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HANDBALL: Aus der Traum vom Finaleinzug

Kriens unterliegt im vierten Playoff-Halbfinalspiel Winterthur 22:25 (10:13) und ist im Titelrennen ausgeschieden. Es war wieder enorm eng – die Niederlage aber nicht unlogisch.
Roland Bucher
Enttäuschter Krienser Daniel Fellmann nach dem Ausscheiden. (Bild: Dominik Wunderli (Kriens, 23. April 2017))

Enttäuschter Krienser Daniel Fellmann nach dem Ausscheiden. (Bild: Dominik Wunderli (Kriens, 23. April 2017))

Roland Bucher

sport@luzernerzeitung.ch

Die Krienser Mannschaft musste sich am Schluss nicht schämen. Sie hatte alles gegeben – aber auch alles verloren. Sie hatte unerhört hartnäckig gekämpft, ein muskelstärkeres Winterthur immer wieder in Bedrängnis gebracht. Doch die wesentlich grössere Erfahrung der Gäste gab schliesslich den Ausschlag: «Wir wussten, was zu tun ist, um dieses Spiel zu gewinnen», fasste Pfadi-Urgestein Marcel Hess zusammen. Nämlich: «Weniger Fehler begehen und unsere Härte konsequent in die Waagschale werfen.»

Was zu tun ist, das wusste auch die Mannschaft des HC Kriens-Luzern. Leider erst ein bisschen zu spät, Minuten nach dem finalen Pfiff, als feststand: Der Traum ist aus, erstmals in der Vereinsgeschichte ­einen Pokal zu stemmen. In ­diesen Augenblicken, wo jeder Spieler am liebsten sich in die Garderobe verkriechen möchte, rappelte sich das Team noch einmal auf. Skandierte den Namen jenes Mitspielers, der nach zehn Saisons in die Pension geht: Boris Stankovic (37) warf gestern seine letzten Bälle für Kriens – und er tat das wie gewohnt mit beachtlicher Effizienz. Doch das war zu wenig. «Es hat so wenig gefehlt, aber dieser und jener vermeidbare Fehler waren einfach zu viel», haderte der HCK-Doyen, der stets geschworen hatte: «Ohne einen Titel verlasse ich diesen Verein nicht.» Den Kübel einmal, nur einmal zu stemmen: dem Serben blieb es nicht vergönnt.

Kriens bewies auch gestern viel Risikobereitschaft, ersetzte stets und immer wieder seinen Goalie durch einen siebten Feldspieler. Zelebrierte sämtliche taktische Kniffe von Trainer Heiko Grimm. Es war vielleicht ein bisschen zu viel des Guten: mehr Ruhe, Stilsicherheit, Koordination in den Spielabläufen hätte kaum ­geschadet, denn die Pfader waren schlaue Füchse. Sie nutzten jede kleinste Krienser Unzulänglichkeit schonungslos aus. Dies vor allem in der Startphase der zweiten Halbzeit, als sie das 13:10-Polster gleich mit drei ­weiteren Treffern in Serie zementierten. Dieses 10:16-Handicap war die Entscheidung in einem hochklassigen Fight, den Grimm bewundernd so dargestellt haben wollte: «Kann man denn bessere Werbung für den Handball machen?» Ja, kann man, aus Krienser Sicht. Wenn man solche Fights nämlich auch gewinnt. Kriens war gestern nahe dran – und irgendwie noch weit entfernt davon.

Die Schultern sind noch zu wenig breit

Kriens tastete sich Mitte des zweiten Durchgangs zwar noch einmal heran, hatte ein unglaublich begeisterungsfähiges Publikum im Rücken. Doch Winterthur war abgebrüht, profitierte auch diesmal davon, dass der HCK in vielen Situationen die Nerven verlor – zum Beispiel bei drei verschossenen Strafwürfen. Das Manko einer Equipe, die sich nach wie vor in einem Entwicklungsprozess befindet und – das darf man schon auch mal sagen – mit Glück in dieser Saison gewiss nicht gesegnet war. Die Absenzen der drei Schlüsselleute Hofstetter, Ramseier und Brücker wogen auch gestern schwer.

So kommt es in der Endabrechnung einmal mehr zum programmierten Playoff-Final zwischen Schaffhausen und Winterthur. Den beiden überragenden Vereinen der letzten Jahre. Kriens bewies indes in der ganzen Halbfinal-Serie, dass die Wachtablösung schon nächste Saison möglich ist. Gestern waren die Schultern und die Brust noch ein bisschen zu wenig breit.

NLA, Playoff-Halbfinals

Best of 5: Kriens-Luzern (3.) – Pfadi Winterthur (2.) 22:25 (10:13); Schlussstand 1:3. – Finalserie Kadetten Schaffhausen – Pfadi Winterthur beginnt am Sonntag, 14. Mai, in Schaffhausen.

Kriens – Pfadi Winterthur 22:25 (10:13)

1200 Zuschauer (Hallenrekord). – SR Boskoski/Stalder.

Strafen: 6-mal 2 Minuten gegen Kriens-Luzern, 9-mal 2 Minuten inklusive Disqualifikation (Kuduz) gegen Pfadi Winterthur.

Kriens-Luzern: Bar (für 2 Penaltys Portmann); Fellmann, Wipf (1), Blättler (2), Spengler (4), Alili (2/1), Delchiappo, Stankovic (3/1), Radovanovic (5), Schramm (5/1).

Pfadi Winterthur: Schulz (48. Vaskevicius); Filip Maros (1), Hess (3), Langerhuus (7/4), Sidorowicz (3), Lier (2), Vernier (1), Kuduz (1), Jud (3), Scheuner (3), Freivogel, Svajlen (1).

Bemerkungen: Kriens-Luzern verschiesst 3 Penaltys. Kriens-Luzern ohne Hofstetter, Nyffenegger und Ramseier, Pfadi Winterthur ohne Gavranovic und Hotz (alle verletzt).

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