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HANDBALL: Aufstieg von Emmen ist in Griffweite

Was vor einem Jahr undenkbar schien, steht nun unmittelbar bevor: der Aufstieg von Emmen in die NLB. Das Hinspiel gegen die Seen Tigers gewinnen die Luzerner im Hexenkessel Rossmoos klar mit 33:25.
Stephan Santschi
Der 13-fache Emmer Torschütze Luka Ravlija, hier im Spiel gegen Muotathal, war Mann des Spiels. (Bild: Philipp Schmidli (Emmen, 17. März 2018))

Der 13-fache Emmer Torschütze Luka Ravlija, hier im Spiel gegen Muotathal, war Mann des Spiels. (Bild: Philipp Schmidli (Emmen, 17. März 2018))

Stephan Santschi

stephan.santschi@luzernerzeitung.ch

Das Märchen ist um ein Kapitel reicher. Handball Emmen gewann am vergangenen Samstag das Hinspiel der Aufstiegsrunde gegen die Seen Tigers deutlich mit 33:25. Die Ausgangslage vor dem Rückspiel am nächsten Samstag in Winterthur (18.30 Uhr, Mattenbach) ist deshalb vorzüglich, ein Schritt fehlt noch zum Aufstieg in die NLB. «In der ersten Halbzeit hatten wir keinen Zugriff auf das Spiel, begingen viele individuelle Fehler. Nach dem Seitenwechsel hat es die Mannschaft dann aber gut gemacht», bewertet Trainer Heinz Fuhrimann das Geschehen gewohnt sachlich und nüchtern.

Aus dem 14:12-Vorsprung zur Pause wurde letztlich ein komfortabler Sieg, weil die Emmer in den zweiten 30 Minuten stärker aufs Tempo drückten. Damit überforderten sie die Seen Tigers, die mittlerweile etwas überaltert sind und aufgrund von Verletzungssorgen nur mit zehn Feldspielern nach Emmen gereist waren. So gab bei den Winterthurern sogar der mittlerweile 47-jährige Chi-hyo Cho ein kurzzeitiges Comeback. In der Blütezeit seines Schaffens gewann er acht Schweizer Meistertitel, sorgte mit Pfadi Winterthur für magische Europacup-Nächte, darüber hinaus nahm er an drei Olympischen Spielen und vier Weltmeisterschaften mit Südkorea teil.

Zwei rote Karten – Seen Tigers verlieren die Nerven

Sein Einfluss in der Emmer Rossmooshalle hielt sich allerdings in engen Grenzen. Vor 450 Zuschauern, die für eine frenetische Stimmung sorgten, waren die Winterthurer klar unterlegen. Auch, weil sie sich in Halbzeit zwei mit Undiszipliniertheiten selber schwächten. Zunächst sah Goalie Peter Szilagyi wegen Schiedsrichterbeleidigung die rote Karte (38.), später folgte ihm Christoph Meili wegen einer Tätlichkeit vorzeitig in die Kabine (49.). «Der Gegner blieb nicht cool. Solch ein Verhalten würde ich von meinen Spielern nicht akzeptieren», kommentierte Heinz Fuhrimann die Ausraster der Winterthurer.

Die Emmer präsentierten sich derweil sehr solidarisch, kämpften leidenschaftlich und hatten mit dem 13-fachen Torschützen Luka Ravlija den Mann des Spiels in ihren Reihen. Auf der anderen Seite erzielte Raphael Liniger zwar sogar 14 Tore, da sich aber sonst kein Akteur der Gäste im Angriff profilieren konnte, blieb dessen Exploit wirkungslos. «Ich bin kein Fan von Manndeckung, das ist irgendwie ein Zeichen von Schwäche. Mir war einfach klar, dass Linigers Teamkollegen nicht auch noch treffen dürfen», berichtet Fuhrimann. Eine Taktik, die letztlich aufging.

Vor zwei Jahren spielte Emmen noch in der 2. Liga

Die Entwicklung, die sein Team in dieser Saison genommen hat, ist erstaunlich. Vor zwei Jahren spielte Emmen noch in der 2. Liga, vor einem Jahr zitterte es nach dem Aufstieg in die 1. Liga lange um den Ligaerhalt. Fuhrimann, der seinen Posten an der Seitenlinie im vergangenen Sommer angetreten hatte, brachte die Mannschaft physisch auf Vordermann, gab ihr eine Struktur und profitierte vom verstärkten Kader. Fabian Häberli und Tomislav Orsolic stiessen neu dazu, David Zürcher war nach langer Verletzung wieder einsatzfähig. «Das Selbstvertrauen wurde immer grösser, der Teamgeist ist hervorragend. Nun haben die Spieler Lunte gerochen, sie möchten das Gefühl des Siegens immer wieder erleben.»

Emmen sei mit Blick auf das grosse Einzugsgebiet und das Potenzial im Nachwuchs «ein schlafender Riese», hält Fuhrimann fest. Einer, der spätestens am Samstag im Hexenkessel der Rossmooshalle geweckt worden ist. Ein Kapitel gilt es nun noch zu schreiben, am nächsten Samstag in Winterthur, wenn die Luzerner im Rückspiel den Achttore-Vorsprung ins Ziel retten (Europacup-Modus) und den NLB-Aufstieg perfekt machen wollen. Es wäre die erstmalige Rückkehr Emmens in die zweithöchste Liga seit dem Abstieg des HC Emmenstrand im Jahr 1996.

Aufstieg 1. Liga/NLB

Europacup-Formel. Hinspiel: Emmen – Seen Tigers 33:25 (14:12). – Rückspiel. Samstag. 18.30: Seen Tigers – Emmen (18.30, Mattenbach, Winterthur).

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