HANDBALL: Das war kein wirklicher Härtetest für die Krienser

Kriens gewinnt das Hinspiel gegen Lovcen- Cetinje sorg-, aber auch farblos 30:22 (13:10). Heiko Grimm, der Trainer, ist indes nicht ganz zufrieden.

Roland Bucher
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Linksflügel Vukasin Stojanovic skort einen seiner sechs Treffer. (Bild Philipp Schmidli)

Linksflügel Vukasin Stojanovic skort einen seiner sechs Treffer. (Bild Philipp Schmidli)

Also, der frenetische Applaus, der blieb am Samstagabend aus. Ein artiges «Dankeschön» der Fans für eine solide Leistung des Teams von Heiko Grimm war zwar herauszuhören, blieb indes phonmässig in etwa auf der eher biederen Leistung der Heimischen stecken.

So avancierte der Rückhand-Trickschuss von Nik Tominec beim Gegenstoss zum 28:21 zwei Minuten vor Schluss zum Highlight einer Partie, welche Grimm, der Coach, mit zähflüssigem Kommentar versah: «Auf internationalem Parkett 30:22 zu siegen, das ist keine Selbstverständlichkeit. Wie immer der Gegner auch heisst. Aber wirklich gut – nein, das waren wir nicht.» Nicht wirklich gut, aber überlegen genug, um das Resultat mit stoischer Konstanz in eine Höhe zu schrauben, die immerhin garantiert: Heute kann im Rück- und eigentlichen Heimspiel (Krauerhalle, 16.30 Uhr) eigentlich nichts mehr passieren.

Kein Platz für Angsthasen

Nik Tominec war die Trouvaille der Partie, wieselte den montenegrinischen Widersacher mal für mal mit Gegenstoss-Effizienz wund. «Der Sieg», sagt der Neuzuzug realitätsbezogen, «tut nach den beiden Niederlagen gegen Winterthur und Bern gut, er gibt uns das Vertrauen, dass wir parat sind.»

Wenn das nur nicht zu viel der neuen Kraftschöpfung ist. Denn in Tat und Wahrheit: Lovcen-Cetinje hinterliess in der Krauerhalle eher den Eindruck einer handballerischen Foxtrail-Truppe. Chef Grimm sagte unverhohlen: «Ich wundere mich gram, weshalb einige Spieler derart verunsichert auftreten, nach ein, zwei missglückten Aktionen jeden Elan verlieren.» Ohne Zweifel ausgenommen aus dieser Kritik: Goalie Portmann, der mehr oder weniger sauber hielt, was es zu parieren gab, Stankovic, der eine stramme «Neugeburt» feierte und – neben Tominec – auch erneut Stojanovic, der bewies, dass ihm als Linksflügel nicht zufällig das Prädikat «Spitzenklasse» anhaftet. Heute will der HCK mit noch breiterer Brust auftreten: «Ich erwarte noch einmal einen Schub nach vorne», fordert Grimm, «und ich werde meinen Leuten genau auf die Finger schauen.» Will heissen: Angsthasen haben in seinem Team nichts verloren.

Nun, Grimms Mannschaft löste die auf dem Papier leichte Aufgabe gestern auch auf dem Spielfeld schliesslich recht souverän, ohne jemals in die Gefahr einer Lachnummer zu geraten. Aber Anstossen auf den Einzug in die zweite Runde, die als Gegner einen dänischen Spitzenverein und entsprechende grössere Zuschauer-Neugier auf dem Tablett präsentiert, darf Kriens erst heute Abend. Doch gibt es überhaupt etwas zu feiern? Meriten kann sich der HCK gegen diesen Widersacher keine holen. Ob er die Startturbulenzen mit zwei Niederlagen in der Meisterschaft verdaut hat, wird sich erst am Mittwoch beim ultimativen Härtetest gegen Wacker Thun zeigen.

Europacup. EHF-Cup. 1. Qualifikationsrunde. Rückspiel: Gomel (WRuss) - BSV Bern Muri 23:26 (14:12); Hinspiel 15:29. – Hinspiel (in Kriens): Lovcen-Cetinje (Mont) - Kriens-Luzern 22:30 (10:13). – Das Rückspiel findet heute (16.30, Krauerhalle) statt.

Lovcen-Cetinje - Kriens-Luzern 22:30 (10:13)

Krauerhalle, Kriens. – 400 Zuschauer. – SR Chaskis/Tsakonas (Grie).

Strafen: 6-mal 2 Minuten gegen Lovcen-Cetinje, 4-mal 2 Minuten gegen Kriens-Luzern

Kriens-Luzern: Portmann; Fellmann (2), Mühlebach, Weingartner, Blättler, Spengler (2), Vögtli, Stojanovic (6), Baviera (2), Stankovic (4/1), Baumgartner (2), Tominec (8), Schramm (4), Hofstetter.

Bemerkung: Verhältnis verschossener Penaltys 1:1.