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HANDBALL: Claudio Vögtli, die Krienser Symbolfigur

Der HC Kriens-Luzern strebt heute (Gümligen, 19.45 Uhr) im dritten Playoff-Viertelfinalspiel auswärts gegen Bern Muri das Break an. Claudio Vögtlis Formkurve verleiht dem Vorhaben Flügel.
Muss heute vom rechten Flügel aus skoren: der Krienser 1,93-Meter-Mann Claudio Vögtli. Bild: Philipp Schmidli (Kriens, 24. September 2017)

Muss heute vom rechten Flügel aus skoren: der Krienser 1,93-Meter-Mann Claudio Vögtli. Bild: Philipp Schmidli (Kriens, 24. September 2017)

Claudio Vögtli, der Linkshänder am rechten Flügel, ist in Form. Beim fabelhaften 21:18-Heimsieg im zweiten Playoff-Viertelfinalspiel gegen die Berner ermöglichte er in der packenden Schlussphase den Sieg, der dem HC Kriens-Luzern ganz neue Perspektiven eröffnet: «Wir wissen spätestens seit diesem Erfolg, dass wir das Rüstzeug besitzen, uns für den Halbfinal zu qualifizieren.» Und dann, das sagt indes jeder, der im Playoff-Modus funktioniert, «dann ist alles möglich». Inzwischen sind seit dieser Galavorstellung der Krienser zwei Wochen vergangenen – eine lange Zeit, um die schöne Erinnerung zu stapeln, aber auch fast eine zu lange Zeit, um die Emotionen zu konservieren, vom Momentum zu profitieren. Für Claudio Vögtli kein Problem: «Wir haben ein paar Handball-Urlaubstage erhalten, das hat gut getan.» Doch er schwöre, dass man die wenigen gestrichenen Trainingseinheiten im doppelten Intensivumfang nachgeholt habe.

Vögtli, vor ein paar Tagen 22 Jahre alt geworden, zählt quasi zum Inventar des HCK. Seit 2007 trägt er, der 90 Kilogramm schwere 1,93-Meter-Mann, die HCK-Farben, die Karriere verlief nie steil, eher Schrittchen für Schrittchen. Heiko Grimm, der langjährige Chefcoach und in der Bundesliga mittlerweile zu Melsungens Chef aufgestiegen, bezeichnete den Jusstudenten im vierten Semester einst als einen «handballerischen Sunnyboy», den «Traum aller Schwiegermütter». Seine joviale Art hat Claudio Vögtli nicht abgestreift, aber im Schafspelz versteckt sich mittlerweile ein Wolf: Der Rechtsflügel, zusammen mit Severin Ramseier auf dieser so wichtigen Position ein immer dominanteres und wirkungsvolleres Duo, schiesst inzwischen Tor um Tor, handwerkt in der Abwehr den Gegenspieler konsequent ab – kurzum: Der Jungspund ist zu einer Schlüsselfigur gereift. Und Vögtli greift heute an: «Wir glauben felsenfest daran, dass wir diese Breakchance nützen können. Wir müssen starke Nerven zeigen, die Fehlerquote niedrig halten, dann packen wir das.»

Trainer Nick Christen strahlt Zuversicht aus

Nick Christen, im Gespann mit Urs Schärer das Trainergespann bildend, lobt, wie Claudio Vögt­li – natürlich handballerisch in­terpretiert – den Sprung zum «Mann» geschafft hat: «Er hat hart an sich gearbeitet, Claudio hat den Rank gefunden, einen grossen Schritt gemacht. Er beginnt zu merken, dass er das Potenzial besitzt, ein herausragender Rechtsflügel zu werden.» Jetzt müsse er sie ausschöpfen, seine enormen Möglichkeiten, am besten subito, heute Abend gegen Bern. Irgendwie symbolisiere Vögtli den Saisonverlauf oder exakter formuliert den Steigerungslauf dieser Mannschaft: «Wir haben zusammen strube Zeiten durchgemacht. Durchgelüftet. Und uns geschworen: Wenn’s drauf ankommt, dann sind wird parat.» Christen verschweigt indes hoch anständig, dass er und Urs Schärer die Spielweise nach Grimms Wegzug den individuellen Stärken des Teams angepasst haben: Kriens funktioniert nicht mehr nur aus dem Rückraum – jetzt verleihen auch die jungen Akteure auf den Aussenbahnen der Mannschaft Flügel.

Und irgendwie strahlt Nick Christen auch fast unheimliche Zuversicht aus: «Wir gehen locker, aber sehr zielbewusst in diese Partie. Wir haben zweimal bewiesen, dass wir auf Augenhöhe mit Bern sind. Mindestens.» Mehr lässt sich Christen kaum entlocken, auch nicht, wer auf dem Verletztenzettel figuriert, auch nicht, ob Aleksandar Radovanovic sich von seiner langwierigen Gehirnerschütterung so weit erholt hat, dass er entscheidende Tore werfen kann: «Es ist Playoff-Time. Da verrät man seine Geheimnisse nicht.»

Der taktische Kleinkrieg verspricht heute sehr viel Spannung ...

Roland Bucher

sport@luzernerzeitung.ch

NLA. Playoffs. Viertelfinals (best of 5). 3. Runde. Heute, 19.30: Pfadi Winterthur – St. Otmar St. Gallen (Stand: 2:0). – 19.45: BSV Bern Muri – Kriens-Luzern (1:1). – 20.15: Kadetten Schaffhausen – Suhr Aarau (2:0). Wacker Thun – Fortitudo Gossau (2:0).

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