosten: Christian Amrein, der Keeper der Altdorfer, liess sich in der ersten Halbzeit 14 Paraden gutschreiben, während seine Stanser Pendants Stipan Maric und David Wenger zusammen gerade mal auf vier abgewehrte Bälle kamen.

Stanser melden noch nicht sportlichen Bankrott an

Während die Altdorfer nach diesem Derbysieg auf eine Signalwirkung hoffen, bleiben die Stanser mit null Punkten am Tabellenende der NLB sitzen. Gestern sind sie vom Zweitletzten gedemütigt worden, eine sportliche Bankrotterklärung soll das aber noch nicht gewesen sein. Was macht Mut? «Die Mannschaft trainiert gut, sie will sich verbessern und glaubt weiterhin, dass es gut kommt», erklärt Gubler.

Ende Jahr erwartet man den früheren Topskorer Balazs Pozs­gai nach langer Knieverletzung zurück, im Frühjahr steht Goalie Christian Arnosti wieder zur Verfügung. Und ein wenig hofft man auch noch darauf, dass Gianluca Lima wieder Lust auf Handball bekommt und auf eine der vielen Anfragen reagiert. Bis dahin will Stans vor allem eines: Ruhe bewahren. Und hart arbeiten für das so wichtige Erfolgserlebnis, das die Altdorfer gestern realisierten.

StansAltdorf 21:30 (11:16)

Eichli. – 525 Zuschauer. – SR Anthamatten/Wapp. – Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Stans, 6-mal 2 Minuten gegen Altdorf. – Stans: Maric/Wenger (ab 21.); Schumacher (1), Henrich (4/2), Lussi (1), Scherer (5), Imfeld (2), Riederer (2), Kuster; Livio Wanner (1), Christen, Odermatt, Dario Wanner (4), Amrein (1). – Altdorf: Amrein/Dittli (ab 51.); Auf der Maur (1), Vorobjovas (6), Obad (9/2), Kasmauskas (3), Aschwanden (3), Szabo (7), Ledermann; Wyss, Munzert, Betschart, Inderbitzin (1), Baumann. – Bemerkungen: Amrein pariert Penalties von Henrich (16./6:8) und Lussi (22./8:12).

Männer, NLB

7. Runde: Stans – Altdorf 21:30. Steffisburg – Lakers Stäfa 26:24. STV Baden – Möhlin 34:30. Solothurn – Kadetten Espoirs SH 22:23. Horgen – RTV Basel 21:39. SG Yellow/Pfadi Winterthur – Birsfelden 21:26.

Rangliste: 1. RTV Basel 7/14. 2. STV Baden 7/12. 3. Möhlin 7/12. 4. Kadetten Espoirs SH 7/11. 5. Solothurn 7/10. 6. Lakers Stäfa 7/8. 7. Birsfelden 7/6. 8. SG Yellow/Pfadi Winterthur 7/6. 9. HS Biel 6/4. 10. Siggenthal/Vom Stein 6/4. 11. Steffisburg 7/4. 12. Altdorf 7/3. 13. Horgen 7/2. 14. Stans 7/0.

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