HANDBALL: Auf Spengler und Engler ist Verlass

Kriens gewinnt das Duell der beiden Krisenteams gegen St. Otmar St. Gallen 26:22. Der Sieg in diesem wenig berauschenden Spiel ist erlösend für die Zentralschweizer – und so verdient wie wichtig.

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Bereit zum Wurf: Luca Spengler war mit sieben Treffern der beste Krienser Torschütze. (Bild: Pius Amrein (Kriens, 4. Oktober 2017))

Bereit zum Wurf: Luca Spengler war mit sieben Treffern der beste Krienser Torschütze. (Bild: Pius Amrein (Kriens, 4. Oktober 2017))

Roland Bucher

sport@luzernerzeitung.ch

Der Chef des Teams sass auf der Bank und feierte – weil offiziell auf dem Matchball aufgeführt – offiziell ein Comeback. Doch ins Spielgeschehen eingreifen musste Tom Hofstetter nach seiner seit Februar andauernden Verletzungspause nicht. «Meine Präsenz war moralischer Natur», erklärte der Captain, «wettkampfmässig Handball spielen werde ich erst im November wieder.»
Bis dann soll beim HC Kriens-Luzern alles wieder im Lot und die Angst, sogar die Finalrunde zu verpassen, verraucht sein. Am Mittwoch tat das Team von Trainer Heiko Grimm einen wesentlichen Schritt dazu: Es entledigte sich der Pflichtaufgabe, Schlusslicht St. Otmar in die Schranken zu weisen, mit einer kämpferisch guten Leistung.

Spengler: «Wir haben jetzt ein bisschen Ruhe»

Die Souveränität, die Grimm gefordert hatte, war indes eher nicht zu erkennen. Fünf Minuten vor Ende einer zähen, durch viele lapidare Fehler geprägten Partie schlossen die St. Galler sogar bis auf einen Treffer auf (22:21). Da sei es ganz kurz ein bisschen heiss geworden, gestand Luca Spengler. Der HCK-Topskorer nahm das Heft höchstpersönlich in die Hand, schoss die wichtigen Treffer zum Sieg – und wenn es harzte, dann assistierte ihm Fast-Namensvetter Luca Engler, der auch am Mittwoch einen starken Auftritt hatte. Spengler wies darauf hin, dass der Sieg von enormer Bedeutung sein könnte: «Wir haben jetzt ein bisschen Ruhe. Unsere Leistung war solid, wir sind entschlossen als Team aufgetreten.» Und dabei habe er, der siebenfache Torschütze, nicht zuletzt auch von den Automatismen profitiert, die sich langsam einzuspielen beginnen. «Albin Alili zum Beispiel hat mir sehr viele Freiräume erkämpft. Es ist meine Aufgabe, diese zu nützen.»

St. Gallen war ein unbequemer Gegner. «Die werden das Feld von hinten aufrollen, da zweifle ich nicht daran», betonte Spengler, der in dieser Beziehung gleich denkt wie sein früherer Teamkollege Jan Gwerder, der unglücklich für die St. Galler kämpfte: «Wir hatten Pech. Aber Pech erklärt nicht alles. Es will einfach nicht richtig anhängen.» Doch der Muotathaler im Otmar-Sold ist überzeugt davon, dass es nur eine Frage der Zeit sei. «Wir haben das Potenzial, um doch noch nach vorne zu stossen. Heute hat wenig gefehlt.»

Grimm: «Darauf können wir aufbauen»

Aber doch fehlte zu viel, um einen HC Kriens-Luzern, der sich äusserst willensstark präsentierte und am Schluss warmen Applaus seiner Fans erntete, wirklich in Gefahr zu bringen. «Wir wussten auch in delikaten Situationen, was zu tun ist», analysierte Grimm, der zwar ebenfalls nicht einen Glanzauftritt seiner Truppe herbeireden wollte, aber väterlich meinte: «Ich habe von meinen Leuten explizit ein resolutes Defensivverhalten gefordert. Das haben wir umgesetzt. Doch, das war okay. Darauf können wir aufbauen.»

Kriens-Luzern – St. Otmar 26:22 (11:9)
600 Zuschauer. – SR Abalo/Maurer. – Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Kriens-Luzern, 5-mal 2 Minuten gegen St. Otmar.
Kriens-Luzern: Bar/Willimann (37. bis 54.); Fellmann (1), Wipf (1), Blättler (6/1), Engler (4), Spengler (7), Vögtli (1), Alili (3), Baviera (3), Brücker, Delchiappo, Schramm.
St. Otmar St. Gallen:Shejbal/Kindler (ab 46.); Hedin (2), Fricker (1), Gwerder, Gasser (1), Geisser (3), Rauch (3), Zdrahala (3), Wetzel, Kaiser (3/3), Milovic (4), Höning (2).
Bemerkungen:Kriens-Luzern ohne Nyffenegger, Ramseier und Radovanovic, St. Otmar ohne Hörler und Jurilj (alle verletzt). Verschossene Penaltys: 2:1.

Luca Engler in Aktion. (Bild: Pius Amrein)

Luca Engler in Aktion. (Bild: Pius Amrein)

Torhüter Paul Bar. (Bild: Pius Amrein)

Torhüter Paul Bar. (Bild: Pius Amrein)

HCK-Trainer Heiko Grimm gibt Anweisungen. (Bild: Pius Amrein)

HCK-Trainer Heiko Grimm gibt Anweisungen. (Bild: Pius Amrein)