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HANDBALL: BSV-Stans-Spieler Nikola Perovic: «Momentan passt alles zusammen»

Der BSV Stans deklassiert Horgen mit 40:29 und steht vor dem Ligaerhalt in der NLB. Erneut stark spielt der 25-jährige Serbe Nikola Perovic.
Stephan Santschi
Nikola Perovic (am Ball): Der Serbe fällt beim BSV Stans durch eine schier unglaubliche Abschlussquote auf. (Bild: Philipp Schmidli (Stans, 17. März 2018))

Nikola Perovic (am Ball): Der Serbe fällt beim BSV Stans durch eine schier unglaubliche Abschlussquote auf. (Bild: Philipp Schmidli (Stans, 17. März 2018))

Stephan Santschi

stephan.santschi@luzernerzeitung.ch

440 Zuschauer feierten ihre Mannschaft, die Standing Ovations in der Eichlihalle dauerten länger als auch schon, es schien, als hätten die Stanser ihr grosses Ziel, den Ligaerhalt in der NLB, schon erreicht. Kurz darauf mahnte Trainer Andy Gubler aber bereits mit den Worten: «Nein, wir sind noch nicht durch, es fehlen noch Punkte.» Er weiss um die Ausgeglichenheit der Liga, in der fast jeder jeden schlagen kann.

Fünf Spieltage vor Schluss beträgt der Vorsprung auf den Strich aber bereits beruhigende fünf Zähler. Wer die Stanser in jüngerer Vergangenheit beobachtet hat, kann sich nicht vorstellen, dass sie nochmals ans Tabellenende abrutschen können. Zu stabil präsentierten sie sich, acht der letzten zehn Spiele haben sie gewonnen, am Samstag gegen das vorletzte Horgen sogar mit 40:29. Die Abwehrarbeit funktionierte, Goalie Christian Arnosti schraubte seine Fangquote vorübergehend auf 70 Prozent, und vorne trafen die Nidwaldner aus allen Lagen. Am Ende drehten sie sich im Kreis, hüpften und sangen: «Wer nid gumpet, isch kei Stanser, hey, hey, hey!»

Tore aus der Distanz, Assists und rote Karte provoziert

Mittendrin im Freudentaumel: Nikola Perovic. Der 25-jährige Serbe feierte munter mit, gestand im Nachhinein aber lächelnd zu, dass er kein Wort davon verstand, was seine Teamkollegen im Schweizerdialekt von sich gaben: «Ich bin ihnen einfach gefolgt.» Erst seit Ende November spielt er für die Nidwaldner, ebenso wie der Brasilianer Fernando Skrebsky Dutra. Damals war die Mannschaft in arger Schieflage, hatte nur zwei Punkte auf dem Konto und befand sich am Tabellen­ende.

Während der gleichaltrige Skrebsky Dutra als Spielmacher den offensiven Takt vorgibt, verkörpert Perovic die Wurfkraft im linken Rückraum. Bei den Siegen gegen Birsfelden und Altdorf an den beiden Wochenenden davor erzielte er insgesamt 21 Tore, und dies bei einer Trefferquote von 100 Prozent! Gegen Horgen vermochte er diese fantastische Bilanz zwar nicht aufrechtzuerhalten (50 Prozent), überzeugend war sein Auftritt mit sechs Toren und acht Assists dennoch. Symptomatisch seine Aktion in der Schlusssekunde der ersten Halbzeit, als er den Ball nach einer schnellen Mitte aus 11 Metern zum 21:11-Pausenstand ins Netz donnerte und mit einem Lächeln zurück zur Bank trottete. In der 26. Minute hatte er zudem die rote Karte von Horgens Schlüsselspieler Luca Oberli provoziert, als ihm dieser ins Gesicht geschlagen hatte. «Im Moment passt einfach alles zusammen», erklärt er.

