Handball
Bitteres Karrierenende für Ivana Ljubas: Ihre Verletzungen kosten Nottwil wohl die Meisterschaft

Der LK Zug kann heute gegen die Spono Eagles ohne ihre kroatische Teamleaderin den Einzug in den Playoff-Final klar machen.

Stephan Santschi
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Nach dieser Szene war die Saison für Ivana Ljubas (am Ball) zu Ende: Die Zugerin Leah Stutz touchiert ihre Gegenspielerin, die danach zu Fall kommt.

Nach dieser Szene war die Saison für Ivana Ljubas (am Ball) zu Ende: Die Zugerin Leah Stutz touchiert ihre Gegenspielerin, die danach zu Fall kommt.

Bild: Pius Amrein (Nottwil, 28. April 2021)

Die verhängnisvolle Szene ereignete sich am Mittwoch in der 41. Minute des ersten Playoff-Halbfinals zwischen den Spono Eagles und dem LK Zug: Ivana Ljubas (Bild) sprang hoch, traf mit einem Distanzwurf herrlich unter die Latte, wurde von der Zugerin Leah Stutz touchiert und verdrehte sich bei der Landung das Knie. Die 35-jährige Kroatin blieb lange liegen, verliess danach humpelnd das Feld und sieht sich nun sogar mit dem vorzeitigen Karrierenende konfrontiert: Interimscoach Mirco Stadelmann erklärt:

«Der Verdacht hat sich bestätigt, Ivana erlitt einen Kreuzbandriss, einen Seitenbandriss und einen Meniskusschaden.»

Die langjährige Leistungsträgerin der Spono Eagles, die Ende Saison zurücktritt, ist verständlicherweise untröstlich. «Sie fragt sich, was sie im Leben falsch gemacht habe, dass ihre Karriere so enden müsse.» Nicht nur für Ljubas persönlich, auch für das ganze Team ist der Ausfall der Rückraumspielerin und Abwehrchefin ein Schock. «Wir werden nun enger zusammenrücken und alles reinwerfen, was wir haben», sagt Stadelmann mit Blick auf die zweite Partie der Best-of-3-Serie am Samstag in Zug (17Uhr). Generell wollen die Nottwilerinnen einen besseren Eindruck machen als im Startspiel, das sie diskussionslos mit 23:29 verloren haben. Stadelmann weiss nach dem Ausfall von Ljubas aber um die Schwierigkeit der Aufgabe: «Vor diesem Halbfinal schätzte ich die Ausgangslage auf 50:50 ein. Davon kann jetzt keine Rede mehr sein. Wir versuchen, das Unmögliche möglich zu machen.» Immerhin wird der rechte Flügel Neli Irman nicht gesperrt. Die 35-jährige Slowenin war am Mittwoch zu Unrecht mit einer rotblauen Karte vom Platz gestellt worden.

Auf dem Weg zur Topform sind derweil die Zugerinnen, zuletzt gelangen gegen Brühl im Halbfinal des Schweizer Cups und eben gegen Nottwil im Playoff-Halbfinal der Meisterschaft zwei vorzügliche Darbietungen. Trainer Christoph Sahli erwartet kämpferische Spono Eagles, «sie werden auf Revanche brennen und für Ivana spielen. Wir werden aber auf uns schauen, wir möchten nicht davon abhängig sein, ob der Gegner einen guten oder schlechten Tag hat.»

Zugs Goalie Jennifer Abt wird immer stärker

Zweifellos einen guten Tag hatte am Mittwoch Zugs Goalie Jennifer Abt, die mit 14 Paraden auf eine starke Abwehrquote von 40Prozent kam. Seit der Knieverletzung ihrer tschechischen Konkurrentin Anezka Zuzankova von Mitte März übernimmt sie zwischen den Pfosten die Hauptverantwortung. Die grossartige Performance gegen Spono kommentiert Abt aber sehr bescheiden:

«Ohne die extreme Teamleistung wäre dies nicht möglich gewesen. Wir haben zusammen gekämpft, gespielt, gejubelt – es war der Hammer.»

Die 20-jährige Chamerin ist ein Eigengewächs des LK Zug, durchlief alle Nachwuchsstufen, gewann 2019 mit der U18-Elite den Schweizer-Meister-Titel und strebt nun in ihrer erst zweiten SPL1-Saison nach dem Double.

Abts Vorbild ist die holländische Weltklasse-Torhüterin Tess Wester. «Sie hat eine extreme Ausstrahlung, ein grosses Selbstbewusstsein. Wie sie damit die Gegenspielerinnen einschüchtert, ist schon krass.» Sie selbst sei eher der ruhige Typ, sagt Jennifer Abt – mit dem Willen, künftig mehr Emotionen zu zeigen. Gelingt ihr am Samstag erneut ein Paradeauftritt, stehen die Chancen gut, dass Zug in den Playoff-Final einzieht.

Handball, Frauen

SPL 1, Playoff-Halbfinals. 2. Spiel (Best-of-3). Samstag, 17Uhr: LK Zug (3. Finalrunde) – Spono Eagles (2.); Stand: 1:0. – 18.30Uhr: Kreuzlingen (4.) – LC Brühl (1.); Stand: 0:1.

SPL 2. Abstiegsrunde. 1. Spiel: Leimental – Nottwil II 40:45 (21:22). – Spono Eagles II: Strebel (12 Paraden)/Rechsteiner (2); Emmenegger (16 Tore), Schaller (5), Dähler (1), Meier (11), Muff (3/1), Ylberi, Fischer (3/1), Alena Furrer, Bieri (3), Corina Furrer (1), Venetz (2).