Einst an der gleichen WM, heute im selben Haushalt

Nikola Perovic ist Profi, wie Skrebsky Dutra wird er neben Budgetgeldern teilweise von privaten Gönnern finanziert. Gemeinsam wohnen die beiden in einer Vierzimmerwohnung in Stans. «Ich habe ihn vorher nicht gekannt. Mittlerweile sind wir zu engen Freunden geworden», sagt Perovic. Beide kochen gerne und bringen einander die kulinarischen Spezialitäten ihrer Heimatländer näher. In den Gesprächen stellten sie sogar fest, dass sie einst an derselben U21-Weltmeisterschaft spielten – Perovic für die Serben, Skrebsky Dutra für Brasilien.

Problemlos verlief sie bisher aber nicht, die Karriere von Perovic. Begonnen mit dem Handball hat er in seiner Heimatstadt Vrbas im Norden Serbiens nahe der ungarischen Grenze. Später spielte er bei Partizan Belgrad, in der Türkei und in Rumänien. Dreimal erreichte er mit seinen Teams die dritte Runde des in­ternational drittklassigen Challenge-Cups. Die Zeit an seiner letzten Station in Rumänien endete 2017 abrupt, weil dem Verein trotz des Aufstiegs in die höchste Liga das Geld ausgegangen war. «Es war nicht leicht, den Vertrag aufzulösen. Und es war nicht leicht, am Anfang in Stans in den Rhythmus zu kommen. Ich hatte drei Monate nicht mehr gespielt.» Auch Land und Sprache waren neu, seine Freundin reiste nach zwei Wochen zurück nach Serbien, um weiterzustudieren.

Grosses Lob für Präsident Philipp Bühlmann

Mittlerweile ist er aber in Stans angekommen, sowohl sportlich wie auch privat. «Man spürt: Die Leute hier in Stans mögen Handball.» Die Mannschaft habe ihn sehr gut aufgenommen, der Verein sei wie eine Familie. Das ganz grosse Lob behält Perovic aber für den Präsidenten Philipp Bühlmann vor. «Einen Mann wie ihn habe ich bisher in meiner Karriere noch nicht kennen gelernt. Was immer wir brauchen, er hilft uns. Und egal ob wir siegen oder verlieren, er übt nie Druck aus. Wenn ich in Stans bleibe, dann vor allem wegen ihm.» Skrebsky Dutra sehe das ähnlich. Schafft der BSV Stans den Ligaerhalt, und danach sieht es derzeit aus, ist es also gut möglich, dass die beiden ausländischen Profis noch etwas länger für emotionale Momente in der Eichlihalle sorgen.

Nationalliga B

21. Runde: Siggenthal/Vom Stein – Birsfelden 28:32. – Samstag: Stans – Horgen 40:29. SG Yellow/Pfadi Winterthur – Altdorf 30:37. Kadetten Espoirs SH – HS Biel 34:27. Solothurn – Möhlin 30:21. Steffisburg – RTV Basel 22:34. STV Baden – Lakers Stäfa 36:35. – Rangliste (alle 21. Runde): 1. RTV Basel 40. 2. STV Baden 34. 3. Solothurn 27. 4. Möhlin 25. 5. Kadetten Espoirs SH 23. 6. Lakers Stäfa 20. 7. HS Biel 19. 8. SG Yellow/Pfadi Winterthur 19. 9. Stans 18. 10. Steffisburg 16. 11. Altdorf 15. 12. Birsfelden 13. 13. Siggenthal/Vom Stein 13. 14. Horgen 12.

Stans – Horgen 40:29 (21:11)

Eichli. – 440 Zuschauer. – SR Schmid/Walther. – Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Stans, 3-mal 2 Minuten gegen Horgen plus rote Karte gegen Oberli (26./Schlag an Kopf von Perovic). – Stans: Arnosti/Maric (ab 50.); Wanner (4), Lussi (5), Skrebsky Dutra (3), Perovic (6), Imfeld (5), Riederer (3), Kuster (4), Scherer (3); Christen (6), Odermatt (1), Schumacher, Henrich. – Horgen: Kasalo/Crippa; Karlen, Gantner (4), Oberli (4), Müller (9), Arnold (2), Thaler, Mackintosh, Wolfer (6/1); Santoro (1), Gretler (1), Klampt (2). – Bemerkung: Arnosti pariert Penalty von Müller (11./6:3).

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